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Kann ein Windbaum für 70.000 Euro mit Photovoltaik mithalten?

Maria Gramsch
Bild: New World Wind

Ein Windbaum mit 36 blattförmigen Mikroturbinen soll auch bei schwachem Wind Strom liefern – rund um die Uhr, unabhängig von der Sonne. In Niedersachsen steht seit Kurzem die erste private Anlage Deutschlands. Doch mit einem Preis von 70.000 Euro stellt sich die Frage: Kann der Windbaum wirklich mit einer Photovoltaikanlage konkurrieren?

Photovoltaikanlagen prägen in vielen Wohngebieten in Deutschland inzwischen das Bild. Denn auf immer mehr Hausdächern finden sich Solarpanels, die Sonnenlicht in Strom umwandeln und für private Haushalte grünen Strom liefern.

Bei der Windkraft sieht das eher anders aus. Denn während große Windräder die Landschaft dominieren, spielen kleinere Lösungen für den privaten Gebrauch bisher kaum eine Rolle.

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Genau hier setzen Konzepte wie der „Windbaum“ an, die Windenergie auch in der Energieversorgung im eigenen Haushalt nutzbar machen sollen. Doch ob der „Windbaum“ tatsächlich als Alternative zur Photovoltaik im privaten Bereich mithalten kann, hängt maßgeblich von Faktoren wie Standort, Windverhältnissen und Wirtschaftlichkeit ab.

Windbaum vs. Solaranlage: Wo liegen die Vorteile?

Die Vorteile von Windkraftanlagen gegenüber der Solarenergie liegen klar auf der Hand. Denn sie können Strom erzeugen, auch wenn beispielsweise nachts oder bei bewölktem Himmel keine Sonneneinstrahlung vorliegt.

Gerade in Regionen mit konstanten Luftströmungen können sie so gleichmäßigere Erträge über den gesamten Tag hinweg liefern. Genau hier setzt auch der „Windbaum“ der französischen Firma New World Wind an.

Denn er kann mit seinen blattförmigen Mikroturbinen bereits bei sehr geringen Windgeschwindigkeiten von rund 2,5 Metern pro Sekunde Strom erzeugen. Dadurch wird bereits bei schwachem Wind kontinuierlich Strom erzeugt und so eine gleichmäßigere Energieproduktion ermöglich, während klassische Windräder in diesem Bereich noch stillstehen würden.

Dabei liefern die kleinen Turbinen, die sogenannten „Aeroleafs“, jeweils bis zu 300 Watt. Ein Baum mit 36 Blätterturbinen könnte so eine Gesamtleistung von bis zu 10,8 Kilowatt erzielen.

Im Vergleich zu einem klassischen Balkonkraftwerk fällt die theoretisch mögliche Spitzenleistung des „Windbaums“ also deutlich höher aus. Allerdings handelt es sich dabei um einen Maximalwert unter idealen Bedingungen, die tatsächliche Leistung hängt natürlich stark von den tatsächlichen Windverhältnissen am Standort ab.

Erst zwei Standorte in Deutschland – und ein privater Pionier

Bereits seit November 2015 gibt es mit dem Windbaum im Einkaufszentrum Ruhrpark in Bochum die erste Anlage dieser Art in Deutschland. Ein Jahr später kam eine weitere Anlage in Stuttgart hinzu.

„Wir haben schon über 200 Windbäume in der ganzen Welt installiert“, erklärt Geschäftsführer Luc Eric Krief gegenüber der HNA. Erst kürzlich ist in Niedersachsen der erste Windbaum auf privatem Grund entstanden.

Aufgrund seiner Höhe von 9,8 Metern war für diesen keine Baugenehmigung nötig. Allerdings musste ein Betonfundament gegossen werden, das den rund 3,5 Tonnen schweren Stahlbaum stabilisiert.

Insgesamt belief sich die Investition für den „Windbaum“ inklusive Fundament und Elektroinstallationen auf rund 70.000 Euro. Es ist fraglich, ob sich der hohe Preis durch eine konstantere Stromproduktion bei schwachem Wind langfristig relativieren kann. Daher dürfte aktuell die Photovoltaik für den privaten Gebrauch in den meisten Fällen die wirtschaftlich deutlich attraktivere Lösung sein.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.
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