Sonstiges

Radio bleibt Radio?

ich hatte mich vor einigen Wochen mit Thomas Reiche, Pressesprecher bei Radio RPR1 unterhalten können. Er hatte mir freundlicherweise eine Mail mit PR-Infos zukommen lassen, die ich gerne hier ausbreiten möchte. Inhaltlich geht es um die Verdeutlichung dessen, dass ein Radio nicht immer nur old school Radio bleiben muss, sondern mit dem Internet zusammenwachsen kann. „Gerade im Hinblick auf die Zukunft des Mediums Radio (Distributionswege, Community-Bildung usw.) aber auch der Umgang mit neuen, crossmedialen Werbeformen könnten die Informationen“ sind spannend, um es mit den Worten von Thomas zu sagen. Was tut also RPR1, um die Kanalgrenzen zu überwinden? Nicht zuletzt, um seine Einnahmekanäle zu diversifizieren.

Der RPR1.INSIDER bietet sämtliche Anwendungen des Web2.0 unter einem bekannten Marken-Dach, fokussiert auf die regionale Community im Sendegebiet. Ob Networking, Meinungsaustausch, Video-/Foto-Upload, Podcasting, Blogging, Dating, Votings oder ein freier E-Mail-Account, alles läuft über eine Plattform und der Nutzer muss sich für seine Internetbedürfnisse nur einmal anmelden. Das Online-Community-Building ist ein wesentlicher Erfolgsgarant für die kanalübergreifende Marken-Inszenierung von RPR1., insbesondere in Puncto Stamm-Hörer/-Nutzer-Bindung und der Erschließung neuer Zielgruppen. Um den User/Hörer regelmäßig neue Impulse liefern zu können, bedarf es aber auch regelmäßigen Programmaktionen, Contests und Gewinnspielen.

Der Vorteil den ein Radiosender nun damit hat, liegt auf der Hand: Im Gegensatz zu reinen Webangeboten kann man über den Radiokanal Zuhörer zu den einzelnen Services lotsen, vica versa.

Aussage vom RPR1-Chefe:

„Die aktuellen Zahlen belegen, dass Radiosender ihre großen On-Air-Reichweiten erfolgreich ins Internet transformieren können und ich meine das ausdrücklich ohne Chat-Klicks oder die anderen üblichen PI-Tricks. Voraussetzung ist eine wettbewerbsfähige Entertainment- und Community-Plattform und eine konsequente Vernetzung der Kanäle On-Air und Online. Nur so kann man Hörer/User über den Tag interaktiv an eine Medienmarke binden“, so Geschäftsführer Christian Mager. „Zudem ist eine große Online-Reichweite unabdingbar für crossmediale Werbemöglichkeiten, die immer stärker nachgefragt werden. Was nützen die großen On-Air-Reichweiten, wenn es Online nur zu homöopathischen Traffic-Zahlen reicht, wie soll das werbetechnisch verbunden geschweige denn zusammen vermarktet werden? Wir verdreifachen in 2008 die crossmedialen Umsätze auf siebenstelligem Niveau gegenüber Vorjahr und sehen für 2009 weiter große Wachstumschancen“ so Mager weiter.

Zahlen? Er meint das: Laut IVW online 09/2008 belegt RPR1. deutschlandweit mit großem Abstand Platz Eins unter den Hörfunksendern* im Internet. 16.240.153** Pageimpressions erreichte der Radio-Marktführer in Rheinland-Pfalz (ma 2008 Radio II) aktuell und sichert sich damit die Marktführerschaft in Deutschland.
Na ja, schau ich mir FFH an, so schaut das bei denen noch besser aus, scheint mir also etwas dick aufgetragen zu sein (IVW-Messung)
RPR1
Bei der Messung lt. IVW scheint man übrigens den Anteil „user generated content“ herausgezogen zu haben:
RPR1

Anyway, imho exakt der Weg, den Radio gehen muss, das Netz mit den Vorteilen des Radios zu verbinden. Ich selbst würde mir übrigens wünschen, dass man alle Sendungen auch nachträglich in Ruhe anhören kann! Aber auch Radiosendungen permalinken könnten bis runter zu einzelnen Abschnitten!!!


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

4 Kommentare

  • „Ich selbst würde mir übrigens wünschen, dass man alle Sendungen auch nachträglich in Ruhe anhören kann! Aber auch Radiosendungen permalinken könnten bis runter zu einzelnen Abschnitten!!!“

    Ob’s alle sind weiss ich nicht, aber einen grossen Teil der Radiosendungen der BBC kann man (zumindest solange man im UK wohnt) im Internet nachhoeren, zumindest fuer eine Woche, einiges auch laenger.

    Wenn es Nachrichtensendungen sind (z.B. das Today Programme auf BBC Radio 4) kann man das sogar fuer bestimmte Abschnitte (Meldungen/Reportagen). Das laesst sich dann auch dementsprechend verlinken.

  • Seit ein paar Wochen höre ich gelegentlich Radio Bob im Auto: http://radiobob.de/

    Die Moderatoren nehmen Artikel und Kommentare aus dem http://blog.radiobob.de/ auf. Und der Webinspector schnappt sich Ereignisse im Netz und berichtet im Radio drüber.

    Ich finds manchmal ein bißchen zu locker und flach, aber die Communitybildung scheint zu funktionieren. Und fürs Auto reichts 🙂

  • Ich würde mir eher wünschen, dass ich mir mein Radioprogramm selbst zusammenstellen kann, quasi ein Mashup aus Musik und Podcasts: http://is.gd/aYIJ

    Das Geschwurbel über crossmediales Marketing verdreht dann auch eher die Tatsachen, nämlich, dass mittlerweile mehr Geld für Internetwerbung ausgegeben wird als für Radiowerbung. Die Radiosender MÜSSEN Onlinewerbung anbieten, um langfristig Radiowerbung absetzen zu KÖNNEN. Das ist in jedem Fall ein Auslaufmodell.

    Die Zukunft kommt – wie beim TV auch – ohne zentrale Sender aus. Dann entscheidet allein der Hörer über sein Programm, das ihm direkt von den Produzenten oder Vermarktern zur Verfügung gestellt wird.

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