Namensstreitigkeiten: 'iPad? Das ist unsere Marke!', sagt Fujitsu

André Vatter

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itamponEs brauchte nur wenige Minuten, bis die Damen auf die Barrikaden gingen: iPad heißt Apples neues Baby. Während wir bei dem Begriff „Pad“ vielleicht noch an überteuerte, gefüllte Kaffeefilter denken, sieht es im englischsprachigen Ausland ganz anders aus. Da denkt man an Tampons oder an Binden. Die „LATimes“ hat einige amüsierte bis angenervte Tweets und Statusupdates aufgeschnappt, in denen sich Frauen über den schlanken Menstruations-Stopper auslassen: „Ich mag es, dass das iPad an dem Tag vorgestellt wird, an dem ich meine Periode bekommen habe. #iTampon, yeah! Ich hab’s ausgesprochen. Fail Apple“, hieß es in einem Tweet.

Der Hashtag #iTampon avancierte binnen Minuten zum Trending Topic bei Twitter und erste Bilder tauchten auf. Gedanken an den alten MadTV-Clip wurden wach. Irgendein Büroleiter in Apples Marketingabteilung dürfte zur Stunde die Stirn runzeln und einen Kaffee nach dem anderen trinken. Wirklich wild ist die Geschichte aber nicht…

Haarig wurde der Namensstreit erst durch eine Nachricht, die vorhin bei der „New York Times“ aufschlug. Fujitsu hat sich mittlerweile zu Wort gemeldet und einige Sprecher an die Front geschickt, die verlauten ließen, dass der Name „iPad“ bereits durch die Japaner geschützt sei. Im März 2003 hatte Fujitsu in den Staaten Markenschutz für den Begriff „iPad“ (PDF-Infobroschüre) eingereicht. Bei dem Gerät handelt es sich um ein ziemlich klobiges Gadget, das noch heute Vertretern dabei hilft, Waren zu registrieren und Abrechungen mobil zu tätigen. Es kommt mit Windows CE.NET als Betriebssystem, hat einen 3,5 Zoll großen Bildschirm, WLAN, Bluetooth und beherrscht VoIP. „So weit wir wissen, gehört dieser Name uns“, teilte nun der PR-Chef von Fujitsu der Zeitung mit. Sein Unternehmen sei derzeit damit beschäftigt, die Anwälte zusammenzuziehen.

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ipadDoch hat Fujitsu wirklich eine Chance? Trotz des Antrags vor Jahren hat das US-Patentamt bis zum April 2009 nicht reagiert und sah die Sache dann irgendwann als erledigt an. Das japanische Unternehmen hat im Juni noch einmal einen halbherzigen Versuch gestartet. Apple hingegen ging kurze Zeit später ambitionierter ans Werk und feuerte gleich eine ganze Salve von Anträgen für die Wortmarke „iPad“ hinterher.

Laut der „Times“ hat Apple nun bis zum 28. Februar Zeit, um auf die Forderung des Wettbewerbers zu reagieren. Doch selbst, wenn es hier zu einer Entscheidung kommen sollte – „iPad“ bleibt ein umstrittener Begriff. Ein deutscher Elektrokonzer zum Beispiel, dürfte auch schon die Rechtsabteilung alarmiert haben: „Der Name iPad ist seit dem 28.02.2006 für die Siemens AG als Gemeinschaftsmarke unter Nr. 004928859 geschützt“, hat bereits ein Jurist herausgefunden.

(André Vatter)

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.