Focus Online über den Transparency-Fall

Robert Basic

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Focus Online berichtet anscheinend als erstes, bekannteres Pressorgan über Transparency, u.a. heisst es dort:

Transparency International reagierte. Mit Nervosität. Auf Anfrage von FOCUS Online lehnte Geschäftsführerin Dagmar Schröder noch am Montagnachmittag jede inhaltliche Stellungnahme ab: Da es sich um Personalangelegenheiten handele, sei sie zur Verschwiegenheit verpflichtet und könne noch nicht mal mitteilen, welche Aussagen im ersten Blog-Posting unwahre Behauptungen gewesen seien.

Die Verschwiegenheitspflicht hielt nur wenige Stunden. Noch am Montagabend veröffentlichte die Organisation eine Pressemitteilung, in der die angeblich so schützenswerten Personalangelegenheiten detailliert ausgebreitet wurden: Dass die einstige TI-Mitarbeiterin, deren Arbeitsverhältnis nach der Probezeit endete, bei 20 Wochenstunden eine Vergütung von 1000 Euro brutto monatlich erhielt, dazu detailliert ihre weitere Gehaltsforderung.

All diese Einzelheiten hätte TI nach Eigenverständnis gar nicht veröffentlichen dürfen „€“ auch Justiziar Marten hatte zuvor gegenüber FOCUS Online auf die verschiedenen Persönlichkeitsrechte verwiesen. Doch weder dazu noch mit seinen Äußerungen zum juristischen Vorgehen will sich der Ethikbeauftragte zitieren lassen: er werde keine Äußerungen zur Veröffentlichung freigebe, teilte Marten schriftlich mit, weil die Zitate „€žihren Bedeutungsinhalt aus dem Zusammenhang (erlangen), in den Sie sie stellen“€œ. Im Klartext: ohne Kenntnis des gesamten Berichts kein Zitat „€“ ein Vorgehen, mit dem kein Politiker davonkäme.

(gleicher Bericht auch auf Tomorrow zu finden)

via Lawblog

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hm… es scheint zutreffend zu sein, was einige Blogger bereits geäußert haben: Man kehrt lieber vor fremden Türen als vor der eigenen. Was mich etwas stutzig macht, ist die Aussage von Foucs, daß Transparency eine Pressemitteilung mit detailierten Informationen über die Gehaltsfragen verteilt hat. So weit so gut, aber heisst das etwa auch, daß die den Namen der bisher unbekannten Ex-Mitarbeiterin preisgegeben haben? Wenn ja, kann Transparency gleich einpacken, was ich mir aber nicht vorstellen kann, daß die diesen Schritt gegangen sind.

Updates
1. via Kommentar No. 5 beim Lawblog: Ich habe eben gerade mit der Pressestelle von T.I. telephoniert, weil ich auf deren Website die Pressemitteilung nicht finden konnte. Frau Schröder war leider nicht da und ein Mitarbeiter, der sich nicht zitieren lassen will, sagt, daß es in einer Telephonkonferenz heute morgen einen Vorstandsbeschluß gab, der die Rücknahme der Pressemitteilung zur Folge hatte. Man will jetzt die „€œKöpfe einstecken und das Gewitter über sich hinwegziehen lassen.“€?

2. Wie man auf anderen Blogs nachlesen kann, war die besagte Pressemeldung auf der TID Seite kurzzeitig online, man hat sie aber mittlerweile wieder heruntergenommen.

3. Wer hat den Worlaut der Pressemeldung?

4. Die gesuchte Pressmeldung ist beim Blog Rebellen ohne Markt nachzulesen. Große Überraschung: Ich sehe so gut wie Null Unterschied zwischen dem ersten und auch dem zweiten Posting von Moni – der betroffenen Bloggerin – und der Pressemeldung von TID. Weiterhin heisst es dort: Mit dem Schreiben unseres Justiziars wurde die Bloggerin aufgefordert, das Posting aufgrund der dort enthaltenen Falschdarstellungen zu entfernen, was inzwischen ja auch geschehen ist. [Und wieder rückgängig gemacht wurde, Anm. Don] In diesem Schreiben wurde bewusst auf eine sofortige strafbewehrte Unterlassungserklärung verzichtet und der Bloggerin zunächst die Gelegenheit gegeben, den Text zu entfernen. Daraus haben sich für die Bloggerin weder rechtliche noch finanzielle Konsequenzen ergeben. Transparency Deutschland hat die Diskussion auf den Blogs zu diesem Thema zur Kenntnis genommen. Wir vertreten die Ansicht, dass Weblogs nicht als Forum für die Weiterverbreitung von Falschdarstellungen missbraucht werden sollten.

Es ist so, was viele bereits hunderte Male gesagt haben: ein Dialog-orientierter Kommentar im betreffenden Blog oder Mailverkehr/Telefonat mit den betreffenden Personen und die Sache wäre gegessen gewesen, supereasy. Nein, so sollte es kraft Willens der Vereinsleitung nicht sein. TID sieht sich anscheinend nicht als Eindringling auf einem fremden Grundstück, der in der Rechten eine Keule hinter dem Rücken verbirgt und in der Linken einen Radiergummi vor sich hinhält: „Krankenhaus oder Ratschefummel?„. Und wegen dieser eigentlich unglaublich läppischen Meinungsdifferenz musste man die halbe Netzwelt gegen sich aufbringen? Hallo? Keule weg, Radiergummi weg, Kaffee aufsetzen, Blumenstrauß und miteinander über die Story reden, lachen, wie dumm man doch war eigentlich und gut ist. Dann kann TID weiterhin in Ruhe seiner nach wie von allen Seiten begrüßte Arbeit nachgehen.

5. Transparency bekommt einen zusätzlichen Ehrenzusatz im bisherigen Wikipedia-Artikel


siehe auch: Die Chronologie des Falles

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Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.