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Apple macht (ein wenig) Licht in der Gerüchteküche

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Da kommen wir heute nicht dran vorbei. Apple hat also in der Nacht die Quartalszahlen bekanntgegeben, hier kurz die wichtigsten Eckpunkte: Der Umsatz stieg im Vergleich zu 2008 um acht Prozent auf 8,16 Milliarden Dollar, der Gewinn konnte um 15 Prozent zulegen und liegt bei aktionärsfreundlichen 1,21 Milliarden Dollar. Wie zu erwarten war (s. Posting über den iPod shuffle), stieg auch die Gewinnmarge von 32,9 auf 36,4 Prozent. Das iPhone verkauft sich mit 3,8 Millionen (und damit doppelt soviel als 2008) abgesetzten Einheiten hervorragend, auch der iPod macht mit 11 Millionen Verkäufen eine gute Figur. Einzig – und das war ebenfalls zu erwarten – die Mac-Rechner schwächeln: drei Prozent weniger konnten an den Mann gebracht werden, aber immerhin noch 2,2 Millionen Stück.

Gute Zahlen also, sehr gute, wenn man bedenkt, dass Steve Jobs derzeit mit der Decke über den Beinen vor dem Fernseher sitzt. Was uns zum eigentlichen Thema bringt und weshalb wie alle hier sind: Was bringt der Sommer bei Apple? Dazu nahm während der Telefonkonferenz der Übergangschef Tim Cook den Apparat in die Hand und beantwortete einige Fragen. Um es gleich vorwegzunehmen: Cook steht Jobs in seinen Äußerungen in nichts nach. Auch er klingt, als hätte er vor dem Interview eine Pille mit Stierhormonen genommen.

Gibt es ein Apple-Netbook:
Nein. Definitiv nicht. Nicht in diesem Jahr. Vielleicht niemals. Cook verwies auf die „großartigen Produkte“, die Apple herstelle und machte dann einen verächtlichen Seitenblick: „Auf dem Netbook-Markt sehe ich zusammengepresste Keyboards, Müll-Hardware, sehr kleine Bildschirme, schlechte Software.“ Also nichts, auf das er ein Apple-Logo kleben möchte. „Von heute aus betrachtet ist das nichts, was uns interessiert und auch die Kunden werden langfristig das Interesse verlieren.“ Wer ein mobiles Surfgerät haben möchte, sei mit dem iPhone und dem iPod touch bestens bedient. Apple jedenfalls würde erst über Netbooks nachdenken, wenn man ein zufriedenstellendes Produkt daraus machen könnte.

Über exklusive Partnerschaften im Mobilfunk:
Cook bezeichnete AT&T als den „besten Mobilfunkprovider in den USA“. Man beabsichtige nicht, die Kooperation zu beenden (Puh, und AT&T hatte schon gezittert). Wenn er so über T-Mobile sprechen würde, würde Obermann seine Freundin zum Essen einladen. Also wie es in Deutschland weitergeht? Wahrscheinlich ähnlich…

Was ist mit Steve Jobs:
Nur eine schmallippige Antwort auf die Frage, ob Mr. Jobs irgendwann das Ruder wieder in die Hand nimmt: „Wir freuen uns auf Steves Rückkehr zu Apple gegen Ende Juni.“ (Ich stelle mir das wie von einer Roboterstimme gesprochen vor.)

Über das Chaos im App Store:
Es gibt gute Gründe dafür, dass es mittlerweile zig Bezahl-Apps gibt, die einen besseren Überblick verschaffen, als der App Store selbst. Finde ich jedenfalls. Cook findet das nicht: „Wir haben eine Top-50- und Top-100-Liste für kostenlose und kostenpflichtige Apps eingebaut. Wir haben sie nach verschiedenen Genres sortiert und werden das weiter vorantreiben.“

Über Ideenklau und den Palm Pre:
„Wir haben einen Plan, der uns für immer der Anführer der iPhone-Branche sein lässt“, so Cook. Das klingt so… egal. Angesprochen auf eine etwaige Furcht vor der Konkurrenz, meint der Interims-Chef: „Es ist schwer sich über Produkte zu äußern, die noch überhaupt nicht draußen sind“ – und spielt damit auf den Palm Pre an, der Mitte Mai auf den Markt kommt und derzeit durch den Angelina Jolie PR-Stunt in den Staaten gehypt wird. „Wir denken, dass wir Jahre voraus sind.“

(André Vatter)


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Über den Autor

André Vatter

André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.

