CueThat: Ein Hauch vom nächsten Web

Jürgen Vielmeier

Die fortschrittlichsten Ideen sind oft die einfachsten, zumindest die, die einem viel Arbeit abnehmen. Vor kurzem habe ich die – natürlich – leicht provokante These aufgestellt, dass Web 3.0 längst hier sei. Darunter verstehe ich unter anderem die Vereinfachung der Dienste, die das Web 2.0 mit sich gebracht hat. Zum Beispiel vereinfacht das Follower-Prinzip die etwas schwer bedienbare Technik RSS.

Das Browser-Plugin CueThat ist ein solcher Dienst, der bestehende Techniken nutzt, um sie zu vereinfachen. Das Prinzip ist simpel: Markiert man mit der Maus einen Filmtitel, den man auf einer beliebigen Website findet, und speichert ihn über das Kontextmenü, legt CueTip ihn in die Warteschlange für Netflix ab. Ist die Warteschlange frei, wird der Film direkt heruntergeladen; Doppelmarkierungen desselben Films filtert die App heraus. Dazu muss man natürlich einen Account für das Streaming-Portal Netflix haben, den es bislang nur in den USA gibt. Deswegen nutzt euch CueThat bislang nichts. Sorry fürs Heißmachen. Zeigen wollen wir euch damit nur, wie einfach das Leben sein kann.

Einen Haufen Arbeitsschritte gespart

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Da Netflix den Nutzer für einen Monatspreis von 7,99 US-Dollar unbegrenzt viele Filme und Serien streamen lässt, ist das einfache Angebot überhaupt erst möglich. CueThat nutzt die Vorteile beider Dienste. Wie ist man bislang vorgegangen? Man hat auf einer Website den Titel eines Films gelesen und bei Google, Amazon, iTunes oder Maxdome nachgeschaut, ob der Film schon auf DVD oder als Download erschienen ist. Als nächstes hat man die Preise verglichen. Und dann hat man überlegt, ob man sich das leisten will oder ob man erstmal in der Videothek um die Ecke gucken sollte, ob man den Film dort nicht billiger haben kann. All zu oft aber hat man den Film einfach wieder vergessen, weil man kein vernünftiges Tool hatte, um den Titel zu speichern. CueThat und Netflix zeigen auf, wie sich das ganze vereinfachen ließe und wie es in ein paar Jahren bei uns aussehen wird.

Derartige Plugins wären bei uns immerhin schon mit Musikabo-Diensten möglich, sprich: Sony, Simfy und vielleicht irgendwann Spotify. Bei Filmen und Serien dauert es erfahrungsgemäß leider etwas länger. Selbst für US-Nutzer bietet CueThat einen Vorteil. Was im Hintergrund passiert, nachdem man einen Titel markiert hat, sind eine ganze Menge Arbeitsschritte, die einem das Tool damit spart: das Aufrufen der Netflix-Software, das Einfügen des kopierten Titels im Suchfenster, das Heraussuchen des Films aus den Suchergebnissen, das Aufrufen und Laden des richtigen Films.

Die Schritte mögen euch trivial erscheinen, die Zeit- und Arbeitsersparnis vielleicht sogar nicht notwendig. Aber dieser Komfortgewinn ist doch das, was wir uns vom Web irgendeiner Generation erhoffen. Das ist der Grund, warum sich das Follower-Prinzip, das „Abonnieren“ von Menschen mit einem Klick, von Twitter hin zu Tumblr und Quora fortentwickelt hat. Das ist der Grund, warum Videos nicht mehr verbloggt, sondern vertwittert werden. Es ist derselbe Grund, warum sich Facebook-Nachrichten und Instant Messenging gegen die E-Mail durchsetzen: weil es einfacher geht. CueThat zeigt mit einer einfachen Funktion, was noch an Komfort möglich ist.

(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.