Werbung überall: Google startet die Chrome-Offensive

André Vatter

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Kurz vor Weihnachten fiel es mir auf, weil ich gerade ein Netbook für meine Schwester fertig machte und nicht bei iGoogle eingeloggt war: Google schaltet Werbung für Chrome. Auf der Startseite. In der oberen, rechten Ecke! Auf Google.de! Eigentlich hatte man sich nach dem Entschluss der Suchmaschine, die Home Page ultra-minimalistisch zu gestalten, schon darauf eingestellt, dass dies auch so bleiben wird. Google hatte doch selbst argumentiert, dass die Verknappung der Suche ein notweniger Schritt sei – für die Konzentration der Nutzer und zugunsten von Rechnern mit geringer Bandbreiten-Anbindung. Offensichtlich gilt diese Einschränkung aber nicht für die Werbung eigener Produkten.

Damit dürften die Karten im Spiel um die Browser-Weltherrschaft neu gemischt werden. Ich weiß nicht, wie viele Abermillionen Menschen tagtäglich die Google-Startseite aufrufen – doch nun bekommen diese neben ihren gewünschten Suchergebnissen auch eine Alternative für „schnelleres Browsen“ geboten. Die Schaltung der Werbung kam kurz nach dem Entschluss der EU-Kommission, bei allen Versionen von Windows 7 einen sogenannten Ballot-Screen obligatorisch zu machen. Microsoft musste in den sauren Apfel beißen, um einer weiteren Milliarden-Strafe wegen Wettbewerbsbehinderung aus dem Weg zu gehen. Nutzer haben es nach der Neuinstallation des Betriebssystems nun selbst in der Hand, welchen Browser sie nutzen möchten. Google geht aber noch einen Schritt weiter und preist Chrome eben zusätzlich auf der begehrtesten Werbefläche der Welt an: auf der eigenen Startseite. Ich kann die knirschenden Zähne in Redmond bis hierhin hören.

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Doch auch abseits der Suche finden sich immer häufiger Websites, die mit Chrome-Werbung zugepflastert sind: Auf Spiegel Online prangen die umrahmenden Displays („Und das, obwohl ich doch schon Google Chrome habe; die User-Agent-Erkennung der Werbung ist wohl noch zu verbessern.“) zum Beispiel. Oder bei PCGames, wo sich die User bereits darüber im Forum beschweren („Scheiß google Chrome Werbung strest“). Zusätzlich peitscht Google regelmäßig die Kreativ-Abteilung zusammen, um pfiffige Chrome-Spots ins Netz zu entlassen:

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All diese Maßnahmen haben bereits Früchte getragen: der Google-Browser ist laut NetApplications kurz vor Weihnachten mit 4,4 Prozent Marktanteilen an Apples Safari (4,36 Prozent) vorbei gerauscht. Der Internetexplorer steht mit wackeligen 63,62 Prozent auf Platz eins, gefolgt vom Firefox (24,72 Prozent). Mozilla hat in diesem Jahr gute Arbeit geleistet, doch der Browser mit der zweitbesten Wachstumsrate ist tatsächlich Chrome – der vor einem Jahr noch bei einem Prozent halbwegs unbeachtet sein Dasein fristete. Doch Google muss ja auch auf die Tube drücken, andernfalls drohen die Pläne, künftig auch im Hardware-Sektor kräftig mitzumischen, zu scheitern. Schauen wir uns das noch ein wenig länger an. Ich könnte mir auch vorstellen, dass die EU irgendwann in Brüssel den Zeigefinger gegen Google erheben wird. Abwarten…

(André Vatter)

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.