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Spähdorn-Affäre: Facebook-Gruppe will Bahnchef stürzen

Die Mitglieder von sozialen Netzwerken sind ja für ihre lustigen Initiativen bekannt. Seit wenigen Tagen gibt es allerdings auf Facebook eine Gruppe, die den umstrittenen Bahnboss Hartmut Mehdorn von seinem Chefsessel Thron stürzen will. Auslöser für die Gründung der „Mehdorn muss weg“-Gruppe ist der aktuelle Spitzel-Skandal und die geheime Überprüfung von rund 173.000 Mitarbeitern – ohne deren Wissen und Einwilligung.

„Und wenn unsere Kinder uns einmal fragen, warum wir dagegen nichts gemacht haben, können wir immer noch auf diese Gruppe hier verweisen“, schreibt jemand auf der Gruppen-Pinnwand. Mit seiner Meinung steht er nicht alleine dar. Knapp 370 Facebook-Mitglieder zählt die Gruppe schon. Auch zu einer kurzen Erwähnung im Handelsblatt haben es die „Königsmörder“ bereits gebracht. Ins Leben gerufen wurde die Gruppe übrigens von der Grünen-Aktivistin Julia Seeliger: „Danke generell für eure Beteiligung an der Gruppe! Es ist toll, wie sie in wenigen Tagen gewachsen ist“.

Allerdings scheinen viele Facebook-Mitglieder in diesem Punkt anderer Meinung zu sein. Denn der stetige Zuwachs an Unterstützern flaut bereits wieder ab. Heute Nacht um 0.52 Uhr folgte dann auch eine erste Durchhalteparole von der Gruppengründerin: „[…] Das kann nicht sein, wir müssen wachsen, um Mehdorn zu Fall zu bringen!“ Man darf also gespannt sein … 😉

(Michael Friedrichs)


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Über den Autor

Michael Friedrichs

Michael Friedrichs hat als Redakteur für BASIC thinking im Jahr 2009 fast 400 Artikel veröffentlicht.

25 Kommentare

  • Also irgenwie hat die Deutsche Bahn AG zwar Millionen Einnahmen, kann sich jedoch einen guten PR Mann nicht leisten. Etwas läuft da gewaltig schief. Fast schon täglich kommen neue Hammer – Meldungen über die Bahn!

    Jetzt reichts auch mal den Bahn Fahrern, irgend etwas müssen sie ja machen. TOP Kampagne!

  • mehdorn ist geschickt.
    er ist der roland koch der wirtschaft.

    er nutzt die politische situation auch gut aus.
    ihn jetzt zu ersetzen, hiesse, die spd mischt mit.
    also lieber warten und auf einen wahlsieg union/fdp hoffen und dann einen äh, wirtschaftsnäheren manager hoffen?

  • Es ist wie mit allen „Großen“. Deren Fehler, ja Verbrechen werde eher noch belohnt. Das wird auch bei „Spähdorn“ (finde ich toll dieses Pseudonym) so sein. Er bleibt DB-Spitze, hat ja auch die Unterstützung durch sein Regierungslobby (vorrangig CDU/CSU aber auch SPD). Die haben sie inzwischen alle, von Ackermann bis Zumwinkel usw.

    Weiter so Herr Friedrichs

  • Also dieser Blogeintrag steht jetzt qualitätstechnisch in etwa auf einer Ebene mit den Shortnews oder einer Bildzeitung im Sommerloch („Ufo-Sekte will Hitler klonen“)…

  • @ tobi

    Die Kontrollfunktion der Medien ist schon längst flöten gegangen. Jegliche Ideale, die die Presse vor 20 Jahren noch hatten, sind dem Ziel die Konsumenten zu unterhalten und damit möglichst viel Geld zu verdienen gewichen. Diese Schuld ist sicher nicht nur bei den etablierten Medien zu suchen, sondern auch beim Kunden, der Gesellschaft.
    Desweiteren sind die meisten Medien inzwischen Teil großer Unternehmenskonglomerate und müssen sich deren wirtschaftlichen und öffentlichen Interessen beugen.
    Das gleiche gilt für den investigativen Journalismus. Die Reporter recherchieren und publizieren nicht mehr à la Watergate, sondern handeln die Inhalte mit betreffenden Personen und Unternehmen aus.
    Dieser Artikel zeigt zumindest, dass das Internet (das demokratischste aller Medien) inzwischen so geordnet ist, dass es das Versagen der Klassischen auffangen und deren Funktion übernehmen kann.
    Der Wert des Artikels ist nicht der Inhalt, sondern die Botschaft. Wobei ich am Text selbst auch nichts aussetzen kann…

  • @Julian

    Das Thema als solches darf und soll ruhig aufgegriffen werden. Auch gerne inkl. Meinungsäusserung, die ich im übrigen sogar teile. (Übrigens wird dieser Mensch in seiner Macht-Geilheit genausowenig freilwillig den Hut nehmen, wie ein Theo Z., trotz Ankündigung…)

    Furzlangweilig und für das durchaus spannende Thema in meinen Augen aber mit absoluter Gähn-Garantie versehen ist allerdings ein Blogeintrag über eine Facebook-Gruppe mit dem Titel „Mehdorn muss weg!“. Der boulevardeske Titel des Eintrages „Facebook-Gruppe will Bahnchef stürzen“ tut dann sein übriges und erinnert(e) mich wie gesagt ganz stark an diese unsäglichen Shortnews oder eben die August-Ausgaben der Bildzeitung.

