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Bezahlinhalte bei Springer: Geld verlangen, wenn die Qualität am Boden liegt?

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Der Startschuss ist gefallen, Springer führt ab heute Paid Content bei seinen Online-Produkten „Hamburger Abendblatt“ und „Berliner Morgenpost“ ein. In einer breit angelegten Apologie entschuldigt sich zumindest schon einmal die Hamburger Redaktion für den Entschluss – und wirbt selbstbewusst für Verständnis: „Ist es zu viel verlangt, in Zeiten, wo aufgeschäumter Kaffee im Pappbecher drei Euro kostet oder das Telefonvoting für sinnbefreite Casting-Shows mindestens 50 Cent, für das Produkt Qualitätsjournalismus knapp 30 Cent am Tag zu bezahlen?“ Die Antwort auf diese Frage müssen nun die Leser geben.

Das Premium-Angebot des „Hamburger Abendblatts“ gibt es künftig für 7,95 Euro im Monat, darin eingeschlossen sind alle Nachrichten aus Hamburg und Norddeutschland sowie das Archiv. Die Ressorts Sport, Politik, Wirtschaft und Kultur bleiben von dem neuen Zahlschloss ausgenommen. Die „Berliner Morgenpost“ berechnet für den Zugang zu „Exklusiv“-Inhalten 4,95 Euro. Ich habe gerade einmal bei unserer Kölner Bahnhofsbuchhandlung angerufen, wo mir mitgeteilt wurde, dass auch die Print-Ausgabe des „Hamburger Abendblatts“ ein ganzes Stück teurer (1,10 Euro zu 0,95 Euro) ist – so könnte man den Gebührenunterschied erklären. Übrigens ist der Online-Zugriff auf sämtliche Artikel für reguläre Print-Abonnenten immer kostenfrei.

Kurz angeteasert

Abgerechnet wird über Click&Buy, wobei die Wahl dieses Micropayment-Anbieters kaum überrascht: Die Abrechnung per Click&Buy ist heute eine Möglichkeit, in Apples App Store seine Rechnung zu begleichen. Und wenn man bedenkt, dass Springer erst vor wenigen Tagen die beiden Bezahl-Apps für „Bild“ und „Welt Kompakt“ eingeführt hat… vielleicht haben sie ja bereits gute Erfahrungen mit Click&Buy gemacht.

Woran merkt der Leser nun, dass er es mit einem kostenpflichtigen Artikel zu tun hat? Beide Online-Zeitungen haben dafür neue Icons (kleine Euro-Zeichen) zur Kennzeichnung eingeführt, die sich neben den Überschriften befinden. Die Texte werden kurz angeteasert – zu kurz, wie ich finde: An manchen Stellen folgt nach der Headline ein knapper Satz, dann muss der Leser bereits wissen, ob ihn das Thema interessiert und er dafür Geld ausgeben möchte – oder nicht. Gemäß Statistik dürfte sich die Begeisterung, das Portemonnaie zu zücken, eh in Grenzen halten. Laut einer neuen GfK-Studie wären nur neun Prozent der deutschen Nutzer bereit, für Inhalte im Netz Geld auszugeben.

Doch ich verstehe das Dilemma der Zeitungen – auch wenn sie selbst schuld daran sind. Niemand hätte vor zehn Jahren vermutet, dass der Online-Ableger den Absatz von Printausgaben ernsthaft einbrechen lassen könnte. Das Pendant im Netz sollte neugierig machen und die Leser zum Kiosk locken, mehr nicht. Dann kam die Werbung und plötzlich wurde das Geschäft noch profitabler. Irgendwann aber kippte das Verhältnis völlig, Krise war angesagt, die Abozahlen brachen ein. Heute sind die Leser derart verwöhnt, dass sie es als eine Selbstverständlichkeit erachten, kostenlos Content im Netz geboten zu bekommen. Doch das Modell der Querfinanzierung funktioniert nicht mehr und die Investitionen der Verleger in Redaktionen und Traffic laufen ins Leere.

