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Mann kauft Amazon-Artikel für 3 Milliarden Dollar – aus reiner Neugier

cellsBei Reddit konnte man die Tage wieder die klassische Foren-Schaukel in aller Pracht bewundern. Zunächst schoss ein Nutzer mit einem Posting vor: „Was würde passieren, wenn ich diesen 2,5 Milliarden Dollar teuren Amazon-Artikel kaufe?“ (Link). Keine Stunde später kam dann die kurz angebundene Antwort eines anderen: „Ich habe das 3 Milliarden teure Amazon-Ding gekauft! Updates folgen!“ (Link). Bei dem erwähnten Gegenstand handelte es sich tatsächlich um eine teure Angelegenheit. Die Lehr-CD-Rom des Discovery Channel mit dem Titel „Cells“ wurde fälschlicherweise für 2.904.980.000 Dollar (rund 2,01 Milliarden Euro) in den Katalog mit aufgenommen. „Er war davon überzeugt, dass der Preis falsch war. Deshalb holte er seine Kreditkarte heraus, bezahlte und lehnte sich zurück, um abzuwarten, was als nächstes passiert“, fasst DailyMail den Impulskauf zusammen. Dem Käufer mit dem Namen Brian Klug wurde zusätzlich zum Artikelpreis auch noch das Porto in Höhe von 3,99 Dollar in Rechnung gestellt.

Tatsächlich musste sich Klug im Falle einer falschen Preisauszeichnung keine großen Sorgen machen: In den AGB hat Amazon die Klausel, dass man sich in diesen („wenigen“) Fällen mit dem Käufer in Verbindung setzen würde, um sich noch einmal die Transaktion bestätigen zu lassen. Dieser Service gilt allerdings nur für Produkte, die sich direkt im Amazon-Katalog befinden. „Für die Waren fremder Verkäufer können jedoch andere Regeln gelten“, warnt der Buchhändler. Und genau dies traf auf die CD-Rom zu.

amazon

Glück im Unglück: Der Anbieter suburbanbooks ist mit 99 Prozent positiven Bewertungen (bei 4.302 insgesamt) offenbar ein ordentlicher Zeitgenosse. Und hoffentlich wird er die Bestellung mit Humor nehmen, denn ein rechtskräftiger Kaufvertrag ist in jedem Fall zustande gekommen. Die Ware ist auf dem Weg, Klug hat bereits die Versandbestätigung erhalten, dass das Paket zwischen dem 8. und 26. Januar da sein sollte.

Andere Händler sind natürlich schon auf den Zug aufgesprungen. Ein Verkäufer bot nun ebenfalls die CD-Rom zum Verkauf an – für 250.000 US-Dollar. „Ein wenig teuer“, maulten die Rezensenten. Amazon hat inzwischen sämtliche Angebote zur „Cells“-CD offline genommen. Ich bin mal gespannt, wie das weitergeht…

Update, 6. Januar

Klug hat einen Anruf von Amazon erhalten.

(André Vatter)


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Über den Autor

André Vatter

André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.

47 Kommentare

  • Genau, den Satz: „denn ein rechtskräftiger Kaufvertrag ist in jedem Fall zustande gekommen.“ kann man zumindest für Deutschland nicht gelten lassen.

  • Hach, naja was soll es, im Zweifelsfall hat er nun halt 3 Milliarden Dollar Schulden, damit wird er doch sicher auch noch glücklich 😉

  • Naja, ich erinnere nur mal an den Ottofall in 2009 wo etwas ganz billig und nicht teuer war, da bestehen dann plötzlich auf den Kaufvertrag und nicht auf den Spaßkauf…

  • Spaßkauf wenn man absichtlich einen Artikel für einen bestimmten Preis kauft? Wohl eher nicht. Trotzdem kommt man mit unserem Widerrufsrecht natürlich raus, aber der Kaufvertrag ist schon rechtskräftig entstanden.

