neuromorph KI-Chip München 7-Nanometer-Technologie TUM

Aus München: Der erste neuromorphe KI-Chip Europas

Felix Baumann
Bild: Andreas Heddergott / TUM

Die Technische Universität München hat erstmals einen neuromorphen KI-Chip nach modernem 7‑Nanometer-Standard entwickelt und setzt damit ein Zeichen für technologische Souveränität in Europa. Der Chip verarbeitet Daten lokal und soll so die Privatsphäre schützen. 

An der Technischen Universität München ist der europaweit erste neuromorphe KI-Chip entstanden, der auf der modernen Sieben-Nanometer-Technologie basiert. Professor Hussam Amrouch entwickelte den nach dem Standard des taiwanesischen Herstellers TSMC.

Ziel des Projekts ist es, die technologische Souveränität Europas zu stärken, die Privatsphäre von Endnutzern zu schützen und die Abhängigkeit von globalen Lieferketten zu verringern. Die Forscher wollen künftig mindestens drei neue Chip-Designs pro Jahr entwerfen. Die European Semiconductor Manufacturing Company (ESMC) übernimmt ab 2028 die Fertigung in Dresden.

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Neuromorpher KI-Chip aus München: Mehr Unabhängigkeit für Europa

Diese regionale Produktion solle die Versorgung mit Schlüsseltechnologien absichern und es hiesigen Unternehmen ermöglichen, KI-Chips und Algorithmen eigenständig zu entwickeln. Bisherige Erfahrungen aus der Pandemie und geopolitische Veränderungen haben gezeigt, wie anfällig globale Handelswege für Störungen sind.

Deshalb umfasst der gewählte Ansatz die gesamte Kette von der Ausbildung über das Design bis hin zur physischen Herstellung. Diese Abfolge von der Lehre bis zur fertigen Hardware soll sicherstellen, dass technologisches Wissen und Produktionskapazitäten innerhalb der Europäischen Union bleiben.

Sicherheit durch lokale Datenverarbeitung

Im Gegensatz zu vielen cloudbasierten KI-Chips, wie sie beispielsweise von Nvidia produziert werden, verarbeitet der Chip aus München Daten direkt am Gerät. Diese sogenannte Edge-Technologie verhindert, dass sensible Informationen an externe Server in der Cloud gelangen. Die Hardware-Architektur schützt also die Privatsphäre des Endnutzers.

Die Chips basieren auf dem offenen Standard RISC-V. Ingenieure können sie dadurch für spezifische Aufgaben optimieren. Die Chips eignen sich unter anderem für medizinische Anwendungen, um Herzschläge oder Hirnsignale in Echtzeit auszuwerten.

Die Spezialisierung auf einzelne Aufgaben macht sie im Vergleich zu universellen Prozessoren deutlich effizienter. Auch im Bereich des Quantencomputing sollen die spezialisierten Prozessoren bald zur Steuerung der Elektronik zum Einsatz kommen.

Schutz vor Manipulation und Förderung des Nachwuchses

Ein zentraler Aspekt der Eigenentwicklung ist die garantierte Sicherheit vor eingebauten Schwachstellen oder Trojanern. Denn: Wer einen Chip selbst designt und baut, weiß genau um dessen Innenleben. Gerade für die Automobilindustrie oder die Verteidigungsbranche stellen Komponenten aus außereuropäischen Ländern oft ein unkalkulierbares Risiko dar.

Durch die Konstruktion und Fertigung in Deutschland garantieren die Entwickler die Integrität der Hardware für diese sensiblen Bereiche. Die Universität eröffnete erst vor drei Monaten das Forschungs- und Ausbildungszentrum MACHT-AI. Dort erlernen Studenten das Design von Prozessoren und die Entwicklung passender Algorithmen für die Industrie. Die bayerischen Ministerien für Wissenschaft und Wirtschaft fördern das Zentrum.

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Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei BASIC thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in BASIC thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.
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