Clickandbuy-Übernahme: Deutsche Telekom will bester Freund der Verlage werden

André Vatter

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Die Telekom hat Blut geleckt – und wer kann es ihr übel nehmen, immerhin ist der Micropayment-Markt in Deutschland gerade erst im Aufbau. Nachdem vergangene Woche bekannt wurde, dass die Verlage Springer und Spiegel das Bonner Telekommunikationsunternehmen bei ihren künftigen Web- und Mobile-Pänen zum Kassenwart befördern wollen, gibt es offenbar kein Halten mehr.

Wie die „Financial Times Deutschland“ unter Berufung auf ja, wen eigentlich? interne Kreise am Morgen berichtet, befinden sich der Londoner Bezahldienst Clickandbuy und die Telekom schon seit Wochen auf geheimen Kuschelkurs. Das Ziel? Die komplette Übernahme. „Wenn da nichts mehr dazwischenkommt, wird das über die Bühne gehen“, wird eine Quelle zitiert. Demnach wird die Telekom Clickandbuy für eine bislang unbekannte Summe übernehmen. Heute halten die Bonner rund 20 Prozent an dem Laden.

Für die Telekom wäre dies – wenn auch auf neuem Terrain – ein gewaltiger Sprung nach vorne. Der eigene Bezahldienst T-Pay dümpelt seit Jahren von Nutzern unbeachtet vor sich hin („© 2008 Deutsche Telekom“, steht unter der Seite). Ein Verschmelzen des eigenen Angebots mit Clickandbuy würde schlagartig für mehr Struktur und vor allem Reichweite im Geschäft mit der Online-Bezahlung sorgen: Clickandbuy wird heute (nach eigenen Angaben) von 13 Millionen Menschen benutzt, rund 16.000 Online-Händler haben sich dem Programm angeschlossen, darunter Apple, Electronic Arts, Musicload, Napster, AOL und andere. Der Dienst ist auf der Höhe der Zeit geblieben, mit dem pfiffigen Angebot „Buxter“ bietet das Unternehmen neuerdings 400 Millionen Nutzern kostengünstiges Micropayment auf Facebook an. Die Ausmaße des Gesamtpotentials werden schnell deutlich, wenn man zudem die Telekom-Mitgift in die Rechnung der Übernahme miteinbezieht: 65 Millionen Menschen sind heute Kunden der Telekom.

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Mehrere Parteien dürften sich über den heute bekannt geworden Deal freuen: Allen voran die Telekom und ihre Aktionäre, dicht gefolgt von den Content-Anbietern, die sich nun erleichtert auf verbesserte Bezahllösungen im Netz einstellen können.

Muffelig dürfte man allerdings in Dreilinden sein. Hier, in der eBay-Zentrale, wurde in der Vergangenheit so mancher Trend verpasst, was den hauseigenen Bezahldienst PayPal angeht. eBay-Nutzer dazu zu verdonnern, Mitglied bei PayPal zu werden? Das wird künftig nicht mehr reichen, um den Einfluss im Online-Bezahlgeschäft zu sichern.

(André Vatter)

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.