Vertrauen zurückgewinnen

Was also tun? Die Verlagshäuser haben zu lange mit ihrer Entscheidung gewartet. Um dem Kostendruck zu entkommen, haben sie reihenweise Redakteure gefeuert und Ressorts abgebaut – sparen, sparen, sparen! Zeitgleich schimpften sie auf die Leser, die Werber und den Staat, der Holzmedien nicht subventionieren wollte. DuMont ist noch immer sauer, dass Berlin die Mehrwertsteuer für Printprodukte nicht komplett abgeschafft hat. Diese gefährliche Art der Realitätsferne ist unbegreiflich und je länger sie anhält, desto mehr leidet die sowie bereits stark eingebrochene Qualität in der deutschen Medienlandschaft. Es wird keine Renaissance der klassischen Zeitungsära geben! Je früher sich die Verlagshäuser an den Gedanken gewöhnen und endlich nach neuen, wirtschaftlichen Modellen im Netz suchen, desto besser. Paid Content ist eine Möglichkeit, von der noch niemand weiß, ob sie auch funktionieren wird: „Vielleicht ist es aussichtslos. Vielleicht ist es selbstmörderisch. Vielleicht ist es auch unverschämt. Doch vor allem ist es eins: Es ist alternativlos“, lautet das Anapher-Mantra der Redaktion des „Hamburger Abendblatts“. Man kann ihnen nur alles Gute wünschen. Wir haben es hier auch mit einer gefährlichen Reihenfolge von Ereignissen zu tun: Erst wurde abgewartet, bis die Qualität am Boden war, nun wird dafür Geld verlangt und dem Leser zeitgleich versprochen, dass dann alles besser würde. Hoffentlich wird Springer dieses Vertrauen auch entgegengebracht.

Frage am Rande

Und nun einmal eine Frage an euch. Rein hypothetisch, ich meine… angenommen, Basic Thinking würde von heute auf morgen die Schotten dicht machen und zum Bezahlangebot werden. Wie viel wären euch denn so unsere Posts wert – also in barer Münze gerechnet. Ein paar Cent im Monat? Ein Euro? Gar nichts? Würde mich ja schon mal interessieren. Und, keine Sorge: die Umfrage ist anonym. 🙂


Update, 19:02 Uhr

Der stellvertretende Chefredakteur Matthias Iken vom „Hamburger Abendblatt“ hat gerade auf die Leserkritik reagiert. Der Artikel ist kostenlos.

(André Vatter)

Über den Autor

André Vatter

André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.

38 Kommentare

  • Habe bis zu 2,99 Euro angeklickt. Gibt zu wenige exklusive News hier. Für mehr „Feature“ Artikel, eigene Recherchen etc. wäre sicher noch der eine oder andere Euro drin, da ich inzwischen vom Autorenteam hier überzeugt bin.

  • André, „Öh… nichts.“ ist zu drastisch formuliert und würde Eure tollen Beiträge abwerten. Ihr macht das übrigens wirklich toll.

    Eher trifft wohl die Antwort: „GENERELL nichts, egal ob Basic Thinking, Die Zeit oder NYT“ zu.

    Meine Meinung: Jeder, der Bezahlcontent einführt, STIRBT. Und jedes digitale Produkt strebt Richtung NULL. Aus. Schluss. Basta. Da Zeitungen diese Lektion erst noch lernen müssen, stehen uns Bloggern noch einige Jahre Affentheater und Diskussionen um Contentklau von den ach so tollen Qualitätsjournalisten ins Haus. Tüte Popcorn und ab geht’s.

  • Also mir wären es auch 3€ wert, allerdings wäre ich nie darauf gekommen, BasicThinking zu abonnieren, wenn es Geld gekostet hätte, insofern wäre ich nie Kunde geworden.

    Eine mir sehr wichtige Frage: wie würdet Ihr es denn mit RSS Feeds machen? ich kenne keinen RSS Feed der pw geschützte Feeds sinnvoll abonnieren kann?!?

