Sonstiges

Domain-Grabbing: Dumm zuschauen?

eine typische Geschichte, die wohl jeder in einer gewissen Variante kennen wird:

Es kam nämlich wie es kommen musste. Die Alt-Eigentümerin der Domain lies Patrick in dem Glauben die Domain wäre „€œreserviert“€? (!?) doch in Wahrheit hatte sie schlicht und ergreifend ihren Vertrag gekündigt und nach dem Freiwerden der Domain wurde sie (vermutlich automatisiert) gegrabbt. Jetzt liegen die Rechte bei einem Briefkasten-admin in Köln und die Pseudo Web-Präsenz wird von einer Schatten-Ltd mit einer .kn-Domain gehostet. Was bitte soll die Domain in der Karibik? Merde! Mit anderen Worten: die Domain ist unwiderruflich (oder aber unbezahlbar) weg.

So schnell kann man gar nicht schauen, wie eine warum auch immer frei gewordene Domain einem vor der Nase weggeschnappt wird. Das lässt die Vermutung zu, dass die Domaingrabber die Weltmeere schon längst mit vollautomatisierten Fischfangfloten befahren und alles einfangen, was sich nur kurz aus der Höhle wagt. Ökonomisch gesehen dürfte dies ein superbes Geschäft sein. Soweit ich das beim Joi Ito (der selbst bei der ICANN war) gelesen hatte, macht sich die ICANN zwar darüber Gedanken, aber bis dato sind es nur Gedanken, mehr nicht, was aber an deren komplexer Orga liegt.


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

25 Kommentare

  • … nicht nur die halbwegs interessanten!

    Ein Freund hatte die maennerbacken.de (nicht fragen!!!)
    Nach der Kündigung war die sofort wieder weg…

    Muß sich also irgendwie lohnen…

  • Eben, das automatisierte Grabben ist doch ein uralter Hut. Ich hatte versucht die Domain meiner verstorbenen Mutter zu uebernhmen, da ist leider auch irgendwas bei schiefgegangen. Resultat: Kurz nachdem sie auslief (wenn nicht sogar sofort) wurde sie von einem Domaingrabber uebernommen. Ausser das da jetzt Werbung drauf laeuft weiss ich nicht was er damit will. So furchtbar viele Menschen mit dem Namen die Interesse an der Domain haben koennten duerfte es dann doch nicht geben.

  • Ja der Handel mit Domains ist ein prima Geschäft und selbst wenn man eine Domain nicht verkaufen kann ist es eigentlich kein Problem die Grundkosten durch Werbung zu refinanzieren.

    Außerdem werden die Domains langsam knapp, zumindest was .de und .com angeht, da wird dann halt abgegriffen was geht.

    Es gibt sogar Webhoster die Domains für ein paar Tage blockieren wenn man eine Abfrage startet ob die Domain noch frei ist.

  • Hi Robert,
    ja Domaingrabbing ist mittlerweile wirklich ein Feld das automatisch bearbeitet wird. Ich selber grabbe auch. Ich grabbe aber ziemlich gezielt, und hab meine eigene Technik entwickelt. Aber wenn jemand seine Domain zurückhaben möchte, so bin ich auch immer Gesprächsbereit. So ein Arsch bin ich dann doch nicht.

  • Habe aus Versehen Krone-Neuenburg.de gelöscht statt umgezogen. Nach nur 15 Minuten war es zu spät, und die Hotelwebsite auf den Bahamas.

    Das ganze ging glücklicherweise über Sedo im „hohen dreistelligen Bereich“ wieder rückgängig zu machen, aber das Lehrgeld musste ich bezahlen.

    Direkt an den Grabber wollte ich mich nicht wenden, war mir zu riskant -> Vertrauensdefizit. Da nahm ich die Gebür für den Mittler (der sicher von der „Branche“ gut verdient) eben in Kauf.

    PR war natürlich weg 🙁

  • Naja die Erfahrung hab ich über Jahre angesammelt aber ein paar kleine Tipps könnt ich sicher geben.

    @Stefan Waidele 15 Minuten ui das hat aber lange gedauert… Normalerweise grab ich eine Domain innerhalb von 90 Sekunden, nach Löschung

  • Ich überlege gerade einige .de/.com-Domains zu kündigen, die ich nicht mehr brauche.

    Ist das dann also doch keine so gute Idee?

