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Google klappt KI-Übersicht jetzt automatisch aus – und es nervt gewaltig!

Fabian Peters
Bild: DepositPhotos

Google testet eine neue Darstellung seiner KI-Suche – und die nervt gewaltig! Statt eingeklappter Kacheln laden KI-generierte Antworten jetzt direkt in voller Länge. Die klassischen blauen Links rutschen dafür noch weiter nach unten. Google macht sich damit vom Suchmaschinenriesen zum Türsteher des Internets und entscheidet zunehmend selbst, was Nutzer zu sehen bekommen. Eine kommentierende Analyse. 

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Klappt automatisch aus: Googles KI-Übersicht jetzt noch aggressiver

  • Google hat mit „Übersicht mit KI“ bereits im März 2025 eine Funktion in seine Suche integriert, die Ergebnisse massiv verändert hat. Denn: Oberhalb der Suchergebnisse erscheinen seither KI-generierte Kurzzusammenfassungen zu bestimmten Inhalten. Mittlerweile können Nutzer sogar wie in einem Chat Nachfragen stellen. Problem: Die prominent platzierte Künstliche Intelligenz liegt oft falsch. Die KI-Übersicht in der Google-Suche ist die drastischste Veränderung seit 20 Jahren. Das Eingabefeld kann sich flexibel an lange Texte anpassen und auch Bilder, Videos oder geöffnete Browser-Tabs verarbeiten.
  • Die KI-Suche von Google hat sich binnen kürzester Zeit etabliert und fast schon zum Standard entwickelt. Einigen mag das gefallen; anderen nicht. Laut einer Analyse des Marktforschungsunternehmens Similarweb erscheint bei über 40 Prozent aller Google-Suchanfragen in den USA der KI-Modus. Dabei lag der Anteil vor einem Jahr noch bei gerade einmal 15 Prozent. Das führt zu einer erheblichen Veränderung, wie Nutzer Informationen konsumieren, da die klassische Link-Liste immer mehr verschwindet. Der Auswertung zufolge nimmt die Akzeptanz der KI-Übersicht mitunter bei älteren Nutzern zu.
  • Bislang wurden Antworten im KI-Modus von Google in einer abgespeckten Kachel angezeigt, die man über einen Button ausklappen kann, falls man Inhalte lesen will. Das ändert sich nun – zumindest test- und teilweise. Google hat bestätigt, eine neue Darstellungsform der Übersicht mit KI zu erproben. Bei bestimmten Suchanfragen lädt die generierte KI-Antwort demnach direkt in kompletter Länge. Will heißen: Eine Option, die Kachel manuell auszuklappen, entfällt. Das Eingabefeld für Nachfragen wird gleichzeitig standardmäßig aktiviert. Der Aufbau der Suchergebnisseite verändert sich dadurch noch drastischer.

Neue KI-Anzeige fühlt sich einfach falsch an

Die neue KI-Darstellung von Google ist nicht nur eine kleine Designänderung. Sie verschiebt das bisherige Grundprinzip der Google-Suche immer weiter. Wer wie bisher etwa mehrere Quellen vergleichen will, bekommt stattdessen immer häufiger eine fertig formulierte Antwort serviert.

Offiziell handelt es sich zunächst zwar nur um einen Test. Doch: Das, wovon andere Nutzer bereits berichtet haben, ist auch mir passiert. Und ganz ehrlich: Ich persönlich empfand die ausgeklappte Übersicht mit KI absolut nervig! Irgendwie hat sich die Darstellung sogar falsch und komisch angefühlt. Meine Reaktion: Ich habe fast schon reflexartig das Browserfenster refreshed.

Danach verschwand die Anzeige. Im Nachhinein hätte ich mir das Ganze dann doch genauer angeschaut. Aber die Visualisierung wirkte fast schon wie ein nerviger Fehler, den man einfach wegklicken will. Ich wollte recherchieren und nicht die Interpretation der Google-KI lesen – sondern selbst entscheiden, welcher Quelle ich vertraue.

