Keychest: Mickey Mouse & Co. bald auf dem iPhone

Marek Hoffmann

The_WaltDisney_Company-Logo_svgNach Erdbeben, Feuerbrunst und Autoren-Streik schwebt über Hollywood nun wieder ein Schreckgespenst und kündigt großes Unheil an. Sein Name lautet Rob Iger, seines Zeichens Vorstandschef der Walt Disney Company, und die Botschaft in Richtung Traumfabrik ist so  richtig wie geldorientiert: Das Film-Business und das damit zusammenhängende Geschäftsmodell ändern sich genau vor den Nasen der Verantwortlichen, und wenn man nicht auf diese Veränderungen reagiert, verpennt man die Zukunft – und dann wird es bald kein Business mehr geben. Rumms, das saß!

Auslöser für diesen Weckruf sind die rückläufigen Verkaufszahlen im Bereich DVD, der eierlegenden Wollmilchsau der Filmindustrie in den vergangenen zehn Jahren. Und während diese Zahlen schrumpfen, bleiben die Zahlen aus anderen Vertriebszweigen – zum Beispiel der Distribution über Online-Plattformen – weiterhin klein. Selbst wer nicht BWL studiert hat, wie ich beispielsweise, weiß, dass eine solche Mischkalkulation früher oder später den Exitus eines Unternehmen bedeutet. Da man sich bei Disney aber noch zu jung fühlt, um diese Welt zu verlassen und zudem keinen Bock hat, sich in den Sarg zu legen, in dem bereits die weltlichen Überreste der Musikindustrie liegen, hat man sich etwas überlegt.

Dieses Etwas hört auf den Namen „Keychest“ und soll, wenn es nach Iger geht, die Disneys im Moses-Stil in das gelobte Land führen – und dieses heißt Internet. Ähm, Internet? Das hatten wir doch schon, Vertrieb über Online-Plattformen und so, oder nicht? Richtig. Aber doch nicht ganz. Mit Keychest will man nämlich einen großen Schritt weiter gehen und die hauseigenen Filmchen zukünftig nicht nur über eine Set-Top-Box zugänglich machen, sondern auch über – wer hätte das wohl gedacht – das iPhone. Damit hätte der User die Möglichkeit, überall und jederzeit auf die Angebote von Disney zuzugreifen, ohne sie auf seinen Rechner runtersaugen zu müssen

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Die Technologie, die man sich hierfür zunutze machen will, ist die der Cloud, die man zum Beispiel bereits von Anwendungen wie Google Docs kennt. Tja. Jetzt bleibt abzuwarten, was passiert. Natürlich setzt Disney damit einen neuen Trend und ist seiner Konkurrenz einen Schritt voraus. Die Frage ist nur, ob man die User auf seine Seite ziehen und sie durch dieses Angebot dazu bringen kann, ihre Kohle dafür locker zu machen. Zumal es ja, wie gesagt, nur Disney-Filme sind. Wie sieht’s aus, würdet ihr dafür zahlen?

Via: Financial Times / Internetnews

(Marek Hoffmann)

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Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.