Bewerben in Deutschland per Internet

Robert Basic

interessante Untersuchung, die ein Studententeam im Rahmen eines Personalmanagements-Seminars erstellt hat (Prof. Dr. Armin Trost / Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt / Fachbereich Betriebswirtschaft / www.armintrost.de unterstützt durch Promerit AG / Talent Management Consulting / www.promerit.com).

Der Bericht heisst: Bewerben in Deutschland, Erfahrungen mit den größten und attraktivsten Arbeitgebern (.pdf)

Man hat zwei fiktive Bewerberprofile erstellt und entweder per Formular oder per Mail an die Unternehmen versendet. Wo keine Möglichkeit zur Initiativbewerbung gegeben war, haben sich die fiktiven Bewerber auf konkrete Stellen beworben.

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Was kam heraus?

– Bewerben über Online-Formulare nimmt durchschnittlich eine halbe Stunde in Anspruch
– Während bei der Absage in den meisten Fällen persönliche Ansprechpartner genannt werden, lassen Eingangsbestätigungen dies vermissen. Nachdem ein Bewerber also sehr viel persönliches über sich Preis gegeben hat, reagiert ein Unternehmen tendenziell zunächst anonym
– Kein einziges Mal wurde ein Bewerber gezielt nach weiteren Informationen gefragt. Es bleibt unklar, ob Unternehmen desinteressiert sind oder ob in der Tat Unternehmen über ausreichen Informationen verfügen
– Absagen erfolgen in den meisten Fällen ohne Darlegung der Ablehnungsgründe sondern lediglich mit dem standardisierten…
– Nur in 11% der Fälle wurde eine Aufnahme in einen Talent Pool angeboten. Dies verwundert insbesondere in Anbetracht der augenscheinlich hohen Qualität der angebotenen Profile und deren breiten Einsatzmöglichkeit.
– Bewerbungen per Mail führen schneller zu einem Abschluss des Bewerbungsprozesses als Bewerbungen per Online- Formular. Dies scheint vor allem daran zu liegen, dass Mail Bewerbungen eher abgesagt werden

Fazit:

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Welches Bild ergibt sich insgesamt aus diesen Erfahrungen? Die Antwort darauf erscheint eher ernüchternd. Während Bewerber hoffnungsvoll eine Vielzahl von Informationen über sich anbieten reagieren Unternehmen eher administrativ, anonym und in weiten Teilen desinteressiert. In nur sehr wenigen Fällen lieferten die Reaktionen der Unternehmen einen ernstzunehmenden Anlass für eine persönliche Interaktion zwischen Bewerber und Unternehmen. Der Eindruck drängt sich auf, dass sich viele Unternehmen hinter ihren Karriereportalen und den sich dahinter verbergenden Verwaltungsprozessen verstecken bzw. mit der Verarbeitung von Bewerbungen so sehr beschäftigt sind, dass sie keine Zeit mehr finden, persönlich auf Bewerber zu reagieren.

via Moderne-Unternehmenskommunikation.de

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Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.