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RTL verliert vor Gericht gegen dsds-news.de

Im Streit mit RTL hat der Betreiber von dsds-news.de einen ersten Erfolg erzielen können.

Im Streit mit RTL hat der Betreiber von dsds-news.de einen ersten Erfolg erzielen können.

Na, da wird sich Philipp Klöckner sicher freuen. Einige von euch erinnern sich bestimmt noch an ihn und seinen Streit mit RTL rund um das Web-Portal dsds-news.de. Während RTL ihm vorwirft mit dem Portal rein kommerzielle Interessen zu verfolgen, ist Philipp der Auffassung, dass es ihm nur darum gehe, Fans mit aktuellen Infos zu versorgen.

Vor dem Landgericht Berlin wurde zuletzt in einem ersten Verfahren darüber verhandelt, ob RTL einfach die Domain für sich beanspruchen und auf sich übertragen lassen darf. Und siehe da: dem Sender ist das nicht gestattet. RTL hatte aber offensichtlich auch gar kein Interesse daran.

Philipps Anwalt, Alexander Graf von Kalckreuth sagt dazu:

„RTL hat offenbar die Aussichtslosigkeit der Forderung auf Übertragung der Domain dsds-news.de erkannt und keine Argumentation dazu vorgetragen. Konsequent hat das Landgericht Berlin entschieden, dass RTL der gegen Philipp Klöckner geltend gemachte Übertragungsanspruch nicht zusteht.“

Weil ich den Fall ja schon in der Vergangenheit reicht ausführlich begleitet habe, habe ich es mir nicht nehmen lassen, auch mal bei RTL für eine Stellungnahme anzuklopfen. Mein Ansprechpartner sonnt sich zwar gerade irgendwo im Urlaub in der Sonne, aber eine Antwort haben mir die Kölner trotzdem recht zügig zukommen lassen. Darin macht eine Sprecherin des Senders deutlich, dass es sich bei dem Verfahren „um einen für RTL unwichtigen Nebenstreit“ gehandelt habe. Ob auch in Zukunft unter dsds-news.de Informationen rund um die RTL-Show zu finden sein werden, wird demnächst in einem Verfahren in Köln entschieden.

„Da wir kein Interesse daran hatten, die Domain zur Eigenwerbung zu nutzen, haben wir das Thema nicht weiter verfolgt.“

Weiterhin sei RTL fest entschlossen gegen Internet-Seiten vorzugehen, bei denen kommerzielle Interessen im Vordergrund stünden. Bei dsds-news.de sei das der Fall.

„Es geht uns darum, echte Fansites zu schützen und gegen kommerzielle Anbieter, die unser Markenrecht verletzen, vorzugehen. Und das verfolgen wir entschieden weiter.“

Zwar bin ich kein Fan von DSDS, aber die juristische Auseinandersetzung zwischen Philipp und RTL finde ich trotzdem ziemlich spannend. Gerade, weil sie richtungsweisenden Charakter haben wird. Wer ein Portal im Internet betreibt und einen gewissen Zulauf findet (zum Beispiel durch gleichgesinnte Fans), möchte unter anderem die Kosten für den anfallenden Traffic wieder einspielen können. Ob es derart aggressiv sein muss, wie es Phillipp auf seinem Portal getan hat und noch immer tut, steht freilich auf einem anderen Blatt.

(Hayo Lücke)

Über den Autor

Hayo Lücke

Hayo Lücke hat von 2009 bis 2014 insgesamt fünf Jahre lang für BASIC thinking geschrieben und dabei über 300 Artikel beigesteuert.

19 Kommentare

  • Hallo Hayo,

    sehr guter Artikel. Danke.

    Dass DSDS-News.de im Vergleich zu anderen Fan-Seiten oder Online-Medien, welche die Show begleiten, nun ausgerechnet besonders aggressiv vermarktet sein soll, würde ich bestreitet – ja sogar das Gegenteil behaupten. Ich tue das Mindeste um die Kosten zu decken. Und verzichte auf Layer, Pop-ups etc zu Gunsten von kontextueller Google-Werbung. (Die vermeintlichen Banner in der Abbilidung sind über Google AdSense eingebucht worden…)

    Fast sämtliche Internetauftritte, die das Thema ebenfalls beleuchten (Bild, Express, aber auch andere Fan-Seiten) agieren wesentlich aggressiver und erlösen auch höhere TKPs dank Layer und Pop-Ups.

