Wärme-Batterie Ziegelsteine Erneuerbare Energien Energiewende

Wärme-Batterie: Diese Ziegelsteine speichern Strom – und ersetzen Erdgas

Maria Gramsch
Rondo Energy

Der Chemiekonzern Covestro will an seinem Standort in Brunsbüttel künftig überschüssigen Strom in einer neuartigen Wärme-Batterie aus Ziegelsteinen speichern. Bei Bedarf kann daraus Prozessdampf erzeugt werden – ganz ohne Erdgas. Das Projekt gilt als wichtiger Schritt hin zu einer klimafreundlicheren Industrie.

Erdgas ist einer der wichtigsten Energieträger in Deutschland und spielt vor allem in der Industrie, bei der Stromerzeugung und in der Wärmeversorgung eine zentrale Rolle. Allein im Jahr 2024 wurden in Deutschland rund 813 Terawattstunden Erdgas. Ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr von rund 3,3 Prozent.

In der Industrie sind viele Prozesse auf hohe und kontinuierlich verfügbare Temperaturen angewiesen. Diese werden bislang meist mit Erdgas erzeugt. Der Chemiekonzern Covestro will an seinem Standort in Brunsbüttel eines Teil dieses Bedarfs künftig mit einer neuartigen Wärme-Batterie aus Ziegelsteinen decken und dafür überschüssigen Strom statt fossiler Brennstoffe nutzen.

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Ziegelsteine sollen Erdgas ersetzen

Die Wärme-Batterie von der Firma Rondo Heat Battery funktioniert nach einem vergleichsweise einfachen und bewährten Prinzip. Dabei wird elektrische Energie in Form von Wärme in Ziegelsteinen gespeichert – ein Wärmespeicher, der bereits seit Jahrhunderten in Stahlwerken zum Einsatz kommt.

Die Batterie speichert dabei kostengünstige erneuerbare Energie, beispielsweise aus Wind- oder Solaranlagen, wenn diese einen Überschuss produzieren. Dadurch erden die Ziegelsteine stark erhitzt und können diese Energie über längere Zeiträume nahezu verlustfrei speichern.

Die gespeicherte Wärme erhitzt einen herkömmlichen Kessel, der daraus emissionsfreien Dampf erzeugt. So lässt sich mithilfe von Strom aus erneuerbaren Quellen kontinuierlich eine konstante Dampfmenge für die Produktion bereitstellen.

Wärme-Batterie geht Ende 2026 in Betrieb

Die Wärme-Batterie stellt damit eine nachhaltige Alternative zur Dampferzeugung mit fossilen Energieträgern dar. Der Chemiekonzern Covestro will somit künftig zehn Prozent des Dampfes am Standort Brunsbüttel dank der Wärme-Batterie mit erneuerbarer Energie erzeugen.

Die Rondo Heat Battery bei Covestro soll Ende 2026 in Betrieb genommen werden. Sie hat eine Gesamtleistung von 100 MWh und kann damit ausreichend Wärme speichern, um große Teile der industriellen Prozessdampfversorgung am Standort kurzfristig unabhängig von Erdgas zu gestalten.

Insgesamt erhofft sich der Konzern von der Neuerung eine Einsparung von bis zu 13.000 Tonnen CO2-Emissionen im Jahr. „Die Wärme-Batterie ist so eine Idee: eine neue Technologie, die es uns ermöglicht, auf unserem Weg in eine nachhaltige Zukunft einen weiteren Schritt voranzugehen“, erklärt Covestro-CTO Dr. Thorsten Dreier.

Es handelt sich bei der Anlage um die erste Wärme-Batterie im industriellen Maßstab in Deutschland. Sie soll Daten liefern, wie sich überschüssiger Strom effizient speichern und bei Bedarf in industriellen Prozessen als Wärme einsetzen lässt, um Erdgas schrittweise zu ersetzen.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.