CO2 grüner Wasserstoff Erneuerbare Energien Klimaschutz Energiewende

Schweizer Start-up bindet CO2 in Gestein und produziert parallel Wasserstoff

Maria Gramsch
DeltaSpark (Screenshot)

Ein Schweizer Start-up will in einem kompakten System CO2-Emissionen aus Industrieanlagen in stabile Mineralien und grünen Wasserstoff umwandeln. Eine schlüsselfertige Einheit mit der Größe eines Schiffscontainers könnte die Kohlenstoffspeicherung vor Ort wirtschaftlicher und praktikabler machen – und gleichzeitig wertvolle Nebenprodukte liefern.

Die Bundesregierung plant in ihren Klimazielen, auch die CO2-Emissionen der Industrie bis 2030 deutlich zu senken. Mit der Einhaltung von Emissionsobergrenzen soll so das übergeordnete Ziel erreicht werden, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 65 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren.

Doch bis zur Erreichung der Ziele muss die deutsche Industrie zusätzliche Maßnahmen ergreifen. Denn das bisherige Tempo der Emissionsreduzierung würde nicht ausreichen, um die Lücke bis 2030 zu schließen.

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Eine Möglichkeit für diese Reduktion hat das Schweizer Startup DeltaSpark mit einem Komplettsystem entwickelt, das nicht nur CO2-Emissionen reduziert, sondern diese auch gleichzeitig in feste Mineralien und sauberen Wasserstoff umwandelt.

Dieses System erzeugt grünen Wasserstoff aus CO2 – direkt vor Ort

Die Natur kann eine gewisse Menge Kohlendioxid ganz von selbst unschädlich machen. Dabei löst sich ein Teil des CO2 aus der Luft im Wasser, reagiert mit Gestein und wird dort über Jahrtausende als festes Mineral gespeichert.

Dieser natürliche Prozess läuft zwar ganz ohne Technik ab, ist aber äußerst langsam. Denn das Kohlendioxid aus der Atmosphäre löst sich im Regen- oder Meerwasser und bildet eine schwache Säure. Diese greift Gestein an, löst Mineralien heraus und bindet das CO2 schließlich in stabile, feste Verbindungen wie Kalkstein.

Dieses chemische Reaktion fungiert als natürlicher Klimaregulator, dauert allerdings Jahrtausende und kann mit dem enormen Ausstoß von CO2 auf der Erde nicht mithalten. In Zusammenarbeit mit der technischen Hochschule EPFL hat sich das Startup SeltaSpark jedoch dieses System zunutze gemacht und beschleunigt.

Das System von DeltaSpark soll als schlüsselfertige Einheit in der Größe eines Standard-Seecontainers zur Verfügung gestellt werden. Darin kann CO2 mit der Hilfe von Elektrolyse gezielt umgewandelt werden. Das Gas wird dabei in einzelne, stabile Bestandteile zerlegt, die sich mit Metallen verbinden. So entsteht aus dem klimaschädlichen Gas innerhalb kurzer Zeit ein fester Stoff, der dauerhaft gebunden bleibt.

„Wir sind die erste Lösung, die sowohl die CO2-Speicherung als auch die gleichzeitige H2-Produktion ermöglicht“, erklärt Luc Bondaz, einer der Mitgründer von DeltaSpark. Das System funktioniere dabei nahezu bei Umgebungstemperatur.

Täglich werden bis zu zwei Tonnen CO2 verarbeitet

Die modulare Bauweise des System ermögliche es den Produktionsstätten, diese direkt an der Emissionsquelle aufzustellen. Dabei könnten täglich bis zu zwei Tonnen CO2 verarbeitet werden.

Das System zerlegt Kohlendioxid in sauberen Wasserstoff und feste Mineralien, die die Anlagenbetreiber anschließend weiterverwenden können. „Die Anlagenbetreiber müssen nicht nur keine Kosten für die Kohlenstoffspeicherung tragen, sondern erhalten auch nützliche Reaktionsprodukte“, so Bondaz.

So könnten Karbonatmineralien zur Herstellung nachhaltigerer Baumaterialien verwendet werden. Der saubere Wasserstoff wiederum als potenzielle Energiequelle genutzt werden.

In einem nächsten Schritt möchte das Schweizer Startup nun einen Prototypen erstellen. Dafür soll eine erst kürzlich eingegangene Finanzierung in Höhe von 600.000 CHF zum Einsatz kommen.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.