Glasfaser oder Satelliten-Internet Vergleich was ist besser

Was ist besser: Glasfaser oder Satelliten-Internet?

Beatrice Bode
Bild: Mit ChatGPT generiert (KI).

Seit 2021 ist Satelliten-Internet via Starlink auch in Deutschland verfügbar und macht lokalen Internetanbietern seitdem Konkurrenz. Doch ist die Verbindung aus dem All tatsächlich eine Alternative zur Glasfaser? Eine aktuelle Studie liefert einen Vergleich. 

Schnelles und stabiles Internet ist für die meisten Menschen heutzutage eine Grundvoraussetzung, sei es für Homeoffice, Streaming oder digitale Vernetzung. Zwei Technologien geben dabei den Ton an: Glasfaser gilt als Goldstandard für ultraschnelle Datenübertrag während Satelliten-Internet vor allem entlegene Gebiete der Erde erreichen soll. Doch welche Lösung ist die bessere?

Studie: Glasfaser und Satelliten-Internet im Vergleich

Um auf diese Frage eine Antwort zu liefern, hat eine vom Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) in Auftrag gegebene Studie der Technischen Hochschule Mittelhessen die Leistungsfähigkeit des Satellitennetzwerks Starlink untersucht.

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Die Ergebnisse zeigen, dass sich derzeit in Deutschland mit einer Gesamtkapazität von 377 Terabit pro Sekunde rund 200.000 Kunden mit 100 Megabit pro Sekunde oder etwa 20.000 Kunden mit einem Gigabit pro Sekunde im Download versorgen lassen.

Möglich machen das derzeit rund 6.751 aktive Satelliten im Orbit. Langfristig plant Starlink, sein Netz deutlich auszubauen: Im Endausbau sollen bis zu 42.000 Satelliten betrieben werden.

Unter dieser Annahme könnten rund 13 Millionen Kunden mit 100 Megabit pro Sekunde oder 1,3 Millionen Kunden mit einem Gigabit pro Sekunde im Download versorgt werden. Bisher hat die zuständige US-Behörde allerdings nur Anträge für etwa 12.000 Satelliten genehmigt. Ob und wann die Zahl weiter steigt, ist offen.

Internet-Vergleich: Die Nachteile von Starlink

Ein Nachteil des Systems ist der hohe Energieverbrauch. Allein die Empfangsantenne benötigt zwischen 50 und 100 Watt. Zum Vergleich: Bei einem Glasfaseranschluss verbraucht das entsprechende Modem (ONT) lediglich 2,3 bis drei Watt. Selbst unter Nutzung von zusätzlichen Funktionen wie beispielsweise WLAN liegt die Leistungsaufnahme im Schnitt nur bei neun bis zehn Watt.

Auch die Latenz des Starlink-Internetzugangs ist stärker: Sie liegt bei den Satelliten zwischen 40 und 50 Millisekunden. Bei Glasfaser sind es lediglich zwischen zwei und zehn Millisekunden.

Hinzu kommt, dass der Installationsaufwand für eine Starlink-Antenne relativ hoch ist. Gerade in Deutschland, wo viele Menschen in Mehrfamilienhäusern leben, ist dafür oft die Zustimmung des Eigentümers erforderlich. Hindernisse wie Bäume oder schlechtes Wetter können die Verbindung außerdem spürbar beeinträchtigen.

Bei den Kosten hingegen zeigt sich Starlink konkurrenzfähig: Mit 29 bis 50 Euro im Monat bewegen sich die Preise für Privathaushalte in einer ähnlichen Größenordnung wie klassische Festnetzangebote.

Glasfaser größenteils besser als Satellit

Die Ergebnisse der Studie zeigen eindeutig: Internet per Satellit ist laut Studienautor Kristof Obermann aktuell keine echte Konkurrenz zu den bestehenden Festnetz- und Mobilfunktechnologien, insbesondere per Glasfaser und 5G.

In der Fläche führt kein Weg am Glasfaserausbau vorbei, da Satelliteninternet bei Datenrate, Zuverlässigkeit, Latenz, Verfügbarkeit und Stromverbrauch deutlich unterlegen ist.

Es gäbe allerdings Haushalte, die besonders schlecht versorgt seien und für die ein Glasfaseranschluss aufgrund der damit verbundenen enormen Kosten nicht infrage kommt, besonders auf dem Land.

„Hier kann das Internet aus dem Orbit angesichts der dramatischen Haushaltslage von Bund, Ländern und Kommunen eine sinnvolle Alternative sein, um digitale Teilhabe sicherzustellen“, so Obermann.

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Großes Potenzial hat Starlink durch die Direct-to-Cell-Technologie in der globalen Mobilfunkversorgung, auch wenn die erzielbaren Datenraten momentan relativ gering sind und dies vermutlich auch bleiben werden.

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Beatrice ist Multi-Media-Profi. Ihr Studium der Kommunikations - und Medienwissenschaften führte sie über Umwege zum Regionalsender Leipzig Fernsehen, wo sie als CvD, Moderatorin und VJ ihre TV-Karriere begann. Mittlerweile hat sie allerdings ihre Sachen gepackt und reist von Land zu Land. Von unterwegs schreibt sie als Autorin für BASIC thinking.