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Google pimpt Maps mit acht neuen Funktionen

„Überraschung: Von Google gibt es etwas Neues.“ – Der Spruch könnte bald wirklich als „Running Gag“ durchgehen, wenn ich mir allein die News der letzten 24 Stunden anschaue, in denen der Suchriese die Hauptrolle spielt: Da wird beispielsweise ein neues Beta-Release des Chrome für den Mac veröffentlicht, sechs Musik-Blogs werden wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen von Googles Blogger-Seite gelöscht oder es wird für 50 Millionen Dollar der „Social Search“-Service Aardvark dem hauseigenen Portfolio hinzugefügt.

Das für die meisten für Google-Fans spannendste, weil unmittelbar greifbare Thema dürfte aber momentan die Erweiterung von Google Maps um acht neue Features sein. Sie befinden sich noch in der Test-Phase, daher wurde der Maps-Startseite in der rechten oberen Ecke ein „Neu!“-Hinweis-Button hinzugefügt. Wer diesen drückt, kann sich per Opt-in für den Test dieser Zusatzdienste entscheiden (wer seine Auswahl für den nächsten Besuch speichern möchte, muss aber mit seinem Google-Account eingeloggt sein). Ich habe sie einfach mal alle ausgewählt und sie ein bisschen ausprobiert.

Wie ihr dem Screenshot entnehmen könnt, wird die Auswahl der neuen Features durch ein kleines Bildchen und einen kurzen Info-Text ergänzt. Hilfreich wäre es aber auch gewesen zu erwähnen, wo der User diese Dienste nach der Aktivierung wiederfindet. Ich habe mir nämlich zunächst einen Wolf gesucht, als ich „Ziehen und Zoomen“ ausgewählt hatte. Der mit einem Lupen-Symbol versehene Button hierfür befindet sich nämlich ganz klein unter dem bekannten Schieberegler fürs Zoomen. Ergibt natürlich Sinn, ihn dort zu platzieren, er fällt aber nicht auf. Offenbar handelt es sich hierbei aber um einen Bug, denn als ich das Feature kurze Zeit später nochmal ausprobiert habe, erschien eine nicht zu übersehende Infobox:

Dafür funktionierte das Zoomen dann tatsächlich so leicht, wie beschrieben: Symbol anklicken, Feld markieren, zoom – fertig. Nach jedem Vergrößern muss die Funktion aber neu ausgewählt werden, was ich persönlich etwas unglücklich gewählt finde. Sinnvoller wäre es gewesen, sie zum Beenden des gesamten Vorgangs per Klick wieder auszuschalten. Während ich diese Funktion ausprobiert habe, hat Google schon die nächste nachgeschoben: „Intelligenter Zoom“. Er prüft vor dem Heranzoomen, in welcher Größe Bildmaterial vorliegt und informiert den User darüber.

Hinter der Funktion „Luftbild“ versteckt sich, was der Name andeutet: hochaufgelöste und drehbare Bilder, die von unterschiedlichen Gebieten aus der Luft aufgenommen wurden. Bisher sind diese noch nicht sehr zahlreich, bei Vorhandensein wird aber in der Schaltfläche oben rechts auf sie hingewiesen:

Bei dem Feature „Zurück zu Beta“ handelt es sich offenbar um einen Gag. Denn außer dass dem Logo „Google Maps“ ein Beta-Tag hinzugefügt wird (siehe Teaser-Bild oben), passiert nichts. Das Spiel „Where in the World“ ist zwar definitiv kurzweilig und unterhaltsam, aber genauso definitiv ein ur-alter Hut (es existiert bereits seit Jahren eine bessere Version und eine von der Welt kopierte Version). Ziel ist es hierbei, aus vier angegebenen Ländernamen innerhalb von 10 Sekunden denjenigen auszuwählen, der mittels eines roten Fähnchens auf der Landkarte markiert ist. Hier wäre mit ein bißchen mehr Liebe sicherlich noch mehr drin gewesen. Der Start-Knopf fürs Spiel befindet sich übrigens oberhalb der Zoom-Leiste und ist auch wieder nicht auf den ersten Blick zu finden.

Mit „Drehbare Karte“ möchte Google all denen entgegenkommen, die beim Kartenlesen immer die Karte drehen müssen, sobald die Himmelsrichtung nicht dem Norden der Karte entspricht. Dies geschieht anhand einer Drehscheibe oberhalb des Zoom-Reglers. Ich fand diese Funktion eher verwirrend als hilfreich, vielleicht weil ich selbst Orientierungsprobleme habe. Als weitestgehend überflüssig erscheinen mir zudem zwei Funktionen, mit denen Längen- und Breitengrade von ausgesuchten Orten angezeigt werden.

