Sonstiges

Gib mir deinen Saft, ich geb dir meinen: Akkus mit kinetischer Energie aufladen

Human Energy Recycle System

Der Energieerhaltungssatz besagt, dass im physikalischen Sinne ein Verlust von Energie nicht möglich ist. Energie kann zwar zwischen verschiedenen Formen umgewandelt werden, etwa von Bewegungs- in Wärmeenergie, man kann sie aber nicht vernichten. Diesen Umstand wollen sich die beiden Designer Choi Hyung-Suk und Yun Jung-Sik nun mit ihrem „Human Energy Recycle System“ zunutze machen.

Sie sehen den Menschen als eine Energiequelle an, die man – nicht ganz so krass wie in der Matrix, vom Gedanken her aber ähnlich – anzapfen kann. Wir produzieren jeden Tag durch unsere Bewegungen kinetische Energie, die aber entweder ungenutzt bleibt oder nur zu einem Bruchteil dazu verwendet wird, um beispielsweise Automatikuhren anzutreiben.

Mit den von ihnen entwickelten „Solution Units“ – Vorrichtungen, die an den Händen, Fingern oder um die Handgelenke getragen werden können, möchten die beiden Designer diese Energie aufnehmen, in kleinen, aus den „Units“ herausnehmbaren Akkus speichern und diese dann zum Betrieb von Gadgets oder elektronischen Geräten wie Handys oder MP3-Playern verwenden. Werden die Batterien nicht genutzt, können sie in einer Art Ladestation, dem sogenannten „Application Built-in Type“, aufbewahrt werden.

Nette Idee, wie ich finde. Allerdings frage ich mich, wie viel kinetische Energie eine Person pro Tag tatsächlich „produzieren“ kann und wie viel benötigt wird, um ein technisches Gerät wirklich damit antreiben zu können. Und damit verbunden ist die Frage danach, ob diese Lösung wirtschaftlich ist. Das heißt, ob die (Herstellungs-)Kosten für das „Human Energy Recycle System“ in einem vernünftigen Verhältnis zur gewonnen Energie beziehungsweise zu den gesparten Energiekosten stehen. 

Via: Yankodesign

(Marek Hoffmann)


Vernetze dich mit uns!

Like uns auf Facebook oder folge uns bei Twitter


Über den Autor

Marek Hoffmann

Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.

13 Kommentare

  • Wie schon bei den Schüttel- und Kurbelbatterien eine interessante Idee. Der Preis/Leistungsfaktor sollte sich von allein erledigen, wenn die Stückzahlen groß genug sind.
    Gibt es eigentlich Messgeräte, mit denen man die Menge produzierten Stroms durch Körperbewegungen mal testen könnte?

  • Würde mich auch interessieren, wieviel Strom damit zu machen ist. Fraglich ist jedoch, ob das Gerät wirklich oft gekauft wird. Denn ganz ehrlich, der Strom zuhause an der Steckdose wird für die meisten personen eher bequemer sein. Ausserdem hat das Tragen dieses Gerätes wahrscheinlich einen hohen Störfaktor im Alltag und sieht nicht besonders aus. Ich denke in einer kompakteren Form sollte die Idee auch anklang finden.

  • Sehr interessante Sache, aber ich denke, dass man dadurch einfach nicht genug Energie erzeugen kann, um einen MP3-Player zu betreiben. Wäre toll, wenn jemand konkrete Zahlen hätte.

  • Also von der Idee her finde ich das super. Was die erzeugbare Energiemenge betrifft sind die meisten Geräte wie Handys oder MP3 Player inzwischen schon sehr genügsam. Ohne da genaue Daten zu haben liegen die meisten der Akkus bei 3-5 Volt und dann sind Werte von 2000 mAh meist eh schon viel. Also kommen wir da auf Energiewerte von unter 10 Wh. Anders gesagt, wenn wir es schaffen da 1 Watt 10 Stunden lang in Akkus zu speichern reicht das dicke aus.
    Und 1 Watt ist nicht unbedingt viel – wenn man sich anstrengt setzt man so um die 200 Watt um wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe.
    Die Frage ist halt wie Energie am besten gesammelt wird. Wer bewegt schon die ganze Zeit den Arm um irgendwas am Handgelenk dazu zu bringen Energie zu erzeugen.
    Ich möchte da nicht den ganzen Tag den Arm hoch und nieder schwenken – aber andereseits ist mir schon oft genug der Strom ausgegangen wenn ich gerade weit und breit keine Möglichkeit hatte um die Akkus nachzuladen – da wäre ich schon als Kunde sofort bereit für eine wirklich brauchbare Lösung auch was auszugeben.
    Bei Taschenlampen bevorzuge ich die „Kurbellösungen“ schon lange – aber das ist ja nicht wirklich brauchbar für MP3 Player etc.

  • Das Konzept ist doch nicht neu, ich möchte eure Aufmerksamkeit an der Stelle auf Armbanduhren richten 😉
    Selbst wenn der Energiegewinn (noch) relativ minimal ist, dsa Konzept ist noch lange nicht ausgereizt.

  • Tolle Sache. Ich finde das die Idee schon mal in die richtige Richtung geht. Nur sollte man es vielleicht erst mal als einen ersten Schritt ansehen. Wer weiß was daraus noch so alles resultiert!

  • wieviel energie ein mensch am tag produziert kann man doch theoretisch an der anzahl der verbrannten kalorien messen oder ?

  • @ rox:
    Das wäre die Gesamtenergie, die produziert wird. Da sind Körperfunktionen, Bewegungen und Wärmeverluste inklusive. Wenn man wissen möchte, wie viel Energie so ein Armband produzieren würde, müsste man sich eins anlegen und es ausprobieren.

  • Ich finde die Idee Energie durch Bewegung zu erzeugen, bzw. zurück zu gewinnen (ähnlich wie heute schon bei Autos), ein geniales Konzept. Besonders im Outdoor Bereich bei Aktivitäten bei denen man sich ohnehin schon viel bewegt, ist das durchaus sinnvoll. Ich hatte diesbezüglich schon einige Ideen vorgestellt: http://www.freiluft-blog.de/2009/10/akkus-durch-kinetische-energie-wieder-aufladen/

    Interessant ist hier das Konzept wo der „Genereator“ direkt im Rucksackgestänge integriert ist. Wobei der Einsatz bei diesem Modell sicherlich eher im militärischen Bereich liegt.

  • Ganz klar ein Stück Zukunft!

    Interessant wäre es die kinetische Energie der Erde selbst anzuzapfen, diese bewegt sich ja nicht unerheblich um sich und die Sonne, die Wechselwirkung zwischen Mond und Erde müßte sich doch auch im ganz kleinen Rahmen nutzen lassen.

  • zu #11
    das mit dem anzapfen der Bewegungsenergie der Erde wird glaub ich nichts, weil die Bewegung ja konstandt ist und du brauchst ja am besten irgendwas mit einer frequenz. Da warst du mit dem Mond schon näher dran, weil es waren ja mal Gezeiten-kraftwerke (die Turbinen im Meer) geplant, die dann diese Wasserbewegung ausnutzen, die ja sonst nur völlig nutzlos Fische durch die gegend schubst…was is aus dem Projekt eig. geworden?

Kommentieren