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Facebook Lite: Eher abgespecktes Facebook oder aufgemotztes Twitter?

facebook_liteWenn ich mich in meinem Bekanntenkreis unter Facebook-Skeptikern/-Verweigerern umhöre, was gegen das mit 300 Millionen Nutzern erfolgreichste Social Network der Welt spricht, werden meistens zwei Punkte angesprochen: 1. Man findet nicht annähernd so viele bekannte Gesichter wie bei der Konkurrenz (vor allem VZnet, Wer-kennt-wen und MySpace) und 2. Die Funktionsvielfalt erschlägt viele User, man findet sich nicht so leicht zurecht.

Dem ersten Punkt kann ich teilweise zustimmen. Was die Menschen angeht, die ich durch die Bloggerei oder durch Twitter kennengelernt habe, finde ich die meisten bei Facebook. Bei vielen Menschen aus meinem privaten Umfeld sieht das jedoch in der Tat so aus, dass sich nur ein Bruchteil bei Facebook wiederfindet. Schaut man sich allerdings die Userzahlen in Deutschland an, ist es lediglich eine Frage der Zeit, bis sich die lang vermissten Freunde dort einfinden werden.

Was den Funktionsumfang angeht, ist es natürlich nicht von der Hand zu weisen, dass es sich elementar von beispielsweise dem studiVZ unterscheidet. Witzigerweise verwenden die Facebook-Befürworter somit exakt das gleiche Argument wie die Facebook-Nörgler. Ich bin Facebook-Nutzer seit jener Zeit, als es nur ein wenig besser war als sein deutscher Klon – daher habe ich mich an die nach und nach implementierten Features und die unzähligen Apps vermutlich anders gewöhnen können als jemand, der heute auf Facebook umsteigt.

Ich persönlich denke, dass man sich das Facebook-System sehr schnell erschließen kann, wenn man dazu gewillt ist, aber de facto gibt es auch viele kritische Stimmen, die sich das Social Network schlanker und überschaubarer vorstellen. In den Facebook-Chefetagen sind diese Stimmen natürlich auch angekommen und so hat man sich jüngst mit Facebook Lite zu einem sehr verschlankten Ableger seines Erfolgsnetzwerkes entschlossen, welches seit einem knappen Monat die englischsprachige Welt erfreut.

Seit heute kann man nun auch auf eine deutsche Version von Facebook Lite zugreifen und es bleibt abzuwarten, ob Facebook mit diesem Ableger die angesprochene Zielgruppe erreicht (Menschen aus Gegenden mit langsamerem Internet), oder ob man seitens Facebook unabhängig von Internetzugängen ganz bewusst darauf schielt, mit dieser Version ein Publikum zu bedienen, dem das „normale“ Facebook bislang schlicht und ergreifend zu überladen war.

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Schaut man sich jetzt den News-Feed an, erkennt man, dass man nicht nur ein wesentlich schlankeres Facebook erhält, sondern gleichzeitig auch ein aufgebohrtes Twitter. Plötzlich ist Facebook nämlich ähnlich spartanisch ausgestattet wie Twitter, lässt uns aber zu dem ausführlicherem Profil natürlich auch Fotos und Videos einbinden und das alles kommentieren und per „gefällt mir“-Button bewerten.

Ich unterstelle der Facebook-Mannschaft, dass man ganz bewusst auf die Twitter-Nutzer und auf bisherige Facebook-Verweigerer schielt und nicht vorrangig auf Internet-Nutzer mit langsamen Verbindungen.

Der klassische Twitter-User wird mit Sicherheit weiterhin die Vorteile dieses Microblogs nutzen wollen, aber je mehr Durchschnitts-Surfer sich auf das Versenden von Status-Meldungen einschießen, desto öfter werden auch die Plattformen Facebook Lite und Twitter miteinander verglichen – und da kann Twitter kaum mithalten. Jüngste Tests am herkömmlichen Facebook-Design bestätigen meine Prognosen und zeigen auf, wo Facebook hin möchte.

Ich bin ja hier bei Basic Thinking noch sehr frisch an Bord und noch nicht so vertraut mit der hiesigen Stammleserschaft. Daher meine Frage an euch: Benutzt ihr weiterhin das „klassische“ Facebook, vertraut ihr eher auf die schlichte neue Variante – oder sprechen nach wie vor andere Gründe dagegen, sich überhaupt dort zu engagieren?

(Carsten Drees)

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Dieses Posting wurde von einem Blogger geschrieben, der nicht mehr für BASIC thinking aktiv ist.

27 Kommentare

  • Facebook hat mich eher in der Einfachheit fasziniert. Ich registriere mich und Facebook sucht sogar noch aus deinen E-mails alle angemeldeten Kontakte heraus. Langsam stoßen auch viele von meinen Freunden auf Facebook und sie lieben die Apps. Ich habe mir gerade Facebook lite angeschaut und ich werde wahrscheinlich das normale Facebook weiterhin nutzen. Ich finde auch sehr praktisch das sich Facebook und Twitter verbinden lassen somit muss ich meinen Status und die News nicht zweimal schreiben. Bei VZ und CC bin ich schon lange nicht mehr unterwegs und hoffe auch das bald alle anderen sich für Facebook entscheiden…

  • Ahhh. Welch Wonne für mein Auge.
    Ich glaube, das ists. Werde ich jedenfalls näher testen.
    Als Neu-Gesichtsbuchler ist die Funktions-Wucht schon sehr heftig.
    Da erscheint mir Facebook leicht wie ein ruhiger Zen-Garten.