  • Ich hab die 1€ Region angewählt, würd theoretisch bis 1,5 gehen – mit dem Gedanken im Hinterkopf das bei allen größeren Blogs zu tun, das wären dann eben schon 15€ im Monat, also teurer als etliche Monatszeitschriften, mit dem Vorteil den Inhalt zu haben den ich tatsächlich lesen will.

  • Ich würd die Aplogie der Redaktion anders beantworten.
    Nur weil ein Kaffee im Pappbecher und ein Anruf für die Wahl eines neuen Superstars im TV 50 ct kosten, zahle ich nicht für eine online-zeitung.

    Anders rum bitte: Kaffee im Pappbecher für 3 eur ist zu teuer. Ich trinke nur aus der Tasse.
    Ich rufe auch nie an, um den nächsten Star im TV zu wählen.

    Somit zahle ich auch nichts für ein Springerblatt. Schon gar nicht für ein Springerblatt.

    Ich wäre aber bereit bis zu, sagen wir mal 3 eur, pro monat für eine online-ausgabe einer zeitung zu zahlen, wenn sie mich umfassend bestens und schnell informieren würde.

    ich habe aber in meinem feed-reader viele info-quellen, die jede eineln auf seinem gebiet besser ist, als jeder online-ableger einer papierzeitung als ganzes. und da liegt der hase im pfeffer. ich ziehe meine infos nicht aus einem!!! angebot, sondern aus vielen und überall eher spezialisiert. was will ich da mit der eierlegendenwollmilchsau, die alles nur ein bisschen kann?

  • Bei Websiten hab ich einfach das Problem, dass ich kaum auf gute Inhalte aufmerksam werden kann, wenn sie kostenpflichtig sind. Insofern müsste es auch Schnupperabos etc. geben.

    Zum Thema Online-Zeitungen: wie man es richtig macht, zeigt meiner Meinung nach der Freitag (freitag.de). Dort wurde ich wg. qualitativ hochwertigen Artikel und dem guten Twitter/Identicafeed überhaupt erst auf die Zeitung aufmerksam und kauf mir quasi die Vollversion auf Holz 😉

  • Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Springer Verlag mit seinem Bezahlmodell erfolgreich sein wird. Wir müssen uns doch nur einmal Premiere / SKY anschauen. Dieser Sender hat es trotz Exclusivangeboten niemals auch nur annähernd geschafft schwarze Zahlen zu schreiben. Wie soll das also bei Tageszeitungen funktionieren, insbesondere weil es genügend andere kostenlose Alternativen gibt die qualitativ gleichwertig und besser sind? Das ausgerechnet für Springer Blätter gezahlt werden soll grenzt schon an Satire.

  • Das Problem ist meiner Meinung nach, dass nur die ganz großen und die spezialisierte Zeitungen und Zeitschriften im Internet eine Chance haben.

    Die Idee, das „kleinere“ Zeitungen ihre lokalen Inhalte bezahlen lassen, ist meiner Meinung garnicht schlecht.

    Jeder muss eben sehen wo er bleibt. Der Nutzer nutzt kostenlose Angebot, warum sollte er auch nicht? Die Zeitungen überlegen sich ihre Konzepte, schließlich wollen sie profitieren. Dieses Gejammere kann ich absolut nicht ausstehen, wer über Jahre mit dem Markt mitgeschwommen ist und Änderungen erst zu spät erkannt hat, der geht eben Pleite, so ist das Leben, auch für Zeitungen.

    Käme auch keiner auf die Idee Versandhäuser zu fördern, nur weil die bzw. bestimmte von ihnen Mist gebaut haben und nun K.O. sind.

  • Ich denke ich wäre inzwischen schon bereit für Inhalte etwas zu bezahlen und gute Blogs (netzpolitik, Nachdenkseiten und Basic Thinking) hätten es auch verdient. Aber wie soll die Technik dahinter aussehen? Ich lese BT per RSS über den Google Reader, wie soll das funktionieren ohne mich mit einem Login zu „belästigen“. Wenn ich bezahle will ich keine Komfort Verluste haben, das kenne ich ja schon von den Audio CDs und den DVDs mit dem Ländercode.

