Skype: Albtraum für T-Mobile, Chance für Vodafone

Mitten in den Muttertagswirbel platzte gestern die Meldung, dass die beiden größten Mobilfunker Deutschlands, T-Mobile und Vodafone, stinkig auf Nokia seien. Der Grund: die Finnen hatten schon vor einiger Zeit angekündigt, einige Smartphones serienmäßig mit einer vorinstallierten Version von Skype ausstatten zu wollen. Laut “Welt” geriet T-Mobile wieder einmal in wilde Raserei: “Wir lassen uns das Geschäft nicht kaputt machen”, soll ein Sprecher der Bonner gepoltert haben. Auf der anderen Seite begründet T-Mobile die Ablehnung mit dem Argument, dass das Netz einem VoIP-Ansturm nicht standhalten könne. Ist es nun Furcht vor Einbußen oder die vor Traffic?
Es hieß zunächst, dass auch Vodafone von den Skype-Handys alles andere als begeistert sei. Laut der “Berliner Morgenpost” sagte ein Manager: “Wir bieten diese Geräte unseren Kunden nicht an.” Wiederum laut “Welt” sieht Vodafone die Skype-Offensive eher lässig. Ich habe eben in Düsseldorf angerufen und gefragt, was denn nun eigentlich Sache sei und was Kunden künftig zu erwarten hätten: “Vertrauen Sie dem Sprecher – nicht einem Manager”, sagte ein gut gelaunter PR-Mann. “Wir haben nichts gegen Skype, im Gegenteil: wir arbeiten an entsprechenden Tarifen.” Das sind doch einmal gute Nachrichten, auch wenn ein Termin für die Skype-Pakete noch nicht genannt werden konnte.
Also, wo stehen wir? T-Mobile ist weiterhin sauer und zickt und keift: Nach der Reaktion auf die Skype-App für das iPhone war das ja nicht anders zu erwarten. Hat eigentlich jemand von euch schon etwas von der angekündigten Sperre an den HotSpots und im Mobilfunknetz mitbekommen? In den AGB steht ja weiterhin die Klausel: “Die Nutzung von VoIP und Instant Messaging ist nicht Gegenstand des Vertrages.” Die Begründung mit der dramatischen Netzüberlastung steht Skype zufolge jedenfalls weiterhin auf wackeligen Beinen. Hundertausendfach sei die App bereits genutzt worden, ohne, dass der telekommunikative Notstand ausgerufen werden musste. “Unfaire Praktik”, nennt Skype deshalb das Vorgehen des Ex-Monopolisten.
Da kann man Vodafone nur gratulieren. Statt mit deutscher Verbohrtheit bestimmte Dienste im Netz zu beschneiden (ich fand es ja so putzig, als der kleine VoIPer Sipgate es schaffte, dass T-Mobile die Sprüche “freier Internetzugang” und “unbegrenzten Datenflatrate” aus der Werbung entfernen musste), setzt der englische Mobilfunkbetreiber auf unternehmerische Kreativität und greift das Phänomen auf. Wahrscheinlich wird in beiden Netzen künftig gleich häufig Skype genutzt. Doch nur einer der beiden Anbieter wird davon tatsächlich profitieren.
(André Vatter)
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Doch wie kann man an Skype und VoIP mit verdienen? Ein MB VoIP Daten für 3 Euro? Datenflats mit VoIP “Erlaubnis” für 100% Aufschlag?
Wenn die Netze kein VoIP Datentraffik aushalten, dann steht es um T-Mobile und Vodafone aber echt schlecht – bei unserem Philippinenurlaub habe ich mehrfach Skype über UMTS (kein HSDPA) Netze genutzt und nie Probleme gehabt.
wenn ein mobiler anbieter voip erlaubt, werden die anderen nachziehen müssen. telefonieren über leitung ist am beginn des absterbens. mit datentransfer, egal ob dateien oder sprache lässt sich in zukunft durchaus geld verdienen. man muss halt den schritt machen statt am gestern verkrampft festzuhalten.
Sehr große Konzerne haben in der Zwischenzeit ihr gesamte Infrastruktur von T-Mobile auf Vodavone umgetellt, wie z.B. Siemens.
So ein Müll. Entweder ich verkauf ne Datenleitung, oder ich lass es. T-Mobile ist eh zweifelhaft. Für eine Datenoption, die man mit dem iPhone benutzen darf (wenn man keinen iPhone-Tarif – mit 30 Cent pro Minute Telefonieren über den Freieinheiten – hat), bezahlt man gleich das Dreifache.
T-Debil scheint nicht so recht mit der Entwicklung Schritt halten zu können.
@1: Na, du? Netten Urlaub gehabt? :) Zum Tarif: Vodafone schien selbst ein wenig vom Skype-Boom überrascht zu sein. Wenn wir hier wieder etwas davon hören, tippe ich darauf, dass es sich um irgendein Pauschalangebot handlet.