  • @Dav
    Die Nerven müssen härter als Stahl sein. Wer 3 Milliarden einfach mal so aufs Spiel setzt, dem muss egal sein, dass er evt. sein Leben lang bis über beide Ohren verschuldet sein wird.
    3 Milliarden, da werde ich wohl fünf Leben arbeiten müssen, bis ich das zusammen hätte!

  • Ich war geschockt, als ich den Titel des Artikels gelesen habe.
    Ich würde sowas nicht machen, das wär mir viel zu gefährlich.
    Stellt euch mal vor, er müsste die 3 Milliarden Dollar wirklich bezahlen.
    Wie würde man das anstellen?

  • naja, mal ehrlich, solche scherze sind doch gang und gebe. mich würde nur mal interessieren, was er gemacht hätte, wenn der kaufpreis fällig gestellt werden würde. ein kauf kommt schliesslich durch angebot und annahme zustande.

  • Na das gibt aber eine satte Provision für eBay. Und relativ gesehen zu 5 Euro für nen Wurstbrot ist es ja noch recht preiswert, langlebig und sinnvoll für die Bildung angelegt.

  • So ganz einfach ist man auch nach deutschem Recht nicht aus so einer Spaßnummer raus:

    Sagen wir mal, die CD-ROM wird unsachgemäß verpackt und geht dann bei der Rücksendung zu Bruch und ist nicht mehr verwendbar. Dann hat der Verkäufer das Recht auf Entschädigung – in diesem Falle wären es 100%, da er die Ware nicht mehr verkaufen kann und der Käufer den Schaden verursacht hat.

    Ist zwar sehr unwahrscheinlich, kommt aber gern mal bei Fernseher-Käufen etc. auf eBay vor…

  • hat eigentlich mal jemand an die verkaufsprovision gedacht? ich glaube amazon nimmt 16% des erlöses. ich glaube da kommt der verkäufer auch ganz gut ins schwitzen wenn er die nächste amazonrechnung nach hause geschickt bekommt 🙂

  • Deswegen würde ich sowas nie machen, weil es viel zu gefährlich ist.
    Nachher kommt man aus dem Schlamassel nicht mehr raus und dann hat man den Salat. Also ich möchte nicht gerne eine CD für 3 Milliarden bezahlen.

  • „Also ich möchte nicht gerne eine CD für 3 Milliarden bezahlen.“

    Also ich schon. Deutsche Sprache ist etwas schönes.

  • #22 – wusste noch gar nicht, dass für Verkäufe bei Amazon Gebühren bei eBay fällig werden:-) DAS wäre ja eine wirkliche Sensationsmeldung:-)

  • Auch wenn man den Artikel schnell zurückgibt, dürften die Zinsen für 2 Milliarden Euro schon innerhalb weniger Tage mehr als schmerzhaft sein. Bei 1%pa beispielsweise ca. 55’000 Euro pro Tag. 🙂

  • #29 – wer lesen kann ist klar im Vorteil! Vielleicht schaust Du Dir den Artikel noch einmal an und suchst nach den Worten “ Daily Mail“ . Wie ich solche Kommentare liebe…!

  • @andy (#25): Man ist nur dann schuldenfrei, wenn man seinen Gläubigern die Zahlungsbereitschaft durch kleine Monats-Beträge beweist. Die Gläubiger müssen dem aber auch allesamt zustimmen.

    Und selbst nach den 7 Jahren ist man nicht wirklich „frei“: Einem weiterhin „Privatinsolventen“ wird z.B. keiner gern eine Wohnung vermieten. Außerdem steht man – weil alles Pfändbare gepfändet ist – meist nur noch mit seinen Anziehsachen da … kein wirklich erstrebenswertes Leben.

    @Peter Maffay (#31): Schau‘ mal bei Wikipedia, was „Wucher“ ist. Wucher wäre es, wenn der Käufer nicht gewusst hätte, dass es das Produkt auch günstiger gibt. Wusste er aber … also ist der Verkäufer aus dieser Nummer raus.

  • eine teuere Angelegenheit, das ganze, aber sehr wahrscheinlich wird das ganze annuliert, mir würde mal interessieren, welche Kreditkarte Buchungen von 3 Milliarden Dollar zulassen.