    Ich denke das ist ein sehr mutiger Schritt von Springer und ich vermute sehr stark, sie werden damit keinen Erfolg haben. Das wird dann leider so weiter gehen, bis alle Zeitungen pleite sind und es keinen Journalismus mehr geben wird. Schließlich sind das Zeitungen und keine Banken 🙂

    Da stellt sich wieder die Frage der Kulturflatrate und wie sollen Blogs was davon abbekommen? Vielleicht Google Analytics fragen, wer die meisten Klicks hat?

    Gruss aus dem Norden
    Andreas

  • Hallo,

    also grundsätzlich könnte ich mir keine Bezahlung vorstellen. Denn auch Zeitungen bekommt man im Abo oft schon für Kröten bzw. umsonst. Und auch für Kaffee zahl ich keine 3€ … Was denkbar wäre ist eine „Zeitungsflat“, wo sich verschiedene Verlage zusammenfinden, ein Portal gründen wie google/news und ich dafür dann einen Betrag x z.b. 5€ zahle. Je nachdem auf welche Seiten ich klicke (ob Spiegel, Hamburger Abendblatt etc) sollte dann das Geld untereinander verteilt werden.
    Denn bei den Onlinemedien die ich derzeit konsumiere ob Blogs oder Daily News wäre ich arm wenn ich überall 5€/Monat zahlen müsste. Das macht dann auch keiner. Es sei denn man hat nur 1 Newszeitung…

  • Ich habe schon vor Jahren mein Zeitungsabo auf die Onlinevariante umbestellt und bezahle selbstverständlich auch etwas dafür. Nur weil ich mir die Informationen auch auf anderen Seite kostenlos zusammen suchen könnte, verzichte ich doch nicht auf meine Lieblingszeitung. Und zu Hause sammelt sich auch nicht mehr das Altpapier.
    Ich bin zuversichtlich, dass die Verlage einen Ausweg aus ihrer Krise finden werden.

  • so gern ich auf basic thinking verweile um eure interpretationen des tagesgeschehen zu erfahren, würde ich für diesen ’service‘ kein geld zahlen wollen. genausowenig würde ich für ein premium angebot der springer presse zahlen …
    carstens vorschlag wäre für mich noch akzeptabel, aber ansonnsten ist steht es für mich nicht zur diskussion ein bezahl abo für news im netz zu beziehen.
    auf blogs, etc. die mir gefallen und die ich regelmäßig besuche wird prinzipiell der adblocker abgestellt, …

  • @#18 Sven, schonmal ne monatlich erscheinende Zeitschrift angeguckt?
    Egal ob Stern,Spiegel, connect, c’t, Spielzeitschriften … überall Werbung 😉 (ok: bei den spielezeitschriften kommen zumindest meistens noch Datenträger als Kostenfaktor dazu, welche Ausrede hat der Rest?

  • @Hendrik: Das ist u.a. das Problem. Wir haben Krise: An welcher Stelle sparen Unternehmen zuerst? Richtig – beim Marketing. Die Anzeigenpreise sind in den vergangenen Jahren rapide gesunken. Damit holst du kaum noch was rein.

    Das ist auch eine Info für @bierbauch: Die TKP-Preise sind völlig eingeknickt. Mit Bannern alleine konntest du noch vor 2, 3 Jahren arbeiten. Heute reicht das lange nicht mehr aus.

  • Was spricht denn dann dagegen den Preis realistisch anzusetzen und den Werbemist komplett wegzulassen (bei Zeitschriften)?
    Im Netz muss ich sagen das ich das meiste an Werbung nicht mehr bewusst wahrnehme – das gilt auch für Pop-Ups (die tatsächlich immernoch eingesetzt werden), die ich maximal als Störung wahrnehme, nicht als Werbung.
    Wie ich weiter oben schon sagte (und was auch eliterator für sich bestätigt): Ein individuell zusammenstellbares/zusamengestelltes Angebot von Inhalten gegen Bezahlung halte ich für eine realistische Alternative zum derzeitigen Konzept.
    Aber 7,95€… da müssten mich schon jeden Monat deutlich über die Hälfte der Inhalte interessieren damit das auch nur in Frage kommt.

