neuer Apple Chef CEO Tim Cook Jon Ternus

Die 3 großen Aufgaben, die der neue Apple-Chef jetzt lösen muss

Fabian Peters
Bild: Apple

Tim Cook räumt nach 15 Jahren den Chefsessel bei Apple und übergibt im September an Hardware-Chef John Ternus. Cook wechselt dann als Vorsitzender in den Verwaltungsrat. Der Wechsel hatte sich bereits angebahnt. Dennoch trifft er die Tech-Branche als Paukenschlag und stellt eine weitere Zäsur in der Geschichte Apples dar. Eine kommentierende Analyse. 

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Ersetzt Tim Cook: John Ternus wird neuer Apple-Chef

  • Am Montag, den 20. April 2026, gab Apple bekannt, dass Geschäftsführer Tim Cook (65) zurücktreten wird. Er soll am 1. September 2026 durch den bisherigen Hardware-Chef John Ternus (50) ersetzt werden. Um einen geregelten Übergang sicherzustellen, wird Cook seinen Job noch über den Sommer ausüben. Anschließend wird er den langjährigen Verwaltungsratschef Art Levinson ablösen. In dieser Rolle soll er vor allem Kontakte zur Politik knüpfen und aufrechterhalten.
  • Tim Cook ist seit 27 Jahren bei Apple tätig. Zunächst vor allem im operativen Geschäft, wo er sich mit der Zeit einen Namen für die Perfektionierung der praktischen Abläufe gemacht hat. Kurz vor dem Rücktritt und anschließenden Tod von Apple-Mitgründer Steve Jobs trat Cook dessen Nachfolge als Geschäftsführer an. Er gilt als Meister der Lieferketten und führte das Unternehmen 15 Jahre lang. In dieser Zeit steigerte Tim Cook den Marktwert von Apple um rund 3,5 Billionen US-Dollar.
  • John Ternus, studierter Maschinenbauer, kam im Jahr 2001 zu Apple, um vor allem an neuer Hardware zu arbeiten. 2013 wurde er Abteilungsleiter der Hardwareentwicklung und war seither zuständig für Macs, iPads und Airpods. Ab 2020 war Ternus dann auch für das iPhone und damit Apples wichtigstes Produkt verantwortlich. Heißt konkret: John Ternus arbeitete nicht nur unter Apple-Ikone Steve Jobs. Ihm gelang unter Tim Cook ein rasanter Aufstieg.

Hat Tim Cook Apple zu wenig Innovation hinterlassen?

Tim Cook hat Apple nicht neu erfunden. Er hat das Unternehmen aber größer gemacht, als es sich Steve Jobs vielleicht jemals hätte vorstellen können. 15 Jahre lang führte er den iPhone-Konzern durch eine Ära der operativen Perfektion – mit wenig Chaos, viel Kontrolle, kaum Pathos, aber dafür umso mehr Milliarden.

Sein Abschied ist eigentlich keine Überraschung, denn er war lange vorbereitet und bereits bekannt. Trotzdem wirkt er wie ein Einschnitt, weil Tim Cook fast schon eine konservativ erfrischende Figur in einer populistisch ausufernden Tech‑Branche ist. John Ternus dürfte zumindest ein Stück weit ähnliche Fußstapfen hinterlassen.

Bloomberg beschrieb ihn 2024 in einem Porträt etwa als „sehr zurückhaltend, schreibt nie etwas Kontroverses in E-Mails und trifft Entscheidungen sehr behutsam.“ Ein Cook 2.0 also? Mitnichten! Zwar war Behutsamkeit in der Ära Cook ein absolutes Erfolgsmodell. Doch sie hatte Schattenseiten.

Tim Cook hat kein schwaches Apple hinterlassen und mit dem MacBook Neo die Erwartungen übertroffen, sogar noch einmal einen kleinen Coup gelandet. Doch John Ternus steht vor gewaltigen Aufgaben. Denn: Der Innovationsmythos der Jobs‑Ära wirkt unter Cook eher verwaltet. Und: Das Thema KI wurde schlichtweg verpennt.