  • Lars (#10),

    wenn Du Glueck hast kommt da nur stinknormale Google-Werbung oder aehnliches drauf, nichts weiter schlimmes. Das ist mir bei der Domain meiner Mutter passiert, weshalb ich es darauf habe beruhen lassen.

    wenn Du Pech hast kommt auf die Seite ziemlich fieser P***, Sachen die sich so einige in ihren wildesten Phantasien nicht vorstellen koennen. Ich kenne einen Blogger dem das passiert ist. Irgendwie aus Versehen oder durch technische Probleme die Domain nicht verlaengert und schwupps war sie weg und Sachen drauf die man eigentlich nicht mit seinem Pseudonym dass man ueber Jahre aufgebaut hat verbunden haben moechte. Und so einige Blogger verlinkten noch Monate spaeter in ihrer Blogroll darauf…

    Kommt also drauf an wie sehr die Domains mit Dir verbunden sind und wieviel Risiko Du eingehen moechtest.

  • Wenn eine Domain versehentlich nicht verlängert wurde, müsste es doch möglich sein, sie dem Domain-Grabber wieder abzunehmen, und zwar egal, wo der neue Inhaber sitzt und bei wem die Alibiseite gehostet wird. Entscheidend ist schließlich lediglich, welchem Inhaber und Zonenverwalter die denic die Domain zuschlägt – die Entscheidung liegt bei der denic, und die kann man auch juristisch angehen. Hat da jemand vielleicht genauere Infos dazu?

  • @Armin

    Danke für die Hinweise.
    Die Domains wollte ich mal nutzen, weil ich dachte, dass es richtig kreative Wortschöpfungen sind.
    Jedoch dachte ich das nach einer Flasche Rotwein (und natürlich gleich im Suff registiert ^^) und jetzt n knappes Jahr später bei Lichte besehen sind die doch nicht so doll.
    Hab sie zwar schon viele Monate bei Sedo zum Verkauf angeboten mit deren Werbeseite drauf. Aber ausser mir selbst hat sich da auch noch nie einer auf eine dieser Domains verirrt. ^^

  • Ist uns auch schonmal passiert mit einer domain (gamersdungeon.de), bei der ich das nun echt nicht erwartet hätte. Die Domain wurde bei einem Umzug versehentlich kurz freigegeben und weg war sie.
    Wir haben sie dann für relativ schmales Geld + 1 Jahr Hostinggebühr wieder bekommen … verdammt ärgerlich ist das allemal. Bis dahin war irgendeine billige Touristik-Werbung darauf geschaltet und das hat echt weh getan ;).

  • „Juristische Schritte“ sind vielleicht möglich, aber in meinem Fall wäre das zu langwierig gewesen. Von daher ist der Vergleich mit den Piraten – zumindest für Betroffene – ganz passend.

    Bis ein Gerichtsverfahren (Bahamas!) durch wäre, hätte ich mir unter .com/.net/.info/.eu die neuen Seiten aufgebaut und plaziert. Dann hätte ich der .de zwar nachgeweint, aber wäre drüber weggekommen. Praktischerweise passierte es gerade, als die neuen Auflagen von Reiseführern und Ähnlichem rauskamen, so konnten wir mit recht kleiner Verzögerung dort auf .com wechseln.

    Viel mehr als „den Tausender“ hätte ich auch nicht bezahlt – jetzt weine ich eben dem hinterher 🙂

    @BoeserSEO: „Aber wenn jemand seine Domain zurückhaben möchte, so bin ich auch immer Gesprächsbereit. So ein Arsch bin ich dann doch nicht.“ – Bedenke die andere Seite: Wenn meine Domain gegrabbt wird, dann gehe ich von Mutwilligkeit aus. Eine freundliche E-Mail „bitte gib’s zurück“ formuliert man dann nicht – das schwächt doch nur die ohnehin schon kaum vorhandene Verhandlungsposition. Denn in dieser Situation gehe ich (als „Opfer“) davon aus, dass der andere eben genau ein solches Körperteil ist (von dem Du Dich distanzierst).

    Da ist nur die Frage: Sitzt das…der Kerl in .de, wo ich recht günstig einen Anwaltsbrief losdonnern kann, oder in den Bahamas, wo ich gleich mit dem Geld winke.

    Alles in allem: Ganz ärgerliche Sache.

  • Wenn ich mir überlege, dass es seit einiger Zeit Firmen gibt, die mit „Einweg-Domains“ oder „Domains zum Ausprobieren“ werben und Geld verdienen, wird die ganze Geschichte in Zukunft wohl noch absurder.