    Aber es könnte natürlich auch sein, dass der Oberschaffner aufgrund dieser Facebook-Gruppe tatsächlich seine Trillerpfeife packt und kündigt… DAS wäre dann tatsächlich einen Eintrag wert.

  • @ tobi
    Jegliche Medien sind zur Verbreitung von Informationen gedacht. Und natürlich gibt es unterschiede im Medienkonsum, so wie es sie eben auch in der Gesellschaft gibt. Und ich persönliche finde einen gesunden Mix aller Formen ist der goldene Weg. Deshalb darf natürlich auch mal ein Shortnews dabei sein.

  • Ob Mehdorn geht oder nicht, ändern tut sich gar nichts. Die Bahn ist nicht das erste und auch nicht das letzte Unternehmen, dass seine Mitarbeiter überwacht. Nur leider gehen wir immer gegen einen Manager vor, und all die anderen die heute nichts „gewußt“ haben, machen morgen fleissig weiter. Das ist bitter!

  • Die oben genannte Gruppe „Mehdorn muss weg“ gibt es bei facebook nicht mehr öffentlich

    Group Unavailable

    We’re sorry, this Group isn’t available right now

  • Wer interessiert sich heutzutage eigentlich noch für facebook gruppen? Die Dinger gibt es zu Milliarden, und in 0.01% der Fälle bewirken sie etwas. Letztendlich geht es bei diesen Dingern nur darum die eigene Meinung auf äusserst dämliche Art darzustellen. Dass die Mitglieder irgendwelchen Einfluss haben bzw nehmen wollen ist wohl selten bis nie der Fall. Die menschliche Freude am Meckern…

  • „Die Mitglieder von sozialen Netzwerken sind ja für ihre lustigen Initiativen bekannt.“

    Sorry das ist soo schnarchöde geschrieben, ein tieferes Niveau geht echt nicht mehr.

  • Die blauäugige Initiative auf FB zeigt, woher sie kommt. Sie verdient nicht das ganze Aufsehen.
    Die Spitzelaffäre der BB ist eine Staatsaffäre. Sie sollte recht schnell an höchster Stelle erledigt werden.

  • ach watt, glaube ich alles nicht. der wird den zwanziger machen, mehr nicht. ein paar entschuldigungen, die seine krude weltsicht dokumentieren, und alle werden sagen „einen bessern haben wir ja nicht“ und dann weiter im text. er sei halt was öffentlichkeitsarbeit angeht etwas ungelenk, mehr der gestalter und lenker, wirtschaftsmensch. gefangen zwischen all den zahlen seiner hervorragenden arbeit konnte er quasi nicht anders. huch, war das passiert.

    die vorgänge sind zu wenig greifbar, damit die empörung lange hielt. bei ekelfleisch kotzen alle, datenschutz hat doch immer noch den ruch, etwas für spinner zu sein, oder?

    .~.

  • @17: Meckern ist nun mal wichtig. Selbst du meckerst über diese Gruppen. Wenn man nicht drüber redet, vergisst man es.

    Das Problem ist, das nicht die richtigen Leute in solch „dubiosen“ Netzwerken angemeldet sind.

    Beispiel Twitter. Da hört mal einer was im Fernsehen über zwitter und schon sagen alle das sei das wahre medium. selbst der dalai lama hat sich da angemeldet.

    Es kommt letztendlich darauf an, wer motiviert werden soll. eine „ich mach aus spaß mit gruppe“ oder „ich wills auch machen gruppe“.

    Manch einer tippt anders als er spricht und dann auch handelt.

  • Mal eine Frage an all die Juristen hier. Gegen welche Bestimmungen des Bundesdatenschutzgesetzes hat die Bahn eigentlich verstoßen? Der Bahn öffentlich zugängliche und freiwillig durch die Mitarbeiter abgegebenen Daten wurden mit der Bahn ebenso problemlos zugängigen und freiwillig abgegebenen Daten der Lieferanten abgeglichen. Ja und?

    Ich hätte ja verstanden, wenn Ihr rumgeschriehen hättet, wenn die Bahn geheim Leute bespitzelt hätte, aber hier geht es um einen simplen Datenabgleich. Aber natürlich, Ihr fahrt nie Datenabgleiche und auch die Firma Serverloft als Betreiber dieses Blogs hat noch nie irgendwelche Daten intern abgeglichen, nein.

    Das einzige was da falsch gelaufen ist, und ja das ist ein grober Fehler, dass der Betriebsrat nicht informiert wurde. Aber deswegen hier Spähdorn zu schreien, da sollte man mal ganz vorsichtig mit werden. Auch im Sinne der Vermeidung eventueller Klagen, schließlich steht hier ja ein Unternehmen als Betreiber im Impressum, und im B2B-Bereich ist das dann schon ne ganz andere Sache, was Abmahnungen betrifft.

  • Mehdorn geht, weil er sich im Parlament wie ein Elefant im Porzellanladen benimmt. Sein Nachfolger wird Ex-Staatssekretär Alfred Tacke, die „Notbremse aus Niedersachsen“. Der weiß, wie man mit Politikern umzugehen hat.

  • ja und das ist noch gelinde ausgedrückt! man muss sich schon manchmal wundern wie sich manche „hohen tiere“ benehmen, und der mehdorn scheint echt völlig abgehoben.. zum glück auch von seinem posten! hoffen wir mal dass der tacke das besser macht

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