Stimmen und Reaktionen zum Machtwechsel bei Apple

  • Der scheidende Apple-Chef Tim Cook in einem offiziellen Statement: „Es war das größte Privileg meines Lebens, CEO von Apple zu sein und das Vertrauen erhalten zu haben, ein so außergewöhnliches Unternehmen zu leiten. Ich liebe Apple von ganzem Herzen und bin zutiefst dankbar, mit einem Team aus so genialen, innovativen, kreativen und engagierten Menschen zusammenzuarbeiten, die sich unermüdlich dafür eingesetzt haben, das Leben unserer Kunden zu bereichern und die besten Produkte und Dienstleistungen der Welt zu entwickeln.“
  • John Ternus, designierter Cook‑Nachfolger und Apple‑CEO, ergänzte: „Ich bin zutiefst dankbar für diese Gelegenheit, Apples Mission weiterzuführen. Da ich fast meine gesamte Karriere bei Apple verbracht habe, hatte ich das Glück, unter Steve Jobs zu arbeiten und Tim Cook als meinen Mentor zu haben. (…) Ich blicke voller Optimismus auf das, was wir in den kommenden Jahren erreichen können, und ich bin sehr glücklich darüber, dass die talentiertesten Menschen der Welt hier bei Apple und entschlossen sind, Teil von etwas zu sein, das größer ist als jeder Einzelne von uns.“
  • Unmittelbar nach der Verkündung folgten prompt die ersten Reaktionen zahlreicher großer Tech‑Bosse. OpenAI‑Chef Sam Altman in einem Beitrag auf X (ehemals Twitter): „Tim Cook ist eine Legende. Ich bin sehr dankbar für alles, was er geleistet hat, und ich bin Apple sehr dankbar.“ Palmer Luckey, Gründer von Oculus VR, schrieb ebenfalls auf X: „RIP Tim Apple“ – eine Anspielung auf einen Vorfall im Weißen Haus im Jahr 2019. US‑Präsident Donald Trump sprach den iPhone‑Chef in seiner ersten Amtszeit damals versehentlich als „Tim Apple“ an.

KI, China und Trump: Was John Ternus jetzt liefern muss

Ähnlich wie Tim Cook ist auch John Ternus kein Visionär, sondern fast schon ein Mensch gewordenes Apple‑Produkt. Beide waren mindestens ein Vierteljahrhundert beim iPhone‑Konzern tätig und sind damit mit einem System und einer Logistik aufgewachsen, die kein anderer so geprägt hat wie Steve Jobs.

Dass Ternus praktisch die gesamte moderne Apple‑Hardware mitgeprägt hat, macht ihn nicht nur zu einem logischen, sondern auch zu einem konsequenten Nachfolger von Cook. Zugegeben: Beide agierten weitaus zurückhaltender, analytischer und weniger öffentlichkeitswirksam als Steve Apple. Doch genau diese Ähnlichkeit dürfte kein Zufall sein, sondern Teil der Übergabephilosophie.

Emotionslos ist Ternus aber keineswegs, sondern eher jemand, der Entscheidungen im Hintergrund durchsetzt, statt sie öffentlich auszurufen. Seine größte Herausforderung trägt indes zwei Buchstaben: KI. Denn Apple muss seinen Sprachassistenten Siri neu denken und gleichzeitig seine strikten Datenschutzversprechen halten.

Lieferkette stellen eine weitere Herausforderung dar. Denn Apple hat durchaus eine produktionsbedingte Abhängigkeit von China entwickelt. Sollte die US-Regierung neue Zölle gegen China verhängen, muss John Ternus bedeutende Entscheidungen treffen. Generell stellt sich auch die Frage nach dem Umgang mit der Regierung und speziell mit US-Präsident Donald Trump.

Parallel stehen große Hardware‑Fragen im Raum: ein mögliches faltbares iPhone, neue KI‑getriebene Geräte und die Frage, ob Apple erneut eine Produktkategorie definieren kann, statt nur zu optimieren. Sprich: Wird John Ternus weiterhin erfolgreich verwalten oder auch überraschen?

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).
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