"Leaken" ist Anglizismus des Jahres in Deutschland

Jürgen Vielmeier

Ehre für Wikileaks und Julian Assange: Person des Jahres im „Time“-Magazin wurde er zwar nicht, dafür wurde Wikileaks heute für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Der Osloer Parlamentsabgeordnete Snorre Valen hat Wikileaks offiziell beim Nobel-Institut vorgeschlagen. Und was fast noch schöner ist: Eine Initiative um Anatol Stefanowitsch wählte „Leaken“ zum Anglizismus des Jahres. Der Sprachforscher hatte Ende Dezember auf dem Netzwerk WissenLogs zu der Abstimmung aufgerufen. „Leaken“ erreichte Platz 1 sowohl in der Wahl der Jury als auch in der Publikumsabstimmung, dicht gefolgt von „App“ (in der Publikumsabstimmung) und „entfreunden“ (Jury). In beiden Abstimmungen folgt auf Platz 3 ein weiteres Wort aus dem Jargon der Enthüllungsplattform Wikileaks: „Whistleblower“.

Stefanowitsch begründet die Abstimmung der Jury zu Gunsten von „Leaken“ wie folgt:

Die Jury hat an diesem Wort nicht nur seine Aktualität überzeugt, sondern auch die Tatsache, dass es sich um eine wirkliche Bereicherung des deutschen Wortschatzes handelt und dass es sich bestens in das Lautsystem, die Morphologie und die Grammatik des Deutschen einfügt.

Internetsprache ist auch Jugendsprache

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Schön anzusehen sind auch die anderen Kandidaten der Abstimmung, wo sich viel Jugendsprache reingemischt hat. Ich persönlich hätte „Liken“ weiter vorne gesehen, aber der Begriff aus der Facebook-Sprache erreicht in der Publikumsabstimmung nur Platz 5, nahezu punktgleich mit dem artverwandten Begriff „entfreunden“. Erst dahinter platzieren sich „Cloud“, „Shitstorm“ und „Scripted Reality“. Es folgen Begriffe wie „durchfaven“ und „ausrollen“. Die Ergebnisse der Abstimmung wurden sogar vom britischen „Guardian“ freudig erwähnt.

Bei vielen der Begriffen sucht man eine deutsche Entsprechung vergebens. „Leaken“ ist etwa eine Mischung aus „durchsickern“ und „veröffentlichen“. Das aktive „liken“ lässt sich nicht eins zu eins mit den passiven „gefallen“ oder „mögen“ übersetzen. „Magst du mal das Bild?“ etwa passt nicht. Die Abstimmung zeigt, dass sich durchaus kreative Wortschöpfung ins Deutsche übertragen lassen. Eine Eindeutschung der Begriffe ist allemal geistreicher als das bloße Verwenden englischer Begriffe wie „Computer“, für die es eine deutsche Entsprechung gibt.

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(Jürgen Vielmeier, Grafiken: Anatol Stefanowitsch)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.