  • @andre: das wusste ich nicht … war der meinung, dass bannerwerbung etc. durchaus ein funktionierendes refinanzierungs model sei. vorbild: google.
    ich hoffe du verhungerst nicht, falls doch: das fresspaket steht bereit! *fg*
    wie ich oben bereits sagte: ich könnte mir durchaus vorstellen einer newsplattform aka google.news einen monatlichen pauschalbetrag für unbegrenzten zugang zu zahlen.
    für ein online-abo einer einzelnen tageszeitung würde ich mir aber einfach kein abo holen, da es sich m.A.n. nicht lohnt …
    fr. läkens vorschlag einer prepaid finanzierung für artikel (z.b. 10cent/artikel könnte ich mir auch vorstellen …

    ach nochwas: das modell der springer presse ist (noch) ein digges FAIL. wenn man die headline und magazin des gewünschten paid-content bei google sucht, bekommt man den inhalt auch umsonnst 😉
    quelle: http://www.dwdl.de/story/23950/springers_bezahlschranken_haben_eine_hintertr/

  • Und das witzige bei Springer ist, dass man die Seiten auch weiterhin kostenfrei lesen kann. Man muss nur die Kennung des Browsers auf den Google-Bot umstellen, da Google diese Inhalte weiterhin indizieren soll.

    Nutzer des Firefox‘ sind da fein aus dem Schneider, da es dafür Plugins gibt, die die Kennung schnell einstellen.

  • @Anonymous
    Es geht tatsächlich, auch mit dem MSN und Yahoo Bot. Einfach das User-Agent Plugin laden und ab gehts im Firefox.

    Was ist das bitte für ein schlechter Schutz? Ich würde sagen für Bild-Leser sicherlich eine unüberwindbare Hürde – für uns aber nicht 😀

    Somit ist die ganze Diskussion für mich erledigt, es bleibt alles KOSTENLOS 🙂

  • Ich habe 99 Cent/Monat angeklickt. Ich lese Euch sehr gerne. Zwar nur sporadisch, aber regelmässig. Mit Exklusivität würde ich meine generell Wahl von Paid Content nicht begründen. Nur hypothetisch ergänzt: Würde Basic Thinking den Content jedoch für Google-Traffic offen lassen, wäre ich ganz schnell wieder weg. Ganz. Sowohl paid als auch free.

  • Dr. Roland Kaske

    Es wird schwierig werden, Bezahlinhalte im Internet durchzusetzen. Wehret den Anfängen würden die Lateiner sagen. Das Rad zurückdrehen hört sich gut an. Die Frage ist: Wie machen es alle anderen Verlage?

    Die Idee ist richtig, zu sagen: guter Inhalt hat seinen Preis. Wird der Leser jedoch aus Loyalität zahlen, wenn er woanders den Inhalt kostenlos bekommt?

    Bin gespannt wie es weitergeht

    Dr. Roland Kaske

  • Meiner Ansicht nach wird die fragwürdige Qualität der Springer Zeitungen nur benutzt als eine Ausrede nicht bezahlen zu wollen, „Wenn Springer qualitätsreiche Zeitungen im Angebot hätte, würde ich dafür Geld bezahlen“. So fremd ist es nicht bezahlen zu müssen für etwas das geschrieben worden ist von guten Journalisten. Und zu behaupten dass Blogger diesen Job auch machen können ist einfach Blödsinn denn jeder Blogger schreibt so wie er selbst will und Überprüfung der Fakten wird es wohl nicht mehr geben.