15 Kommentare

  • Die exklusive Bindung an T-Mobile kostet ein Masse Kunden. Mich zum Beispiel. Aber ich denke nicht, dass ich der einzige bin.

  • Wie oft denn noch: Apple spricht nicht über zukünftige Produkte.

    Ende Juni stellt es Steve Jobs das neue iPhone vor und gut ist. Aber auch das ist schon Spekulation. Einfach überraschen lassen.

  • „Es gibt gute Gründe dafür, dass es mittlerweile zig Bezahl-Apps gibt, die einen besseren Überblick verschaffen, als der App Store selbst.“

    Welche sind das denn?

  • Na, das Statement über die Netbooks liest sich im Original aber doch anders:

    http://www.macrumors.com/2009/04/22/apple-reports-1-21-billion-profit-for-q2-2009/

    „For those who want a small computer that does browsing/email, they might want an iPhone or iPod Touch. If we find a way to deliver an innovative product that really makes a contribution, we’ll do that. We have some interesting ideas“

    Apple kann problemlos ein Netbook dementieren, weil Apple so etwas nie als Netbook bezeichnen wird. Ich würde eher auf einen größeren iPod touch spekulieren – via Touchscreen gesteuert und mit mehr Funktionen (vielleicht sogar vollwertigem Mac OS) – aber auch (optional?) mit einer Tastatur im neuen Mini-Format der iMacs.

  • Von Apple kommt kein Netbook. Die „Hochpreis-Innovations-Strategie“ verhindert, dass Apple auf Märkten mitspielt, die hart umkämpft sind. Wieviel soll denn ein Apple-Netbook kosten? 700 Euro? Nicht konkurrenzfähig auf dem Massenmarkt. Und wenn es weniger kostet, verdient Apple nichts daran.

    Sieht man beim iPhone. Handymarkt ist ja auch hart und preis-driven. Das iPhone kommt global gerade einmal auf einen Marktenteil von 8% bei den Smartphones im Jahr 2008. Nun kommen die Konkurrenten mit Android, Palm und Co. Apple kann da nur mithalten, weil sie durch die Zwangsbindung und restrektive Vertriebsstrategie an dem Umsatz der Mobilfunkprovider beteiligt sind. Über den Gerätepreis alleine wären das ein Zuschussgeschäft.

  • 8 % am smartphone markt sind mit nur einem gerät doch nicht wenig!

    ps: es heist aber glaube ich trotzdem „licht ins xyz bringen“ nicht machen 😉

  • Apple hat schon immer nicht viel über ihre zukünftigen Strategien verraten, warum sollte sie es dann auch jetzt tun. Man kann einfach nur abwarten und kurz vorher erfahren was sie so neues zu bieten haben.Bei Apple halten halt noch alle zusammen und labern nicht einfach drauf los…

  • Apples-Produkte sind wirklich schön, vom Design kommt mein Dell da überhaupt nicht heran und viele praktische Gimmicks sind sowohl in den Notbeooks, als auch im IPhone vorhanden. Nur, Apples Produkte sind überteuert und zum geschäftlichen Arbeiten mangels geeignete Software (bei den Laptops) oder Handlichkeit (IPhone) nicht zu gebrauchen.

  • alles was es für windows gibt kann man genauso für mac bekommen.
    antwort auf thomas kommentar #10.

    design,leiser,schneller,weniger speicher verbrauch beim arbeiten …..
    die 300euro mehr bekommt man immer beim mac wieder rein.

    und wieter habe ich noch nie jemanden gehört oder gesehen,der vom mac auf windows gestiegen ist.
    andersrum aber sehr wohl.

    was neue produkte angeht finde ich apple’s strategie super nichts bekannt zu geben was neu produkte angeht.

    weil wenn man schon 3 monate vorher weiss das es neue produkte gibt , hat man keine lust mehr drauf auf die alten aber man gewöhnt sich dann dran und routine ist schlimm fürs geschäft aber wir mac user haben bis einen tag vor verkaufsstart immer das aktuell gefühl.
    und wollen dann doch innerhalb von ner woche das neue mac produkt haben.
    psychologie-spiel mit der mode.

  • @Georg: „Die exklusive Bindung an T-Mobile kostet ein Masse Kunden. Mich zum Beispiel. Aber ich denke nicht, dass ich der einzige bin.“

    Sicherlich nicht – nur, dass viele andere wissen, dass es das iPhone auch ohne Vertrag gibt -> http://www.3gstore.de/

  • Was ist mit dem Iphone Gerücht. Habe gehört ende des Jahres soll es schon wieder ein neues geben mit ordentlicher Kamera und Copy & Paste Funktion.

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