  • Nur mal als Denkanstoß: Wenn in Deutschland kein Kaufvertrag zustande gekommen ist, wofür benötigt man danübern ein Widerrufsrecht? Ist das Widerrufsrecht einschränkbar? Gilt das auch für Selbständige. Wo steht im Gesetz ein Passus Spaßkauf?

    Gehts einfach auf ebay und macht ein paar „Spasskäufe“, mal sehen ob da ein Rücktrittsrecht hilft wenn ein Schreiben vom Anwalt kommt …

  • Hmmm sehr riskant, so ein Spaßkauf kann schnell mal zur ernsten Sache werden. Allerdings würd ich dies mit dem Wiederrufsrecht hier in Deutschland auch wagen, hab selbst schon bei Ebay viele Artikel ohne Probleme wieder zurück geben können und mein Geld schnell zurück erhalten.

  • „Werbung“ für Scientology?

    Wenn man sich so die Liste der Bücher anschaut die der Kunde sonst noch gekauft hat.

  • Ich wäre mit solchen Spasskäufen auch etwas vorsichtiger.
    Amazon berechnet ja eine Gebühr für den Kauf, die in diesem Fall ziemlich hoch sein wird. Nehmen wir mal an der Verkäufer streubt sich dageben, diese Gebühr an Amazon zu bezahlen, dann wird diese automatisch an den Käufer verrechnet. Der Schade entsteht sowohl auf Amazon Seite als auch auf Verkäuferseite.

  • Schon unglaublich, was in USA teilweise so mit Kreditkarten für ein Schindluder getrieben wird. Gott sei dank wird in Deutschland alles geregelt und geregelt, damit sowas nicht vorkommt 😉

  • Amazon Artikel für 3 Milliarden Dollar…

    Vor kurzem veröffentliche basicthinking.de einen Artikel, in dem es um einen Amazon Artikel geht, der knapp 3 Milliarden USD kosten soll. Schnell entdeckte ein User den Artikel und postete den Link auf Reddit mit der Frage “Was würde passieren, wenn ic…

  • Also ich hätte auch nicht die Nerven dafür so einen Einkauf zu tätigen, aber manche Menschen haben da echt kein Problem mit, sowas gibt es auch hier in Deutschland. Vielleicht nicht gerade in der Höhe, aber ausschließen kann man das auch hier in Deutschland nicht.

  • Einfach nur geil. *g* Der nette Herr wird definitiv eine American Express Centurion gehabt haben. Die haben definitiv KEIN Limit und sind nach obenhin wirklich offen. Ich hab letztes Jahr igendwo im Netz gelesen das einer mit einer Centurion einfach mal zu Boeing gegangen ist und sich zwei 747-400 gekauft hat. (Und tatsächlich auch bekommen hat, natürlich nicht am gleichen Tag 😉 ) Eins muss man ihm allerdings lassen, die Aktion ist wirklich geil. ^^ Was ich aber auch wirklich witzig finde, sind hier einige Kommentare, nach dem Motto: „Wie will er denn 3 Milliarden Dollar Schulden abzahlen“ Die Thematik stellt sich gar nicht erst, denn so wie es in dem Artikel geschrieben wurde, hat der Mann mit Kreditkarte bezahlt und die Buchung wurde auch angenommen. Der wird so viel Schotter auf seinen Konten haben, dass sich die Thematik des Schulden machens gar nicht erst stell. Aber wie gesagt, ich find die Aktion einfach nur geil, auch wenn ich persönlich Schiss hätte mal eben 3 Milliarden aufs Spiel zu setzen. (selbst wenn ich 10 Milliarden hätte) Hut ab vor solchen Leuten.

  • Gefällt mir ^^… aber den Mut zusammen zu nehmen und es zu bestellen? Das wäre nichts für mich. Allerdings würde der Kaufvertrag wahrscheinlich auf Grund dieses hohen Preises im Nachhinein als nichtig erklärt werden.

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