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Amazon legt sich eine Armee von (bezahlten) Bloggern zu

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Allem Anschein nach scheint der Kindle 2 ja richtig zu ziehen – mal sehen, ob das gleiche auch mit dem monströsen Nachfolger Kindle DX erreicht werden kann. Eine Idee dazu hat der Buchhändler jedenfalls schon: mit Blogs! Im Kindle Store finden sich mittlerweile eine ganze Reihe von ihnen, die kostenpflichtig abonniert werden können. TechCrunch (Kindle Edition) kostet 1,99 Dollar im Monat, für das O’Reilly Radar (Kindle Edition) werden 99 Cent fällig. Kein schlechtes Geschäft: Amazon gibt 30 Prozent der Einnahmen an den Urheber weiter – also genauso viel weniger als Apple seinen App-Entwicklern einräumt. Mitmachen kann grundsätzlich jeder Blogger beim „Kindle Publishing„, auch deutsche, wie in den FAQs zu lesen ist. Amazon bestimmt allerdings in jedem Fall den Preis (zwei Dollar gelten derzeit als Obergrenze), zudem muss das Abo kostenpflichtig sein. Gratis-Blogs werden im Kindle Store nicht angeboten.

Im Grunde eine raffinierte Idee. Zugegeben, viel Kohle wird nicht an die Autoren weitergereicht. Aber immerhin ist es fairer, als zum Beispiel die aktuelle Podcast-Politik im iTunes Store: Zwar brüstet sich Apple mit dem Verkaufsargument, dass mittlerweile 100.000 Podcasts verfügbar seien – am Umsatz werden aber nur die wenigsten Macher beteiligt

Via: WSJ

(André Vatter)

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Über den Autor

André Vatter

André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.

23 Kommentare

  • Ich prophezeie: das kann so nicht funktionieren. Wer ist denn bitte bereit, Geld für Blogs zu bezahlen? Ich nicht – allerdings aus dem Grund, weil ich Blogs auf Laptop und iPhone eh kostenlos lesen kann – auch unterwegs. Im großen und ganzen aber durchaus eine nette Idee, allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass viele Leute dafür Geld ausgeben.

  • Warum sollte ich Geld für Blogs ausgeben, die ich im richtigen Internet für Umme, und noch dazu in Bunt, mit Flash und allem PiPaPo bekomme?
    Mal ehrlich: Was auch immer der Marketingfuzzi, der sich das ausgedacht genommen hat, er sollte damit in Zukunft vorsichtiger sein.

  • Ich denke in den USA ist das eventuell wirklich erfolgreich. Die Parken ja auf dem Weg zur Arbeit lange genug auf den Highways. Günstiger als die mobilen Flatrates ist es da sicherlich, wenn man sich das eine oder andere Blog auf den Kindle zieht und auf dem Weg zur Arbeit liest.
    Für Deutschland, da stimme ich euch allen zu, ist das nichts, wir haben da eine ganz andere Mentalität.

  • Ich schätze mal ich würde in diesem Fall auf die Blogs verzichten, da man immernoch diese kostenlos lesen kann.

    Solch ein eBook Reader interessiert mich trotzdem, da ich es für sehr praktisch halte. Auch wenn das ganze für die meisten noch zu teuer ist!

  • Warum nicht? Es erzeugt Aufmerksamkeit, der Kindle wird erwähnt und man startet (als Blogger ohne Mehraufwand) einen bezahlten Post-Nische …

  • Verstaubt? Verstaubt ist bestenfalls dieses Schwarzweiß-Schrott-Ding. 2 Euro im Monat für einen Blog, LOL.

    Wer nutzt das, Senioren ohne Internet, die TechCrunch lesen wollen?

  • Denke erstmal, dass sich das Ganze in Deutschland nicht etabliert. Also da müsste der Blog ja hochaktuell sein, damit man immer und überall über die Artikel informiert werden kann. Ansonsten reicht es mir momentan völlig aus, Morgens und Abends durch die Blogosphäre zu wandern.

