Überraschend: Zuckerberg zieht Facebook Lite den Stecker

André Vatter

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Gerade einmal ein halbes Jahr hat Facebook Lite durchgehalten – jetzt hat das Unternehmen dem Feature ohne Vorwarnung das Licht ausgeknipst. Das Pendant zur normalen Facebook-Seite hatte in erster Linie diejenigen Nutzer im Blick, die mit schwacher Internetanbindung oder ressourcenarmen Rechnern umgehen müssen (zum Beispiel in den Ländern der dritten Welt): Pinnwandeinträge, Text, Fotos, Videos, Links – das musste reichen. Apps wurden nicht unterstützt. Der zweite Antrieb, der zu Facebook Lite führte, war die Erkenntnis, dass die Social Community mittlerweile mit ihrem überbordenden Funktionsüberangebot die Neulinge abschreckt und man daher eine Art Schnupper-Facebook im Netz installieren wollte.

Doch nun ist erst einmal Schluss damit. Über Twitter wiesen die Betreiber gerade auf ein „Update für Facebook Lite“ hin, wer dem Link folgt, wird jedoch mit einer ziemlich brüsken Erklärung abgespeist:

Danke an alle, die Facebook Lite ausprobiert haben. Wir unterstützen es nicht länger, dennoch haben wir eine Menge durch den Test mit dieser minimalistischen Seite gelernt. Wenn Sie bislang Lite benutzt haben, werden Sie nun zu der Hauptseite von Facebook weitergeleitet.

Aha. Hä? Einige Nutzer laufen angesichts der knappen Durchsage Amok. Da werden banale Gründe genannt, wie die Tatsache, dass manche mit dem App-Klimbim nie etwas anfangen konnten und die schlanke Alternative daher bevorzugten. Andere beklagen, dass Facebook Lite der einzige Weg sei, wie sie das Netzwerk auch von ihren Handys aus nutzen konnten (dafür wiederum gibt es eigentlich die mobile Seite m.facebook.com). Wiederum andere Einwürfe stimmen tatsächlich nachdenklich: „Warum? Dies war die einzige Möglichkeit für uns, die aus Ländern, in denen zensiert wird, auf Facebook zuzugreifen. Ich lebe in Vietnam, wo Facebook seit vergangenem Oktober gesperrt ist. Wer sich fragt, wie ich nun online gekommen bin: Ich ließ DNS, IPs und so weiter durch einen Experten ändern. Jetzt bin ich auf Facebook, doch ich kann nicht von Seite zu Seite navigieren. Ich kann nur mein Profil sehen und werde abgemeldet, sobald ich Nachrichten oder Bilder poste. Bitte bringt Facebook Lite zurück! BITTE!“

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Facebook hält sich angesichts des Protests bedeckt. Es lässt sich nur mutmaßen, weshalb sich das Unternehmen zu diesem Schritt entschlossen hat. Grund könnte zum Beispiel das gerade anziehende Geschäft mit Apps und virtuellen Waren sein, das schon heute ordentlich Geld in die Kassen spült. Durch das Abschalten der Lite-Version sind nun ausnahmslos alle Nutzer gezwungen, sich zumindest mit den Möglichkeiten der Miniprogramme auseinanderzusetzen.

(André Vatter)

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.