Zu den Bedenken von T-Mobile: Die gehen davon aus, dass ein Run auf Skype stattfinden könnte – und es damit millionenfach zu simultanen Zugriffen auf das Netz kommt. 1.) Das glaube ich nicht (Skype auch nicht) und 2.) Warum sprechen sie dann davon, dass ihnen das Geschäft kaputt gemacht wird?
Btw: Glaubt nicht den Nachrichten! Bin gerade ein wenig erschrocken darüber, wie viele News-Portale die “Welt”-Meldung ungeprüft übernommen haben. Vodafone hat nichts gegen Sykpe!
Aber kurzfristig kann ich die momentante Haltung der Unternehmen verstehen, in dem Fall natürlich die Haltung von T-Mobile. Irgendwie glaube ich dem Vodafone-PR-Menschen aber auch nicht, dass man momentan fröhlich darüber ist – ich würde jetzt schon wetten, dass die “entsprechenden Tarife” für den nächsten Aufschrei der Kunden sorgen werden.
Zur Erläuterung:
1. Traffic: Wie André Vatter schon schreibt: Es handelt sich wohl um eine Sorge vor millionenfachen, simultanen Zugriffen. Diese würden das Netz vermutlich tatsächlich in die Knie zwingen.
Übrigens halte ich das Szenario für nicht so unwahrscheinlich: Es geht ja nicht nur um günstige Auslandstelefonate. Sobald genügend Mobiles mit Skype verfügbar sind, dann werden immer mehr Kunden auch für die inländische Mobile-to-Mobile-Kommunikation auf Skype zurückgreifen, denn so liefert die Datenflat einen Ersatz für die bisher noch teuren Sprachflats, die alle Anbieter umfassen.
Bricht nach Einführung der Skype-Flats plötzlich die Qualität der Datenverbindungen ein, dann wird sich die Wut der Nutzer wieder gegen den Anbieter richten. So würde ich mir als Unternehmer zur Zeit lieber das Wohlwollen meiner Bestandskunden sichern, statt auf einen neuen Markt mit Skype zu schielen. Den Umbruch mache ich dann sauber, sobald die Zeit reif ist.
2. Geschäft: Häufig steht man auf dem Standpunkt: “Das ist doch eh alles schon teuer genug, die verdienen sich jetzt schon eine goldene Nase.”
Zunächst: Ich kann einfach nicht nachvollziehen, wenn ein Unternehmen in die “böse Ecke” gedrängt wird, sobald man den Eindruck gewinnt, dort sollen Gewinne maximiert werden. Sind mir die Preise zu hoch, dann wechsel ich zur günstigeren Konkurrenz, denn die Nachfrage bestimmt den Preis.
Aber zurück zur Sache: Bei der Rechnung, die zu dem Ergebnis kommt, dass ja eh alles schon zu teuer wäre, wird meist z.B. der Preis für den Traffic im Netz als Grundlage genommen, beispielsweise wie teuer eine SMS für den Anbieter ist, und was man dem Kunden berechnet. Oder eben, was dem Anbieter theoretisch für Kosten pro MByte bei Nutzung einer Datenverbindung entstehen. Vollkommen ausgeblendet wird hier aber immer, dass das Unternehmen nicht nur die Traffickosten zu tragen hat: Mitarbeiter, Verwaltung, Wartung des Systems, Erweiterung des Netzes, Support, … die Liste der nicht im Trafficpreis eingerechneten Ausgaben der Anbieter ist lang, Flatrates jeglicher Art wollen gut kalkuliert sein.
Die ersten Skypeflats werden somit wohl recht teuer sein – um eine Überlastung zu vermeiden und um “verlorene” Einnahmen entsprechend auszugleichen. Dabei zahlt dann der Gelegenheitsskyper für den Poweruser mit. Ernsthafte VoIP-Kommunikation im Mobilbereich wird wohl erst mit der nächsten (bevorstehenden) Netzgeneration lukrativ und sinnvoll werden. Immerhin geht das Netz selbst ja den Weg, die bisherige Struktur durch eine “IP-Struktur” vollständig zu ersetzen.
Jep das stimmt!
Ich habe hier in Australien die Skype App installiert und sie erlaubt mir nur dann darueber zu telefonieren, wenn ich ueber WIFI im Netz bin. Wie bitte wirkt sich das auf die Netze der Anbieter aus?????
Gibts Skype eigentlich für windows mobile ? schon, oder ?
@ André Vatter
Warum hast du kein Bild? =)
Es geht nicht um WiFi, sondern um die Verwendung von Skype innerhalb der Mobilfunknetze.
Ich denke auch, dass Skype die Zukunft ist!
Hiermit hat man die Möglichkeit sich online immer auf dem Laufenden zu halten.
@12: Da. :)
@André: Danke für deine Ausführung. Dennoch: Anstatt die Netzneutralität zu verletzen, sollten lieber die Bedürfnisse der Kundschaft aufgegriffen werden. Vor zwei Jahren dachten viele, dass Sprachdienste 2009, 2010 als kostenloses Nebenprodukt bei Datentarifen mit angeboten werden. Was haben wir heute?