  • naja lg chocolate, eine überprüfung der fakten gibt es gerade bei der BILD auch nicht. da liegt die qualität als mindestens gleich auf. Desweiteren ist es eine ziemliche eigenartige generalisierung, hier zu behaupten bei Blogs würde nicht recherchiert – klick doch einfach mal die letzten BT-Einträge durch, schon ist das gegenteil beweisen. Niemand behauptet das es Privatmenschen in ihrer Freizeit besser machen als die BILD (obwohl dies in dutzenden Fällen der Fall ist, was nicht(!) unbedingt an den Redakteuren&Journalisten bei Springer liegt, sondern den von weiter oben gegebenen Abgabefristen, Überschriften-&Artikellängen etc.
    Ich behaupte es gibt eine wesentlich geringere Gratismentalität als vielerorts beschrien wird – vielmehr ist das Problem eben das zu lange nicht auf Kundenwünsche eingegangen wurde, sodass zwischen (illegalem) Gratiszugang und Pauschalpaketen (die eben zu teuer sind wenn man nur an 10% der Inhalte interessiert ist) nichts gab.
    Ich hätte gern die Möglichkeit, statt 1,50€ für eine Zeitung zu zahlen 0,4€ für den Sportteil der Zeitung zu zahlen – so etwas gibt es aber nicht als angebot – offline soll ich die ganze Zeitung kaufen, online gibt es *alles* gratis. Dabei wäre es im Netz kein Problem eben einzelne Inhalte zu fairen Preisen anzubieten – der ganze Prozess nennt sich dann freie Marktwirtschaft.

  • Das Problem mit dem Paid Content ist, dass man sich abgezockt fühlt.
    Ein Euro hier, ein Euro da, der nächste Artikel kostet 50 Cent und plötzlich ist man mehr mit bezahlen beschäftigt als mit lesen.
    Könnte ich die komplette Zeitung zum realen Preis bekommen, als PDF etwa, sähe die Sache anders aus. Ich bin jemand, der frühs die Zeitung kauft und in der Bahn liest. 80Cent für ein akzeptables Blatt mit Nachrichten, Lokalinformationen und so sind da nicht zuviel. Zieht man die Druckkosten ab, hätte man eine PDF-Ausgabe für 40 … 50 Cent?

    Einmal bezahlen, auf den Reader laden und ab zur Arbeit.
    Die Anbieter hier machen sich das ganze selber kaputt, weil sie genau das verhindern – man kriegt, egal wieviel man bezahlt, keine komplette Ausgabe zusammen und die kann man dann auch nicht problemlos mitnehmen. Und wenn ich mir mal einen Zeitungsausschnitt ausschneiden und aufheben will, wird man mit irgendwelchen DRM-Systemen zugebombt, weil auch steinalte Artikel ja sowas von urheberrechtlich geschützt sind …

    Tjo … selber Schuld. Ich möchte mir eine Zeitung kaufen und sie lesen. Entweder das geht – oder ich bezahle nicht dafür.
    Die Zeitungen haben einen großen Vorteil: sie sind lokal. Sie können auch Artikel anbieten, die sich nur um eine Stadt kümmern.
    Wen die Zeitungen jetzt anfangen, nur das abzudrucken, was es den Tag vorher bereits umsonst im Internet gab, machen sie sich selber überflüssig. Gegen das Internet und die Weltnachrichten im TV kann eine Zeitung nicht anstinken, aber dafür war sie auch noch nie gedacht gewesen. versuchen die Zeitungen jetzt genau das, dann sind sie weg vom Fenster.

    Die Fußballergebnisse seh ich in der Tagesschau. Aber die Interviews mit den Spielern und Trainern gibts Tags darauf in der Zeitung. Das kann ich dann in aller Ruhe lesen. Spart die Zeitung genau daran, ist sie überflüssig geworden.
    Das hhat man zum Beispiel an der „Welt kompakt“ gesehen.
    Hirnlose ‚Tweets des Tages‘, Seitenweise Selbstbeweihräucherung, wie toll doch das Internet sei und wie toll die Zeitung, die alles daraus wiederkäut und nur noch magere 2 Seiten Inland und 2 Seiten Sport. Aber jede Menge Klatsch und Tratsch, Haufenweise Facebook und Twitter und unter jedem Artikel der Spruch ‚Twittern sie mit unseren Redakteuren darüber‘. Wenn es mich interessiert, was auf Twitter und Co gesülzt wird, melde ich mich da an und lese es kostenlos – dafür brauch ich mir keine Zeitung zu kaufen.

