Google und der große Bruder: NSA-Schnüffler als Security-Ratgeber an Bord geholt
Na, ob diese Meldung die User von Google nachts besser schlafen lässt? Ich wage es zu bezweifeln. – Wie die “Washington Post” heute berichtet, ist der Suchmaschinenbetreiber eine Kooperation mit der National Security Agency (NSA) eingegangen. Für die, die es vielleicht nicht wissen: das ist der größte und finanzstärkste Sicherheitsbehörde der USA. Ziel der gemeinsamen Bemühungen soll es sein, mit vereinten Kräften gegen Cyberkriminelle vorzugehen. Zunächst soll die China-Attacke von den NSA-Spezialisten näher untersucht werden, anschließend sieht der Plan vor, Google – und natürlich dessen User – besser vor weiteren Attacken zu schützen.
Klingt doch gut, oder? Wenn da nicht dieses mulmige Gefühl in der Magengegend wäre, das Gefühl, dass hinter den Kulissen womöglich noch ein anderer Deal geschlossen wurde. Das hat mit Paranoia oder Verschwörungstheorien nichts zu tun, aber wenn beide Partner Stillschweigen über die gemeinsamen Pläne vereinbaren, dann lässt das natürlich Spielraum für Spekulationen.
Ein paar informationen sind aber doch durchgesickert. Der anonymen Quelle der “Post” zufolge sollen demnach beide Parteien Daten untereinander austauschen können, ohne dabei allerdings gegen Googles Geschäftsbedingungen oder die durch amerikanisches Recht geschützte Privatsphäre von Online-Communities zu verstoßen. Ist klar. Als ob dies jemals irgendwer erfahren würde. Und als ob Google die Interessen seiner User hinter die eigenen, finanziellen stellen würde. Wenn die NSA sagt, wir brauchen diese und jene Informationen, damit wir Google bestmöglich gegen böse Eindringlinge von außen schützen können, aber wir verstoßen damit vielleicht gegen geltendes Recht…das würde aber unter uns bleiben… – dann sagt Google bestimmt “Nein”. Und wenn die NSA sagt, ihr könnt unsere Technologie und unsere Experten haben, aber dafür würden wir gerne die Aktivitäten einiger “suspekter” Personen beobachten, brauchen dazu aber Zugang zu deren Mail-Accounts oder Suchanfragen… dann wird Google sicherlich auch dankend ablehnen. Klarer Fall.
Und nehmen wir mal für einen kurzen Moment an, Google würde tatsächlich jedes unmoralische Angebot von Seiten der NSA ablehnen – wer garantiert dafür, dass sich die NSA dann nicht einfach trotzdem bedient, sich über Absprachen und Gesetze hinwegsetzt und mit privaten User-Daten gefüllten Wäschekörben aus dem Laden rausspaziert. Die Jungs sind doch Spezialisten in dem, was sie tun – sonst hätte sich Google nicht mit ihnen verbündet. Da besteht schon die Möglichkeit, dass sie auch mögliche Google- oder andere Aufpasser an der Nase herumführen. Oder ist das alles so abwegig?
Mit würden noch andere Szenarien einfallen, wie die NSA Google – mit oder ohne deren Zustimmung ansaugen – und für ihre Zwecke missbrauchen könnte. Aber das bisher Gesagte sollte genügen, um meinen Standpunkt klarzumachen. Sollte oder darf ein privates Unternehmen, das auf einen so enormen Satz an Userdaten Zugriff hat, mit einer öffentlichen Behörde wie der NSA zusammenarbeiten? Und: Muss ich mich als Internet-User langfristig auf ein Szenario einstellen, in dem ich nur dann geschützt werden kann, wenn ich mich vollständig entblöße, oder anders ausgedrückt: Ist Sicherheit irgendwann nur noch dann zu gewährleisten, wenn niemand mehr etwas zu verbergen hat?
(Marek Hoffmann)
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don`t be evil ist schon lange kein Motto mehr von Google.
mal ganz ehrlich – denk ihr, dass sich durch diese kooperation wirklcih etwas ändert?
- die NSA hat mehr als genügen Spezialisten, Budget und Macht um ihre eigenen Leute in großen Firmen wie Google, Microsoft, etc. zu platzieren…
- http://de.wikipedia.org/wiki/Echelon … hierbei sei zu sagen, dass es für NSA mit Sicherheit seit den 90er Jahren möglich ist GSM zu entschlüsseln …
- http://de.wikipedia.org/wiki/N.....ntroversen Siehe Telefonüberwachung
[...] welches nicht bricht. Die Gläsernheit des gläsernen Mensch. Jetzt arbeiten google und National Security Agency (NSA) der Vereinigten Staaten zusammen. Welch ein [...]
Würde Apple mit der NSA zusammenarbeiten, würden alle schreien: “Hey! Apple forscht an einer iWünschelrute mit der man alles finden und durch Wände schauen kann!” Oder irgendson Quatsch.
Ist doch schon mal was dass sie die Zusammenarbeit mit der NSA nicht verheimlichen, obwohl das natürlich schon sehr suspekt ist.
Als ob die sich nicht ihre eigenen Spezialisten stricken könnten :?
Genau das ist es, was wir langsam erst akzeptieren und irgendwann dann auch glauben sollen.
Kurze Frage am Rande: Was ist denn eure wahre Quelle? Dass ihr täglich Washington Post lest, kaufe ich euch irgendwie nicht so ganz ab… vllt. ein Tweet? Oder Google Alerts (wäre ironisch)? Falls doch WP: Hut ab. :)
Meine Quelle war… die NSA. ;-) Und Danke für das Kompliment – sollte doch eins sein, oder? ;-)
Das wird nicht der einzige Raum sein in dem die NSA Internet Traffic abgreift.
http://www.youtube.com/watch?v=3U8eWEuQQKY
http://www.youtube.com/watch?v=GspsG3Jd5co
- Wie hast du davon erfahren/wo hast du als erstes davon erfahren?
Gerade was “NSA” anbelangt, glaube ich kaum, dass du da täglich mal vorbeischaust, ob die gerade was interessantes für BT haben ;)
@JUICEDaniel: Stichwort: Google-Reader und Twitter. Habe dadurch alle groesseren deutsch- und englischsprachigen Tageszeitungen auf dem Radar, ohne sie aber vom ersten bis zum letzten Artikel eindringlich zu lesen. Insofern wuerde ich sagen, ich lese die WP jeden Tag, ohne sie aber zu studieren. Bleibt damit dein Hut ab? ;-)
[...] hinter meinen Daten her sind. Aber sowohl die Verquickung der De-Mail mit dem BSI als auch die von Google und der NSA zeigen mir einen Trend auf, der mir Kopfzerbrechen bereitet. Und wie geht es euch damit. Jemand [...]
[...] umfassenden Datensammlung über seine Nutzer als “Datenkrake” tituliert wurde – dystopische Visionen waren die Folge, vor Allem weil die Kooperation größtenteils unter vorgehaltener Hand stattfinden [...]
[...] Daten könnten dann dazu genutzt werden, um solche Angriffe aufzuklären - wie etwa bei Google -, oder um Künftige zu [...]
[...] ausgehen, dass Google noch viele weitere krumme Dinger dreht, von denen wir gar nichts wissen oder nur mutmaßen können. Denn wer einmal [...]