Volkswagen bewirbt bereits seit Monaten ein Elektroauto für 25.000 Euro. Im April soll mit dem ID.Polo der Startschuss fallen – zumindest für einige Versionen des Stromers. Die günstige Einstiegsvariante könnte noch bis Jahresende auf sich warten lassen. Das Lockvogelangebot von VW kann sich trotzdem lohnen. Eine kommentierende Analyse.
VW ID.Polo ab April 2026 bestellbar
- Der ID.Polo soll in vier Leistungsstufen und mit zwei Batteriegrößen zu haben sein. Maximale Reichweite: 450 Kilometer. Laut Volkswagen wird es den E-Polo zum Debüt im April 2026 in den Leistungsstufen 85 kW (116 PS), 99 kW (135 PS) und 155 kW (211 PS) geben. Im Laufe des Jahres soll mit dem ID.Polo GTI mit 166 kW (226 PS) eine sportliche Version folgen.
- Die 85-kW- und die 99-kW-Version des ID.Polo sollen serienmäßig mit einer 37 kWh (netto) großen Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LFP) erhältlich sein. Reichweite: bis zu 300 Kilometer. Der Akku kann an DC-Schnellladesäulen mit bis zu 90 kW geladen werden. Die 155-kW- und 166-kW-Antriebe erhalten eine Nickel-Mangan-Kobalt-Batterie (NMC) von VW-Tochter PowerCo. Der Akku verspricht einen Energiegehalt von 52 kWh (netto) und soll eine Reichweite von bis zu 450 Kilometern ermöglichen.
- Wie das Handelsblatt (€) unter Berufung auf Insider berichtet, wird die 25.000-Euro-Version des ID.Polo zum Verkaufsstart noch nicht erhältlich sein. Stattdessen können Kunden zunächst nur die teureren Varianten mit größerem Akku bestellen. Händlerangaben zufolge sollen diese ab 30.000 Euro zu haben sein.
E-Polo für 25.000 Euro kommt später
Das Einstiegsmodell des ID.Polo hat zwar weniger Reichweite als die teureren Varianten, ist aufgrund der eingesetzten LFP-Batterietechnologie aber deutlich günstiger. Für Vielfahrer kann sich der Aufpreis von etwa 5.000 bis 8.000 Euro zwar lohnen. Wer aber primär ein Auto für den Stadtverkehr braucht, ist mit der günstigeren LFP-Version gut beraten.
Problem: Ausgerechnet das große Versprechen, der ID.Polo für 25.000 Euro, soll später kommen als die teureren Versionen. Dem Handelsblatt gegenüber hat VW die verspätete Verfügbarkeit des günstigeren Akkus als Grund dafür genannt und eine Verzögerung von wenigen Wochen eingeräumt.
In Händlerkreisen ist derweil von einer Verspätung von sechs bis neun Monaten die Rede. Die Abhängigkeit von externen Zulieferern könnte sich für VW bei der LFP-Batterie rächen. Allerdings dürfte sich das Unternehmen etwaiger Verzögerungen bereits bewusst gewesen sein.
Hinter Werbeversprechen und Realität steckt deshalb auch ein waschechtes Lockvogelangebot. Die Strategie: Erst die Modelle mit hohen Margen verkaufen und nebenbei die CO2-Flottengrenze der EU erfüllen und anschließend, wenn der Druck etwas nachgelassen hat und genug teure Fahrzeuge verkauft wurden, die Basisversion auf den Markt bringen.
Stimmen
- VW-Markenchef Thomas Schäfer in einem Statement: „Der ID.Polo ist der Beginn einer neuen Generation Volkswagen: mit frischem Design, intuitiver Bedienung, Top-Qualität und erstklassigen Fahreigenschaften. Mit einem Einstiegspreis ab 25.000 Euro machen wir Elektromobilität für viele Menschen in Europa erreichbar. Und das ist erst der Anfang: 2026 bringen wir sechs neue E-Modelle auf den Markt – alle zu 100 Prozent Volkswagen!“
- Aus Händlerkreisen ist zu hören, dass die Einstiegsvariante des ID.Polo für 25.000 Euro deutlich länger auf sich warten lassen soll als suggeriert. Ein Insider gegenüber dem Handelsblatt (€): „Nach unseren Informationen könnte es bis zu sechs oder sogar neun Monate dauern, bis der kleinere Akku tatsächlich verfügbar ist.“
- Johannes Riegsinger von der Autozeitung konnte den ID. Polo bereits unter die Lupe nehmen: „In Wolfsburg hat man ganz augenscheinlich aus den Fehlern der vergangenen Jahre gelernt – mit dem neuen VW ID.Polo ist ein ausgesprochen klug und gekonnt gemachter Volks-Wagen unterwegs. Die erste Testfahrt im seriennahen Prototyp zeigt bereits große Reife, das Konzept ist in jeder Hinsicht vielversprechend.“
ID.Polo: VW-Strategie könnte Kunden verärgern
Unabhängig davon, wie lange die 25.000-Euro-Variante auf sich warten lassen wird, könnte der ID.Polo für VW ein waschechter Erfolg werden. Denn mit der neuen E-Autoprämie von bis zu 6.000 Euro werden auch die teureren Varianten deutlich erschwinglicher.
Sobald die Einstiegsvariante vom Band rollt, ist der ID.Polo je nach Einkommens- und Haushaltssituation sogar für 19.000 Euro zu haben. Mit dieser Kombination könnte Volkswagen einen Kundenkreis erschließen, der bislang eher ausländischen Herstellern wie Dacia oder Citroën vorbehalten war.
Doch: Die Marketingstrategie von VW könnte auch bei einigen Kunden für Verärgerung sorgen und – sollte sich der Marktstart weiter verzögern – zu einem kleinen Imageschaden führen, indem der anvisierte Kundenkreis direkt wieder vergrault wird.
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