Universal senkt die CD-Preise – und hofft auf steigende Verkaufszahlen

Marek Hoffmann

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Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Wie der Online-Ableger Billboard.biz des amerikanischen Musikbranchen-Insiders aktuell berichtet, unternimmt der Musik-Riese Universal Music Group einen neuerlichen Versuch, die Offline-Absatzzahlen für seine kompakten Scheiben zu steigern. Und dieses Mal könnte das Unterfangen des Labels sogar von Erfolg gekrönt sein. Zur Abwechslung konzentriert man sich nämlich mal nicht darauf, Netz-Piraten zu jagen, Abmahnungen zu verschicken, Streaming-Diensten den Saft abzudrehen, DRM-Verfahren zu entwickeln oder auf ähnliche, wenig progressive Aktionen, die bisher symptomatisch für die Hilflosigkeit der Branchen-Verantwortlichen waren. Vielmehr beschreitet man nun einen fast „klassichen“ Weg – und reduziert die Preise.

In einem Testlauf, der im zweiten Quartal dieses Jahres zunächst nur in den USA starten und dann bis 2011 andauern soll, wird das Major-Label CDs im Handel für unter 10 Dollar anbieten. Dies war bisher immer die magische Preisgrenze für diese Tonträger gewesen, die nun aber auf bis zu 6 Dollar reduziert werden soll. Fast schon Angst machen könnte dem Musikfan dabei die Weitsicht, mit der die Verantwortlichen dieses Konzept überdacht haben und die Wege, mit denen sie diesen Preisnachlass finanziell auffangen beziehungsweise ausgleichen wollen (wenngleich man bei den Gewinnen, die in der Branche nach wievor eingefahren werden, von einem möglichen Verlust durch die Preissenkungen fast gar nicht reden dürfte).

Zum einen wird nämlich davon ausgegangen, dass die attraktiveren Preise zu einer stärkeren Nachfrage und somit zu einem höheren Absatz führen – was unterm Strich mehr Profit bedeutet. Diese Rechnung leuchtet selbst mir als Nicht-BWLer ein. Lieber 10 Äpfel zu je 10 Cent verkaufen, als nur einen für 90 Cent. Oder sehe ich das falsch? Zum anderen soll es spezielle „Deluxe“-Editionen von Alben für Musik-Liebhaber geben, die dann zu etwas höheren Preisen verkauft werden. Indem das Konzept also von zwei Säulen getragen und ihm so eine Art Mischkalkulation zugrundelegt wird, wird das finanzielle „Risiko“ für Universal minimiert. Gleichzeitig wird der Anreiz für den Kunden, sich eine CD zu kaufen, aber über den goldenen Weg erhöht – nämlich einen reduzierten Preis.

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Ob diese Rechnung nun aber tatsächlich aufgeht, hängt noch von vielen anderen Faktoren ab. Denn auch wenn die Verantwortlichen bei dem Label fest davon überzeugt sind, dass dieses Konzept „dem physischen Format wirklich neues Leben einhauchen wird“, so ist noch nicht gesagt, dass die Händler da auch mitziehen. Dies hängt maßgeblich davon ab, ob ihr Profit mit dem neuen Preis schrumpft beziehungsweise in welchem Maße. Zudem müssen auch die anderen Labels überzeugt werden, der neuen Preispolitik zuzustimmen. Andernfalls droht ein Szenario, bei dem beispielsweise die anderen Labels durch Ausüben von Druck versuchen könnten, Universal wieder zum Umlenken zu bewegen. Oder die Wirkung, den Konsumenten wieder zum CD-Kauf zu animieren, nicht ausreicht.

Damit würden die anderen Labels aber eine große Chancen auslassen, den Offline-Kunden wieder für sich zu gewinnen. Billboard zitiert eine namentlich nicht genannte Quelle mit dem wundervollen Statement: „Die Definition von Idiotie ist, ein und dieselbe Sache wieder und wieder zu tun und dabei ein anderes Ergebnis zu erwarten. Die Situation in Bezug auf CD-Verkäufe wird sich erst zum Positiven wandeln, wenn die Preispolitik überdacht wird.“ So sehe ich das auch – und ihr?

(Marek Hoffmann / Flickr – Fotograf: dmkinteractive)

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Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.