Simyo vs. Vodafone: Düsseldorfer PR-Schlacht mit Augenzwinkern

André Vatter


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Es erinnert alles ein wenig an den Pimmel-Skandal Kai Diekmanns und der Taz. Oder an die Batman-Nummer der Piraten-Partei im vergangenen Jahr. Dennoch halte ich die Aktion für gelungen, niemand hat sich weh getan, niemand kratzte den anderen, es flossen keine Tränen.

Alles begann damit, dass simyo seinen Nachbar Vodafone ein wenig reizen wollte. simyo hat seinen Sitz am Düsseldorfer Rheinufer, schön gelegen, im idyllischen Regierungsviertel, fast unter dem Fernsehturm. In der Nacht des 22. Januar rückte ein Team des Billig-Mobilfunkers, bewaffnet mit einem ziemlich fetten Beamer, in die Nähe des Vodafone-Hochhauses vor. Dann schmissen sie die Lichtwurfmaschine an: Unter einer großen simyo-SIM-Karte prangte die Werbebotschaft „Tue Gutes in Dein Handy“. Hier das Video dazu:

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Damit der Gruß auch wirklich beim Wettbewerber ankam, wurde die Aktion auch gleich noch im simyo-Blog vermerkt: mit den besten Neujahrswünschen an Vodafone.

Gestern kam dann die Antwort (Fax). Vodafone lässt per Brief mitteilen, dass man die Wünsche gerne erwidere, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass simyo es versäumt habe, eine Genehmigung für die Werbefläche einzuholen: „Dies soll in diesem Fall aber kein Problem sein: für diese einmalige Nutzung erteilen wir Ihnen diese Genehmigung sehr gerne nachträglich.“ Ein kleines Danke für diese Gefälligkeit sollte aber doch noch drin sein, so Vodafone, und bittet simyo, dem Straßenkinderprojekt Off Road Kids eine Spende zukommen zu lassen – immerhin habe man durch die kostenlose Werbeaktion eine Menge Geld gespart. „Wir freuen uns auf einen spannenden und gesunden Wettbewerb zwischen den Marken o.tel.o und simyo!“

Und simyo? Hat den Ball zurückgespielt: simyo-Chef Rolf Hansen hat 2.500 Euro an den Verein gespendet, heißt es im wiederum im Vodafone-Blog, wo die Antwort vorhin veröffentlicht wurde. Der öffentliche Schlagabtausch sei in seinen Augen ein „Paradebeispiel für gelungene Konzernkommunikation“, dies könnten und sollten sich alle Marktteilnehmer zum Vorbild nehmen.

Dem ist nichts hinzuzufügen. Es ist schon eine putzige Angelegenheit, wenn man als Kunde (oder potentieller Kunde) das Schauspiel eines nicht ganz erst gemeinten Kräftemessens von außen verfolgen darf. Man stelle sich derlei Aktionen in der Automobilbranche vor. Oder bei Banken. Da würden mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit in Windeseile die Unternehmensjustitiare aus dem Schrank geholt.

Via: @hluecke

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(André Vatter)

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.