Für Medien und Publisher ist das alles weitaus mehr als eine Geschmacksfrage. Zwar nennt der KI-Modus weiterhin Quellen, doch eine ausformulierte Antwort macht den Klick auf diese Quellen schlicht weniger notwendig. Zudem rücken die gewohnten organischen Treffer, die klassischen blauen Links, weiter nach unten. Google-Nutzer müssen also erst einmal scrollen, um überhaupt wieder bei den eigentlichen Websites anzukommen.

Stimmen

  • Chris Long, SEO- und Marketingexperte aus den USA, ist als einer der ersten auf die neue Google-Anzeige aufmerksam geworden. In einem Beitrag auf X (ehemals Twitter) schreibt er: „Holy Moly, liebe SEOs: Google zeigt nun bei einigen Suchanfragen standardmäßig das Eingabefeld für den KI-Modus an. Auf diese Weise treibt Google den KI-Modus weiterhin als Standard-Sucherlebnis voran.“
  • Ein Google-Sprecher teilte Seroundtable in einem Statement mit: „Bei einigen Suchanfragen können sich die KI-Übersichten dynamisch erweitern, und zwar zu Themen, bei denen unsere Systeme feststellen, dass dies für die Nutzer am nützlichsten ist. Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass Nutzer dank dieser dynamischen Erfahrung die Suche als hilfreicher empfinden und sich intensiver mit der weiteren Recherche beschäftigen.“
  • Barry Schwartz, SEO-Experte und -Journalist, in einem Beitrag auf X (ehemals Twitter): „Google entfernt die Schaltfläche „Mehr anzeigen“ aus den KI-Übersichten, sodass diese standardmäßig eher dem KI-Modus ähneln – das ist für Publisher nicht gerade vorteilhaft.“ Robby Stein von Google kommentierte den Beitrag: „KI-Übersichten werden nur bei Themen dynamisch erweitert, bei denen unsere Systeme dies als besonders nützlich erachten. Wenn du bereits mit dem Scrollen begonnen hast, wird die Erweiterung angehalten, damit du deine Position beibehältst. Wir testen und optimieren diese Funktionen ständig und werden sie daher auf Grundlage des Nutzer-Feedbacks weiter verfeinern.“

Was Googles KI-Kurs für Medien und Nutzer bedeutet

Es wird zweifellos Nutzer geben, die Googles neuen KI-Auftritt mögen – und das nicht einmal zu Unrecht. Denn eine kompakte Antwort kann bei einfachen Fragen durchaus praktisch sein, was viele zumindest als hilfreich empfinden werden. Andere, wie auch ich, werden sich aber vermutlich genervt oder gar bevormundet fühlen.

Denn: Wer selbst recherchieren möchte, erhält eben nicht mehr die gewünschten klassischen Suchergebnisse, sondern eine Vorauswahl dessen, was die KI für relevant hält. Problematisch wird zudem sein, dass eine prominentere Darstellung von KI-Inhalten auch automatisch falsche, irreführende oder erfundene Informationen prominenter anzeigen wird.

Denn: KI halluziniert regelmäßig. Google macht seinen KI-Modus derweil nicht nur zu einem Türsteher des Internets, sondern zunehmend auch zu einem Redakteur. Und genau deshalb dürften viele Medien irgendwann auf die Barrikaden gehen. Wenn Google nämlich journalistische Inhalte nutzt, um seine eigene KI zu füttern und zu mehr oder minder guten Antworten zu verwursten, während gleichzeitig wertvolle Klicks auf die ursprünglichen Urheber ausbleiben, braucht es neue Spielregeln.

Lizenzvereinbarungen und Vergütungsmodelle, wie sie für andere Google-Dienste bereits existieren, wirken dann weniger wie ein Nice-to-have als wie eine überfällige Konsequenz.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).
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