Früher war klar: Wer sich ein Auto, eine Bohrmaschine oder eine Kamera wünschte, fuhr zum nächsten Fachgeschäft, um es sich zu kaufen. Zumindest, wenn das notwendige Kleingeld vorhanden war – ansonsten hieß es „sparen“. Heute kippt das Denken. Und bei den steigenden Neupreisen fragen sich viele Menschen in Deutschland ohnehin: Benötige ich das wirklich? Oder reicht es theoretisch auch aus, wenn ich es mir ausleihe? Tatsächlich reicht es häufig aus, sich etwa die Bohrmaschine nur für ein paar Stunden auszuleihen. Diese Fragen ebneten den Weg für den Sharing-Economy-Stil, der in Deutschland immer beliebter wird. Weg vom Besitz, hin zu einem flexibleren, digitalen und bewussteren Lebensstil.
Warum ist Mieten plötzlich attraktiver als Kaufen?
Der größte Vorteil? Du sparst Geld. Aber ist es wirklich der einzige Vorteil, warum Menschen lieber mieten, anstatt zu kaufen? Nein. Insbesondere in Städten bevorzugen immer mehr Menschen Sharing- und Mietangebote aus den folgenden Gründen:
- Wunsch nach Flexibilität
- steigende Lebenshaltungskosten
- neue Einkommensquellen
- wachsendes Umweltbewusstsein
Wunsch nach Flexibilität
Wenn du über Vermietungs-Apps benötigte Gegenstände mietest, minimierst du Verpflichtungen und steigerst deine Flexibilität. Schauen wir uns das an zwei Beispielen an.
- Beispiel 1: Du kaufst dir für deinen jährlichen Strandurlaub eine neue Digitalkamera für 999 Euro. Die Kamera nutzt du jedoch nur für diese sieben Tage, und in der restlichen Zeit liegt sie im Schrank. Mit der Zeit sinkt der Wert deiner Kamera, und auch der Akku verliert langsam an Kapazität. Viel besser wäre es, wenn du dir eine Kamera für deinen Urlaub mietest.
- Beispiel 2: Für kleine Erledigungen in der Stadt benötigst du gelegentlich ein Auto. Mit dem Autokauf kommen einige Verpflichtungen auf dich zu, wie Inspektion, TÜV, Versicherungsbeiträge und Steuern – obwohl du das Auto maximal 3–4× im Monat nutzt. Über eine Vermietungsplattform kannst du für diesen Zeitraum spontan ein Auto mieten.
Steigende Lebenshaltungskosten
Laut der Verbraucherzentrale sind die Lebenshaltungskosten seit 2020 drastisch gestiegen. Das zeigt sich eigentlich in allen Bereichen. So stiegen in den vergangenen Jahren etwa die Preise für Kameras um 27 Prozent, während Neuwagen im Schnitt um bis zu 50 Prozent teurer sind.
Kurz und knapp: Die Menschen überlegen sich zweimal, ob sie etwas Neues brauchen oder nicht. Peer-to-Peer-Vermietungsplattformen ermöglichen es den Menschen trotzdem, sich gewisse Dinge für einen bestimmten Zeitraum zu leisten.
Neue Einkommensquellen schaffen
Auf den Plattformen, auf denen man Gegenstände mieten kann, kannst du auch Gegenstände vermieten. Das schafft eine neue Einkommensquelle, sozusagen ein zweites Standbein – ein Punkt, der für viele Menschen attraktiv ist.
Wachsendes Umweltbewusstsein
Nachhaltigkeit ist ein Thema, das viele Menschen dazu bewegt, benötigte Gegenstände lieber zu mieten, anstatt sie zu kaufen.
Ist die Sharing Economy nur ein kurzfristiger Trend?
Die sogenannte Sharing Economy wächst seit Jahren. Es ist also nicht nur ein kurzfristiger Trend, sondern ein sich wandelnder Lebensstil – und Deutschland mittendrin. Schon jetzt mieten Menschen unterschiedliche Gegenstände über spezielle Vermietungsplattformen für wenige Stunden, Tage oder Wochen.