    Solange die Zeitungen das nicht begreifen, werden sie weiter in der Bedeutungslosigkeit versinken.

  • @Arno Nym

    Was ist das bitte für ein schlechter Schutz?

    Kannst Du Dich noch erinnern, welches Geschrei unter anderem Springer machte, Google sei böse und klaue deren Inhalte? Nein, Google ist nicht böse, zumindest in diesem Fall nicht. Springer & Co. wollen nur Google ans Geld ohne jedoch dafür selbst etwas zu geben. Halt das normale Schmarotzertum. Und dass sie ohne Google erst recht nichts hätten, dass ist schon seit einer kleinen Ewigkeit bekannt. Da war doch mal eine Zeitschrift, glaube von Springer oder so, die hatte mal die Zugriffsdaten entsprechend aufbereitet. Die Auswertung hat ergeben, dass die meisten Aufrufe über die Suchmaschinen erfolgen.

    Würden Springer & Co. also nun den kompletten Inhalt für Google sperren, so wäre es ihr Ende.

    Dass der Schutz lächerlich ist, ist bekannt und hatte die Lösung schon instinktiv auf der Zunge liegen, die ich jedoch nicht ausprobiert hatte. Mir fiel ab und zu beim Suchen über Google auf, dass der Inhalt zwar indiziert ist, jedoch ich mit einem normalen Browser so nicht drankomme.

    Und ja, man könnte den Schutz in der Tat sicher machen: die Software müsste nur die IP-Adressen noch überprüfen.

  • Hier mein Kommentar, den ich beim Abendblatt hinterlassen habe:
    Ich finde den Schritt sehr mutig, aber auch in Ordnung, auch wenn ich kein Abonnent werde. Ich bin aber überzeugt davon, dass andere nachziehen werden und das eine oder andere Abo werde ich abschließen. So wie ich für gute Arbeit gut bezahlt werden will, bin ich auch bereit guten Journalismus zu zahlen. Das ist schließlich auch Arbeit!
    Diese “ ich-will-alles-aber-kostenlos“ Mentalität muss gestoppt werden, sonst bekommen wir langfristig Qualitätsprobleme!
    Von mir also: Daumen hoch!

    Bei der Umfrage habe ich nicht teilgenommen.
    Für allgemeinen Content würde ich vermutlich nicht zahlen- also wenn ich das Blog nur lesen könnte, wenn ich Abonnent wäre.
    Wohl aber für einige ausgewählte Artikel und bei der Summe käme es darauf an wie interessiert ich wäre.
    Vermutlich aber würde ich zu denen gehören, die ab und zu einfach einen Artikel “ kaufen“, alleine schon um die Autoren zu unterstützen,zu motivieren und einfach “ Danke“ zu sagen!
    Spenden würde mir nicht gefallen- aber das wäre eine Alternative mit der ich meine Unterstützung & meine Zufriedenheit zeigen würde!

  • Moin aus Hamburg, danke für den Artikel. Ich würde bei den derzeit bestehenden kostenlosen Alternativen nicht in die Geldbörse greifen. Allerdings mag sich das ändern, wenn sich der „Online-Bezahl-Journalismus“ durchsetzen sollte. Woran ich derzeit aber stark zweifel‘!

  • clickandbuy sind auch alles verbrecher…hab meinen account vor jahren das letzte mal benutzt und nun für 1euro einen titel bei itunes bezahlt…hatte aber leider noch die kontonummer vom alten konto gespeichert…ich soll jetzt 25euro rücklastschriftgebühren bezahlen…unglaublich!

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