Facebook als Malware-Schleuder missbraucht: Sicherheitsfirma entdeckt riesiges Botnet

Marek Hoffmann

Amit Yoran, CEO des amerikanischen Internet-Sicherheits-Unternehmens NetWitness, bezeichnet den im Rahmen der „Operation Aurora“ entstandenen Schaden als verhältnismäßig gering. Hinter diesem Namen verbirgt sich jene Cyber-Attacke, die vor kurzem weltweit für Aufsehen gesorgt hatte, weil ihr unter anderem Google zum Opfer gefallen war und in deren Folge der Suchriese seinen Abzug aus China verkündet hatte. Allerdings tut der Sicherheitsexperte dies nur im Vergleich zu dem neu entdeckten ZeuSBotnet „Kneber“, das schon seit 18 Monaten existiert, auf das seine Firma aber erst im Januar dieses Jahres gestoßen war.

Den Spezialisten zufolge wurden in der Zeit weltweit etwa 75.000 Systeme in über 2.500 Unternehmen und Behörden als Bots – weitgehend selbstständig Aufgaben abarbeitende Computerprogramme – missbraucht. Ihre Funktion bestand aber nicht im Viren- oder Spam-Versand, sondern darin, an sensible Informationen ihrer User beziehungsweise der Unternehmen zu gelangen: 68.000 Login-Daten und Berechtigungsnachweise sowie 2.000 SSL-Zertifikate wurden auf diesem Weg ausspioniert. Zu den Opfern gehören neben Banken und E-Mail-Diensten wie Hotmail und Yahoo vor allem auch Soziale Netzwerke – allen voran Facebook.

Gemessen an seiner Userzahl von 400 Millionen ist zwar nur ein verhältnismäßig geringer Teil an Login-Daten gestohlen worden, nämlich gerade einmal 3.500. Allerdings hat das Netzwerk für die Cyber-Kriminellen noch eine andere Funktion gehabt, nämlich als Haupt-Verteilerstelle für Schadprogramme, sogenannte Malware. Yoran zufolge sind dies Anzeichen dafür, dass die Gefährdung durch Cyber-Kriminelle mittlerweile „ein epidemisches Level erreicht“ hat.

UPDATE Newsletter BASIC thinking

Du willst nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 Vordenker bekommen jeden Tag die wichtigsten News direkt in die Inbox und sichern sich ihren Vorsprung.

Nur für kurze Zeit: Anmelden und mit etwas Glück 50€ Amazon-Guthaben gewinnen!

Mit deiner Anmeldung bestätigst du unsere Datenschutzerklärung. Beim Gewinnspiel gelten die AGB.

Viele Sicherheitsexperten sehen ZeuS nur als einen Trojaner an, der Bankinformationen stiehlt, so Alex Cox, NetWitness-Mitarbeiter und Entdecker des „Kneber“-Bots. „Aber diese Ansicht ist naiv“. Die Analyse des Bots hat eindeutig ergeben, dass diese Experten ihre Einstellung zu der Bedrohung komplett neu überdenken und ihre Abwehrmöglichkeiten viel breiter ausrichten müssen, so Cox weiter.

Gewöhnlicher Malware-Schutz und auf Signaturen basierende Sicherheitssysteme reichen auch Yorans Meinung nach bei weitem nicht mehr aus, um sich vor Botnets wie „Kneber“ zu schützen. Unternehmen, die „mit dem raschen Fortschritt im Schadbereich nicht mitgehalten haben, werden einen solchen Trojaner nicht erkennen, bis der Schaden passiert ist“.

(Marek Hoffmann / Bild: Cisco)

facebook-fan

🤝 Zins-Knaller bei Rediem Capital

Eröffne jetzt dein kostenloses Rediem Capital Festgeld und erhalte 2,75 Prozent Zinsen auf dein Geld – und das garantiert für 12 Monate!


Jetzt Zinsen sichern

Anzeige

STELLENANZEIGEN
Openstack Engineer (m/f/d)
CompuGroup Medical SE & Co. KGaA in Koblenz
Digital Marketing Manager (m/w/d)
Schwer Fittings GmbH in Denkingen
Organizational Integration Manager (m/f/d)
Clarios Germany GmbH & Co. KG in
Sales Manager (m/w/d) Online Marketing
Sellwerk GmbH & Co. KG in Düsseldorf, Meerbusch, Kaa...
Sales Manager B2B für Stellenanzeigen und Soc...
Recruiting Excellence GmbH in Düsseldorf
(Junior) Social Media Manager*in (m/w/d) – Be...
Digital Vision Academy in Berlin
Performance Marketing Lead (m/w/d) – Pa...
NILO HAMBURG Inh. Niclas Tretschock in Meerbusch
Trainee Online Marketing Manager (m/w/d) Schw...
Finnwaa GmbH in Jena
THEMEN:
Teile diesen Artikel
Folgen:
Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.