Das Feature „Was gibt es hier in der Umgebung“ hingegen wird bestimmt bei vielen Usern auf Gegenliebe stoßen, weil sich damit ein ausgesuchter Ort sehr einfach nach bestimmten Shops, Einrichtungen oder ähnlichen Dingen durchsuchen lässt. Hierzu wird ein mit einem Sternchen (*) markierter Suchbegriff in das Suchfeld eingegeben und die Resultate erscheinen linken mit Bild und Kurzinfo am linken Rand:

Alles in allem muss ich gestehen, dass ich die letzte Funktion als die einzige ansehe, die für das Gros der User von echtem Mehrwert ist. Alle andere sind eher kleine Spielereien, die vielleicht hier und da Verwendung finden, mich aber nicht wirklich überzeugen konnten. Wie ist eure Meinung?

(Marek Hoffmann)

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Über den Autor

Marek Hoffmann

Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.

20 Kommentare

  • „Als weitestgehend überflüssig erscheinen mir zudem zwei Funktionen, mit denen Längen- und Breitengrade von ausgesuchten Orten angezeigt werden.“ ts, ts, ts, …. Kein Fan von Geocaching, oder? ;-))

  • Besonders interessant (aber auch irgendwie beänstigend) ist die Funktion „Was gibt es hier in der Umgebung“ ohne jeglichen Suchbegriff.
    Damit kann man sofort erkennen, welche Geschäfte, Gewerbe aber auch Privatpersonen wo wohnen. Das wird (so scheint es mir) aus dem Google-Index mit Websites und Adressen gefüttert.
    Sehr krass was Google dort alle findet!

  • Da hat sich google mal wieder ein paar schöne Spielereien einfallen lassen, jedoch find ich manche funktionen doch etwas überflüssig. Aber ich denke mal, dass muss aber jeder für sich selbst entscheiden ob er so etwas überhaupt benötig.

  • Naja, irgendwas müssen die vielen Entwickler ja den ganzen Tag machen 🙂
    Google Buzz kam auch in den letzten Tagen.

    Ich finde man sieht an der lokalen Suche aber auch schön wohin die Zukunft geht. Google macht auch nicht mehr an deiner Haustür halt und verknüpft auch lokal schon total viele Daten.

    Bald kann man dann anhand meine Android Handys nachvollziehen wo ich einkaufe und mir die Haare schneiden lasse….
    *gruselig*

  • Minute 0: Cool, ein Länderquiz. Das sogar Spaß macht.
    Minute 2: So, jetzt will ich nicht mehr quizzen – ich suche mir lieber eine Route raus.
    Minute 2 1/2: Argh, kann das Länderquiz läuft trotzdem weiter – und behindert mein Route suchen

    Fazit: Nette Spielerein (insbesondere die Lat/Long-Werte, die mir das Leben erleichtern werden), die aber noch hier und da einige Bugs haben.

  • Also ich finde Ziehen und zoomen, Luftbilder, Lat/Long-Werte und die Umgebungssuche eigentlich nützlich.

    Jetzt gerade weiß ich nicht, was es mir bringt, aber ich werde es sicher immer wieder mal nutzen, gerade Ziehen/Zoomen.

    Where in the World ist ganz lustig 🙂

    und Zurück zu Beta, ist wohl wirklich nur ein Gag…

  • Die Funktion „Luftbilder“ finde ich sehr sinnvoll. Dies hätte Google schon eher in Google Maps implementieren sollen, da es sich sehr gut mit StreetView ergänzt.

  • @Monika: Korrekt! 🙂

    @Domi: Meine Rede. 😉

    @Jan-Philipp: Hast du dir mal das andere Länder-Spiel angeguckt, das ich verlinkt habe. Gefällt mir viel besser, als das von Google…

  • Also mit diesen neuen Funktionen kann ich leider nicht viel anfangen.
    Das Spiel mag noch ganz witzig sein aber die anderen Funktionen benutzte ich eigentlich nie. Das soll aber jetzt nicht heissen das diese Funktionen nicht sinnvoll sind.
    Sicher haben schon viele Benutzer auf solche oder ähnliche Funktionen gewartet, nur ich persönlich kann damit nicht allzu viel anfangen.

  • Alles recht schön und auch gut. Doch vermisse ich immer noch eine sinnvolle Funktion, die es einem Webmaster möglich macht, Einträge zu verbessern die aus alten Bewertungen anderer User (z.B. bei Qype) generiert werden. Betreut man eine Website mit mehreren Niederlassungen die räumlich eng beieinander liegen kann man hier in Teufels Küche kommen … oder habe ich hier etwas übersehen?

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