Ich nehme T-Mobile das Argument der bedrohten Netzqualität nicht ab – nicht, wenn sinngemäß hinterher geschoben wird, dass man ja den Ast absägen würde, auf dem man sitzt. Die Frage ist, warum sitzt die Telekom noch da drauf?
Es geht nicht um die berechtigte Kritik an der billig-billig-Mentalität der Deutschen oder an den “Wieso? Ich hab doch immer n Handy für einen Euro beim Vertragsabschluss bekommen.”-Sprüchen. Es geht schlicht und ergreifend um Innovationshemmung.
Ich habe die oben angesprochene Sipgate-Sache vor knapp einem Jahr als Redakteur verfolgt, hab die Anwaltsschreiben gesehen und damit die Versuche der Telekom, sich blind dagegen zu wehren. Damals hatte Sipgate einen VoiP-Client für das iPhone vorgestellt, das natürlich nur auf JB-iPhones lief (die App Store-Anmeldung war bereits abgegeben). Da gab es das Argument, dass Sipgate die Nutzer größter Gefahr aussetze, weil die doch das Wort “Beta” nicht verstehen würden. Dann gab es das Argument, dass Nutzer durch das Sipgate-Programm dazu angehalten würden, ihr iPhone zu knacken. Und seitdem Skype in den App-Store geprescht ist, gibt es plötzlich das Argument der bedrohten Netzqualität. Skype wird nicht explosionsartig einen Massenhype auslösen, erstens haben nicht alle Nutzer ein Smartphone, zweitens wissen viele Smartphone-Besitzer nicht einmal, was ein oder eine “Skype” sein soll.
Anstatt zu verstehen, dass es hier um einen Trend geht, anstatt bei Sipgate/Skype anzurufen, Kooperationen zu vereinbaren, wird in Bonn stur am Konzept festgehalten. Das nervt. Was ist, wenn IPTV auf dem Handy boomt? Auch verbieten? Videotelefonie? Anbieter von mobilem Radioempfang?
Skype sagt: “Das ist wirklich sehr bedauerlich, besonders weil viele Anbieter auf der ganzen Welt zeigen, dass sie den Wünsche ihrer Kunden ernst nehmen. Diese wollen innovative Internetanwendungen wie Skype verwenden und bezahlen dann auch gerne für den Internetzugang an den Zugangsanbieter. Da eine technische Begründung fehlt stellt die Sperrung letztendlich einen Akt der Willkür durch ein Privatunternehmen dar. Und das einfach nur “weil wir’s können”, weil T-Mobile den Internetzugang für ihre Mobilkunden kontrolliert. Meiner Meinung nach eine sehr bedenkliche Entwicklung.”
Und dem kann ich mich nur anschließen. :)
In Bonn wird man sich aber auch bewegen – entweder auf der Stelle – oder man wird einen eigenen VoIP Client basteln, komplett überteuerte Tarife einführen und Skype und Sipdienste unter absurden Vorwänden verbieten.
Wollte T-Mobile nicht auf Instant Messenger verbieten und selbst einen anbieten und dort pro Message Geld kassieren? Tolle Geschäftsidee …
[...] http://www.basicthinking.de/bl.....-vodafone/ Bislang noch keine Tweets zum Beitrag. (Sei der Erste der ihn tweetet) Ähnliche Beiträge:Kostenlose Musik-Flatrate von Nokia – Alles Larifari! | Basic Thinking BlogTag 1 – mit dem Nokia E71Verbindungsfehler – Wenn das Handynetz unten ist…Ein ♥ für Blogs Share and Enjoy: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können. [...]
http://www.fring.com
damit geht Skype, SIP, ICQ und viele andere Sachen.
Das Problem wird nur, wie André schon genau beschrieben hat, die Masse an gleichzeitigen Zugriffen.
Die Anbieter argumentieren aber mit einer Netzueberlastung. Wie geht das??
ich nutze zuhause skype und unterwegs bin ich mit vodafone voll zufrieden, openend, reiseversprechen und ab der 2. sms ins voda- netz frei simsen. seien wir mal ehrlich, wer schleppt schon sein lappi überall mit hin um übers netz zu telefonieren. wenn ich eine stunde mit jemanden telefonuckel, für 29ct/std dann reicht mir das völlig und ich brauch keine datenflat oder einen w-lan point welcher auch wieder gebühren kostet. ich meine das die mobilfunkanbieter immernoch genug umsatz machen würden, trotz skype oä
Wie es aussieht, hat das Meckern geholfen: http://www.ftd.de/technik/it_t.....12298.html
Beide Anbieter planen wohl nun Sondertarife…
Hättest dich doch zumindest mal auf meinen Kommentar beziehen können. =)
http://twitter.com/avatter < < wenn du nicht guckst, nicht mein Problem. :)