Apple vs. Adobe – Nächster Stopp: Gerichtssaal

André Vatter

Dass zwischen Apple und Flash-Entwickler Adobe schon längere Zeit die Fetzen fliegen, dürfte mittlerweile jeder mitbekommen haben. Apple hat von Anfang an Adobe Flash den Einzug auf das iPhone und den iPod Touch verboten – es war selbsterklärend, dass das proprietäre Plugin auch nicht den Sprung auf das iPad schaffen würde.

Adobe bleibt nichts anderes übrig als zuzusehen, wie Steve Jobs mit eiserner Hand dass Internet in zwei Hälften teilt: Wer auf Apples Seite ist, verabschiedet sich ein für alle mal von Flash und setzt fortan auf HTML5, CSS3 und JavaScript. Alle anderen können im Internet der Neunziger Jahre verhaftet bleiben. Um seine Forderung zu unterstreichen, hat der Apple-Chef eine plakative Lob-Übersicht veröffentlicht, in der die ‚Guten‘ Erwähnung finden. Auch Entwickler, die sich vorstellen können, als Überläufer einen Neubeginn zu wagen, werden mit einem warmen Händedruck empfangen.

Sicherlich gibt die Entwicklung dem Plugin-Platzhirschen Adobe ein wenig zu knabbern – doch seien wir ehrlich: Auch viele andere Smartphones können heute mit Flash nichts anfangen und die wenigen, die es können, unterstützen nur die abgespeckte Lite-Version. Doch das ist es auch nicht wirklich, was Adobe auf die Palme bringt.

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Was Adobe derzeit wirklich wütend macht, sind die veränderten Entwicklungsrichtlinen für das SDK, in denen Apple kurzerhand angeordnet hat, dass sämtliche Apps, die für das iPhone oder den iPad geschrieben werden, direkt in C, C++ oder Objective-C zu erstellen seien. Und zwar originär. Mit dieser kleinen Änderung wischte Apple nicht nur Flash, sondern auch Silverlight, C# und .NET mit einer Handbewegung von der Karte. Die letztgenannten Umgebungen werden gerne von Programmierern für den Aufbau von iAnwendungen genutzt, einmal erstelle Software wird dann in eine iPhone-App (in Objective C) konvertiert. Das ist nun laut neuer App Store-Politik nicht mehr möglich. Die aufgebrachte Entwicklergemeinde klopfte daraufhin empört bei Steve Jobs an, doch der gab nur nüchtern zu Protokoll: „Störende Zwischenstufen zwischen Plattform und Programmierern erzeugen minderwertige Apps und verhindern den Fortschritt der Plattform.“ Bumms. Aus. Ende. Lee Brimelow, ein Software-Evangelist bei Adobe, hat bereits auf den Rauswurf reagiert und zwar mit einem ebenso simplen: „F*ck dich selbst, Apple.“

Das Unternehmen Adobe, das gerade seine Creative Suite 5 (in der Flash CS5 enthalten ist) extra für diesen Zweck auf den Markt gebracht hat, sieht nun rot. Wie ITWorld erfahren haben will, zieht der wohl größte Apple-Kritiker im Hintergrund seine Anwälte zusammen, um ein Gerichtsverfahren gegen Cupertino anzustrengen. Wie verlässlich die Quelle der ITWorld wirklich ist, lässt sich schlecht abschätzen, doch ihre Aussage lässt niemand mehr verwundert zurück. Vorne herum gibt sich Adobe jedenfalls noch höflich: „Uns sind die neuen Regeln des SDK bekannt und wir beschäftigen uns derzeit damit“, sagte eine Sprecherin. „Wir werden weiterhin an unserer Technologie für das iPhone-OS arbeiten, die wir in Flash CS5 veröffentlichen werden.“

(André Vatter / Foto: theedinburghblog)

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.