  • @Stefan Muss mal schauen ob ich deine Domain in meiner Watchlist habe. 😉

    Klar ich kann verstehen wenn man angepisst ist, und gleich mit dem Anwalt losgeht, nur ist das der falsche Weg.

    Die Denic kann die Domain dann höhstens mit einem Dispute Antrag blocken. Mehr nicht, solange kann ich auf der Domain machen was ich will, klar ich kann sie nicht wieder abstossen, aber dennoch hab ich bis zur gerichtlichen Einigung volle macht über die Domain. Meistens einigt man sich deshalb auch Aussergerichtlich… Wenn mir aber einer gleich mit einem Anwaltsschreiben kommt, dann ist die Domain schneller in Honolulu als man gucken kann. Und dann wirds richtig teuer, oder praktisch unmöglich ranzukommen.

    Deswegen rate ich immer einmal eine freudliche Mail rauszuschicken. Nicht alle Domaingrabber sind Halsabschneider.

    Im Endeffekt sitzt aber der vorherige Domaininhaber am längeren Hebel. Das ist klar.

    Ach und der Super Grabber bin ich auch nicht, ich grab vielleicht 5 bis 10 Domains im Monat. Und bisher haben sich vielleicht 3 bis 5 Jungs gemeldet und wollten Ihre Domain zurückhaben. Alle Jungs haben ihr Domain ohne Probleme zurückbekommen. Liegt wahrscheinlich daran das ich doch nicht sooo böse bin wie mein Nick es vielleicht zum Ausdruck bringt.

    P.s. Stefan ich hab deine Domain nicht in meiner Watchlist 😉

  • Nun aber mal ein Frage aus „betroffener Sicht“: Wie bitte kann man denn selbst automatisiert feststellen, wann eine Domain wieder „available“ ist? Denn wenn ich täglich draufklicke tue ich dem Grabber am Ende noch einen Gefallen…

  • Ich hatte auch schon mal eine Domain die nach sehr kurzer Zeit wieder registriert war. War für mich nicht schlimm, da es nur ein abstrakter Begriff war und nicht irgendwie ein Firmenname oder so. Da wäre das wirklich unpassend. Die Domain war dann wohl ein Jahr registriert und ist jetzt wieder frei und es hat sich wohl auch niemand gefunden der sie noch mal wieder registriert hat, aber auf der Domain war auch kein Traffic, evtl. 5 Besucher oder so im Monat, so dass sich die Werbung wohl nicht gelohnt hat. Ich habe jedoch auch schon von fällen gelesen bei denen die Domain relativ Problemlos zurückgegeben wurde, aber da kommt es sicher auf den Grabber an.

  • Domaingrabbing ist ein einfach gestricktes Geschäft, welches sich gut automatisieren lässt. Es gibt viele Anbieter, die Watchlists anbieten, um freiwerdende Domains „sofort“ zu reservieren (also kein Hexenwerk).
    Interessanter ist da eher, WELCHE Domain ökonomisch eingekauft werden soll. Auch nichtssagende Kunstnamen sind ok, wenn genug Links = Besucher auf die Seite kommen. Woher weiss ich dass, ohne Webmaster zu sein? Ganz einfach, es gibt Rankingdienste (Alexa usw.) und Suchmaschienen (Google + Co). Beide Rankingdaten liefern einen ungefähren Wert der Domain (Besucherzahlen = Werbeeinnahmen). Eine Domain kostet ein paar Cent pro Monat, sodass bereits eingeführte Domains ok sind (die Masse machts). Dann gibts natürlich generische Begriffe (Auto, Immobilien, Finanzen, …) die man immer zur Watchlist hinzufügen kann. Gute Begriffe (z.B. hohe Klickpreise > 1 Euro) können mit Googles Keyword Analyse recherchiert werden.

  • Die hier so genannte „Watchliste“ ist eher was für „kleine Fische“. Wenn du das Geschäft richtig angehen möchtest, dann sollte man schon als Registrar fungieren…

  • Hallo! Ich habe das Problem, dass ich in Kürze einen Löschungsantrag bei einem Domain Grabber erwirken kann. Damit das ganze nicht nach hinten los geht, frage ich mich, wie ich vorgehen kann, damit mir nicht gleich nach 90 sekunden ein anderer die domain wegschnappt. So schnell kann ich ja unmöglich von Hand sein. Allein das Ausfüllen des Formulars dauert länger. Gibt es irgendwelche Services, die das erledigen?

    Danke für eure Hilfe

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