Geräte ohne Batterien Quanteneffekt

Neuer Quanteneffekt könnte Elektronik ohne Batterien betreiben

Felix Baumann
Bild: DepositPhotos

Ein internationales Forscherteam hat die physikalische Grundlage für Sensoren und Microchips ohne Batterie geschaffen. Die Wissenschaftler nutzen einen speziellen Quanteneffekt, der Wechselstromsignale aus der Umgebung direkt in nutzbaren Gleichstrom umwandelt.

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Professor Dongchen Qi von der Queensland University of Technology und Professor Xiao Renshaw Wang von der Nanyang Technological University in Singapur untersuchte neue Wege zur Energiegewinnung. Die Wissenschaftler wollen einen speziellen Quanteneffekt gezielt manipulieren, indem sie subtile Merkmale wie Defekte und interne Schwingungen in fortschrittlichen Materialien nutzen. Diese Erkenntnisse könnten laut der Studie künftig die Entwicklung kleinerer und effizienterer Technologien ermöglichen.

Im Zentrum der Untersuchung steht der sogenannte nicht lineare Halleffekt (NLHE). Im Gegensatz zum klassischen Halleffekt erlaubt dieses Phänomen die direkte Umwandlung von Wechselstromsignalen aus der Umgebung in nutzbaren Gleichstrom. Dieser Prozess funktioniert ohne den Einsatz herkömmlicher Dioden oder anderen sperrigen Bauteilen.

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Wie gewinnen Geräte Energie ohne Batterie?

Laut Dongchen Qi könnte dieser Effekt theoretisch dazu führen, dass Sensoren oder Mikrochips künftig ohne Batterien betrieben werden. Die Geräte würden ihre benötigte Energie stattdessen direkt aus ihrer unmittelbaren Umgebung beziehen. Die Forscher betonen jedoch, dass ein tiefgreifendes Verständnis der internen Materialvorgänge die notwendige Voraussetzung für den Entwurf solcher zukünftigen Geräte ist.

Für ihre Experimente nutzte das Team den topologischen Isolator Bi2Te3, der für sein ungewöhnliches elektronisches Verhalten bekannt ist. Eine wichtige Beobachtung der Studie ist, dass der nicht lineare Halleffekt in diesem Material auch bei Raumtemperatur stabil bleibt. Dies wird als vielversprechendes Merkmal für die praktische Anwendung in künftiger Alltagselektronik gewertet.

Die Forscher entdeckten zudem, dass sowohl die Stärke als auch die Richtung der erzeugten Spannung von der Temperatur abhängen. Bei niedrigen Temperaturen bestimmen vor allem winzige Unvollkommenheiten im Material den Stromfluss. Sobald sich das Material erwärmt, übernehmen Schwingungen innerhalb des Kristallgitters die Kontrolle und bewirken eine Umkehr des elektrischen Signals.

Selbstversorgende Sensoren und schnellere Mobilfunknetze

Die Ergebnisse dieser Arbeit wurden in der Fachpublikation Cell veröffentlicht. Gewonnene Erkenntnisse könnten laut den Forschern künftig den Einsatz von selbstversorgenden Sensoren und tragbarer Technologie unterstützen. Ebenso wäre eine Anwendung in ultraschnellen Komponenten für Mobilfunknetze der nächsten Generation denkbar.

Ziel der Forscher ist es, Quanteneffekte von einer abstrakten Theorie in eine praktische Unterstützung für technologische Entwicklungen zu überführen. Das Team sieht in seiner Arbeit einen wichtigen Schritt, um die Effizienz elektronischer Systeme langfristig zu steigern.

Dennoch bleibe die tatsächliche Umsetzung in marktreife Produkte eine Aufgabe für kommende Forschungs- und Ingenieursprojekte. Die Studie liefert die physikalische Grundlage für künftige Innovationen im Bereich der nachhaltigen Energieversorgung.

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Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei BASIC thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in BASIC thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.
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