  • tausendmal besser als die normale version. ich werde zwar nicht schlagen von der funktionsvielfalt, ich habe nur einfach keine lust dazu mich durch den linkwald zu klicken!
    mal gucken, ob ich mit der lite verion aktiver werde.

  • Ich finde die normale Version tausend mal besser als die Lite, die sieht so „billig“ aus. Sonderlich aktiv bin ich bei Facebook trotzdem nicht, dann eher meinvz oder twitter zum spammen 🙂

  • So langsam kommt Facebook in Deutschland an, das sehe ich an meinem Freundeskreis, dort kommen auch so langsam die Offline User auf Facebook.

  • Das Problem mit den „wenigen Bekannten“ habe ich gar nicht. Dies ist wohl auch ziemlich zielgruppenspezifisch. Jemand der Freunde im Ausland hat kann mit StudiVZ nichts anfangen, dort wird er diese kaum finden. Deshalb finden sich gerade die bei Facebook die Internationale-Kontakte haben und pflegen. Dies ist bedingt durch Austauschjahre in der Schule wohl eher die Ernte der Gymnasien. Von meiner alten Schule sind sogut wie alle zu finden. Alle die keine Kontakte ins Ausland haben fragen natürlich was sie bei Facebook sollen.

  • Facebook ist eher auf dem absteigenden Ast weil mittlerweile Mainstream.

    Warum dem Newsfeed immer so eine Bedeutung beigemessen wird, verstehe ich nun wirklich nicht.

    Von meinen knapp 75 Freunden schreiben vielleicht gerade mal 5 regelmäßig, 10 weitere sporadisch und der Rest überhaupt nicht.

  • @dagassa:

    Genau. Du musst es ja wissen.

    Ich rede nur aus Erfahrung und weiß das der Großteil der User dort ebenso denkt und sich langsam aber sicher langweilt.

    Da helfen auch kein FB Lite oder noch mehr nervige Apps.

    Nur weil die Mitgliederzahlen zulegen, heißt das noch lang nicht das die auch alle noch aktiv sind.

  • Seit paar Wochen erwische ich mich immer wieder auf Facebook, aber schon nach einer hand voll von Freunden wird das ganze ziehmlich nervig mit den zunehmenden Aktivitäten der Freunde. Das ganze wirkt überladen und chaotisch.

    Deshalb werde ich mal die Lite Version gleich testen..

  • @Ömi – Man kann Gruppen anlegen und sie sich ausschließlich anzeigen lassen und wenn Dich bestimmte Anwendungen nerven, kannst Du die auch separat aus dem Newsfeed ausblenden. Ich vermisse auch noch einige Filter-Optionen, aber trotz dreistelliger Freundes-Zahlen kann ich noch recht gut folgen, was sich bei Facebook abspielt 🙂

  • Ich persönlich finde die Twitter Oberfläche schrecklich und habe sie seit ich HootSuit entdeckt habe nicht mehr freiwillig geöffnet. Ich nutze FB auch ganz anders als Twitter, insofern ist mehr der Vergleich FB Lite vs Twitter eher fremd. Allein schon im Vergleich zu FB ist FB Lite aber ein gigantischer Fortschritt. Denn FB ist in meinen Augen fest schon so unübersichtlich wie MySpace. Da ist FB Lite eine willkommene Alternative.

  • das größte problem an der normalen facebook seite sind die quiz spam und image tagging anwendungen. die gehen den meisten leuten auf die nerven. lite ist da ne lösung. aber irgendwie ist mir das dann doch zu leicht.

  • @Carsten Drees, die Funktion ist ja ganz ok, viel besser wäre jedoch die Möglichkeit, dass bestimmte eigene Status Updates nur von einer bestimmten Gruppierung gesehen werden kann (siehe „Problematik“ Freunde und Geschäftkontakte in fb).

  • Also Facebkook hin oder her, das Problem ist auf jeden Fall das Dein Name, sobald gelistet bei Facebook, in den Googlesuche gleich on Top steht.

    Ein krasser Unterschied zu Xing. Was einfach bedeutet das jeder, der geschäftlich auch nur ein wenig darauf achten muss, von seinen Kunden oder potenziellen neuen Arbeitgebern vorab geprüft zu werden, absolut unbrauchbar ist.

    Jeder der da mal zwei drei Partypics drin hat, bei dem ein Glaß zu viel erwischt wurde, brauch sich dann nicht zu wundern, warum es absagen handelt. Ich weis wovon ich rede in unserer Softwareklitsche die nicht gerade klein ist, wird gerne „vorselektiert“ – da kann die Bewerbung plus Referenzen noch so phantastisch sein.

    Auf Diskretion beruflich wie privat wird nunmal Wert gelegt.

  • auf dem PC benutze ich weiterhin das „normale“ facebook. aber auf meinem smartphone nutze ich nur noch die lite-version. vor der lite-version nutzte ich natürlich m.facebook.com auf dem handy. aber die lite-version ist doch um längen angenehmer als die m-version 🙂

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