  • Ich glaube es ist wahrlich zu früh um zu sagen, wer in diesem Rechtsstreit wirklich recht hat und wer nicht. Spätestens dann, wenn das Gericht den Betreiber dazu zwingen wird, seine Einnahmen und Ausgaben zu veröffentlichen (was hat der Server wirklich gekostet und wie viele Einnahmen wurden wirklich generiert), dann werden wir wissen, ob es wirklich um die Fans ging oder ob hier mit einem fremden Markennamen viel Geld verdient wurde. Und das wird der Betreiber nicht verschweigen können. Das Finanzamt findet es sowieso heraus 😉

  • @leilei: Das ist normale Werbung für ein Flirt-Portal. Aber Hauptsache erstmal dick meckern und dem Populismus folgen (man könnte ja nnicht dem mainstream folgen… uiuiuiui), und das als „unmoralisch“ darstellen. Super!

  • @alper iseri:

    dazu musste das Gericht mich keinesfalls zwingen. Das habe ich gern freiwillig und auch schon zuvor gegenüber SPON zur Entlastung getan. Wäre in der Klageerwiderung nachzulesen gewesen. Dazu hätte man sich aber vor dem Kommentieren auch informieren müssen.

    Im Übrigem bin ich dem Finanzamt ggü. ebenso vollständig und freiwillig offen und ehrlich wie ggü. dem Gericht.

  • Ich bin immer noch der Meinung daß man sich sicherlich auch friedlich einigen hätte können. Es ist schade daß große Firmen immer meinen gleich mit dem Holzhammer auf kleine Webmaster losgehen zu müssen…

  • @pip: Das sollte nicht negativ klingen. Ich bin in der Thematik sicher nicht 100% drin. Aber wenn klar ist, wie viel verdient wurde und das es eben nicht diese riesen Mengen waren, dann ist tatsächlich die Frage, ob man sich mit RTL einfach so einigen kann. Denn so wie sich der Bericht hier bei BT liest scheint es so, als ob RTL eben nicht so klar ist, wie viel dort verdient wurde

  • meine unqualifizierte vermutung ist auch, dass es RTL gar nicht darum geht ob ich etwas verdiene oder nicht, sondern das ihre portale clipfish.de und rtlnow.de nichts verdienen, denen ihrer meinung nach sicher nur der platz an der sonne in google fehlt. da stört so eine seite wie DSDS-News natürlich auf einmal extrem. schließlich wäre clipsfish zum zeitpunkt der klageerhebung über die youtube-ergebnisse gerutscht, wenn dsds-news nachgegeben hätte.

  • RTL soll sich mal nicht so haben, das ist doch auch für den Fehrneshsender positiv wenn andere leute über eine Sendung bloggen dann wird das intersse doch auch weiter geweckt, versteh nicht warum die damit so das problem haben auf der Internetseite wird ja nicht das Programm übertragen oder nicht?

  • Damit hätte ich nicht gerechnet.
    Aber die Seite war mir sowieso egal. Ich bin kein Fan von solchen Projekten, aber der Ausgang des Prozesses interessiert mich dennoch.

  • Ich sehe das auch so, dass RTL hier einfach seine eigenen Felle davon schwimmen sieht für seine Portale und mit einem solchem Gebaren einfach die Konkurrenz aus dem Verkehr ziehen möchte.

  • Ich freue mich für Philipp!
    Warum auch nicht? Immerhin hat er es erstens geschafft mit seiner eigenen Seite einen Riesen wie RTL nicht nur „neidisch“ zu machen, sondern er hat gleichzeitig gezeigt, dass man sich – auch als Otto-Normal-Verbraucher – nicht alles gefallen lassen muss und Prozesse gegen Großkonzerne gewinnen kann.
    Hut ab!

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