  • Naja, damit wird doch quasi die Übertragung im Whispernet bezahlt, für 99 Cent/Monat wär das schon okay, aber bei vielen Blogs geht das trotzdem ganz schön ins Geld 🙁
    Da wär mir ein Festpreis für alles lieber…

  • Die Haptische Erotik fehlt mir bei den geräten.
    Ich muss es anfassen könne, es muss nach Papier riechen und sich sorgenlos ganz tief in meinen Rucksack stopfen lassen. Mit so einem Elektrisches-Spielzeug muss ich immer aufpassen das es nicht kaputt geht und das der Akku immer voll ist, …

    Welches Format wird eigentlich verwendet?
    Ein Buch kann ich auch noch in 100 Jahren lesen! =)

  • Bei Blogs kann ich mir auch nicht vorstellen, dass es erfolgreich wird, schließlich ist dort die Leserschaft sehr technikaffin und wird eher das Internet via IPhone oder Netbook nutzen.

  • […] Amazon legt sich eine Armee von bezahlten Bloggern zu, deren Blogs im Kindle-Store für den gleichnamigen Reader abonniert werden können. Gnädig reicht Amazon 30% der Einnahmen an die Autoren weiter, bestimmt aber IMMER selbst den Preis des Abos (max 2 Dollar/Monat). Via Basic Thinking. […]

  • Sicher kein Modell für Deustchland, jedenfalls nicht jetzt. Aber trotzdem wird das die Zukunft sein, nämlich als Ersatz für Zeitungen. Die Abopreise einzelner Blogs werden definitiv sinken bzw. es wird eine Flatrate von ca. 2,3 Dollar geben, wo man dann alles abonnieren kann, was man will.

    Auf die Art hat jeder seine individuelle Zeitung, das schlägt die bisherigen Modelle ganz klar. Und ist auch noch preiswerter, da die ganzen Produktions- und Vertriebskosten gewaltig sinken.

    Europa zieht im Abstand von 10 jahren nach, das war ja immer schon so. Zuerst müssen hier mal große und meinungsstarke Blogs entstehen, die auch Geld für eigene recherche haben. Gibts bei den Amis schon lange, hier gar nicht.

  • […] Kindle Publishing ist ein neues Programm von Amazon, das es ermöglicht seine Bloginhalte über den E-Book Reader Amazon Kindle zu vermarkten. So  können inzwischen Blogs wie beispielsweise TechCrunch (1,99 Dollar/ Monat), oder das O’Reilly Radar (99 Cent / Monat) abonniert werden. Von dem Verdienst gehen 60% an Amazon und 30% an den Blogbesitzer. Jedoch wird der Preis für das Blogabo von Amazon festgelegt und kostenlos kann man seinen Blog leider auch nicht anbieten. ( via Basic Thinking) […]

  • Der Markt ist da, aber im Moment in den Kinderschuhen. Mal sehen wie sich die Sache mit Kindle und den Blogger entwickelt.
    Besonders, wenn andere Anbieter auftauchen.

  • Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das funktioniert. Es gibt zig tausend Gratis-Blogs, und jene paar Blogger, die tatsächlich von ihrer Bloggerei leben können, werden sich nicht mit einem kleinen Teil des Umsatzes zufrieden geben, sondern 100% wollen. Eben das, was sie bislang erhalten.

  • Das einzigartiger Seiteninhalt ein guter Faktor ist, um eine bessere Positionierung bei Google zu erreichen, ist das Beschäftigen einer Armda von Schreiberlingen, die Fakten nur in immer wieder neue Textummantelungen bringen schon lange gängige Praxis.
    Bisher wurde dies jedoch auf irgendwelchen Unterseiten praktiziert. Seit es Blogs gibt, sind diese ja explizit für solche Schreibereien da. Von daher ist das eine gewinnversprechende Marketingtechnik von Amazon.

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