Intel will mit kleineren und schnelleren Prozessoren neue Marktsegmente erschließen

Marek Hoffmann

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Mit 80 Prozent Marktanteil ist Intel der unumstrittene Weltmarktführer im Bereich Halbleiter-Technik. Wie der US-amerikanische Chip-Hersteller seine Vormachstellung künftig noch weiter ausbauen möchte, hat er auf der am heutigen Dienstag in Taipeh begonnenen und bis zum 5. Juni dauernden Computex, der größten IT-Messe Asiens, kundgetan. Dort präsentierte David Perlmutter, Executive Vice President und Co-General Manager der Intel Architecture Group, eine Reihe an neuen Produkten und Marktsegmenten, in die das Unternehmen künftig verstärkt vordringen möchte. Zu Letzterem dürfte vor allem die Mobilfunk-Branche gehören, aber fangen wir erstmal mit den neuen Produkten an.

Die Besitzer von portablen Rechnern dürfen sich besonders freuen. Den Single Core Intel Atom-Prozessor N450 ergänzt Intel nämlich um zwei neue „Pineview“-Exemplare: den Atom N455 mit einem und den N475 mit zwei Kernen. Beiden ist gemeinsam, dass sie die schnelleren DDR3-Arbeitsspeicher unterstützen. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass die neuen Modelle zwar so groß sind, wie ihre Vorgänger und auch die gleiche Akkulaufzeit haben, dabei aber deutlich schneller arbeiten. Im Handel sollen sie noch im Winter dieses Jahres verfügbar sein. Aber auch die Besitzer von Desktop-Rechnern müssen nicht traurig sein. PC aus dem Einsteigerbereich können künftig mit den Atom-Prozessoren D425 (ein Kern) und dem Dual-Core D525 ausgestattet werden. Diese sollen voraussichtlich sogar schon ab dem 21. Juni auf dem Markt erhältlich sein.  

Kommen wir aber zurück zu den Notebooks – und dem Codenamen „Oak Trail“. Hierbei handelt es sich um die neue Generation der Atom-Plattform (Weiterentwicklung der Moorestown-Plattform, siehe unten), die gleich mehrere Vorteile mit sich bringt: Sie hat eine geringere Wärmeentwicklung und einen um 50 Prozent gesunkenen Energieverbrauch, besticht dabei aber durch bessere Performance als die Vorgänger. So sollen sich beispielsweise trotzdem Videos in High Definition abspielen lassen können.

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Erinnert ihr euch noch an das Adamo XPS von Dell? Mit 9,99 Millimetern ist es ist das flachste Notebook der Welt. Ganz so dünn schafft es Intel nicht. Mit dem „Canoe Lake“, einem auf „Pine Trail“ basierenden Netbook-Design, schraubt es die Höhe aber immerhin auf 14 Millimeter herab (siehe Bild).  

Kommen wir nun noch zu den neuen Marktsegmenten, die sich Intel erschließen möchte. Zum einen wäre da natürlich der Mobilfunk-Sektor. Wie ich bereits zu Beginn des vergangenen Monats berichtet habe, liefert Intel mit dem „Moorestown“ nun auch erstmals einen Chip, der den Anforderungen von Smartphone-Herstellern gerecht wird. Durch seine Zugehörigkeit zur Low Power Intel Atom Prozessor-Familie ist auch diese Chip-Architektur flacher und weniger Strom-hungrig, dabei aber effizienter als seine Vorgänger. Damit geht Intel gezielt gegen den bisherigen Platzhirschen ARM vor. Der erste Widerstand formiert sich in diesem Sektor aber bereits – aber nicht von Seiten von ARM, sondern Qualcomm. Das US-Unternehmen hat ebenfalls heute auf der Messe nämlich seinen ersten Dual Core-Chip für Smartphones angekündigt. Die beiden Kerne in der dritten Generation der Snapdragon-Mikroprozessorarchitektur takten mit bis zu 1,2 Gigahertz.   

Darüber hinaus hat Intel auch seine Finger bei Google TV mit im Spiel. In Kooperation mit dem Suchriesen sowie Sony und Logitech stellt es für die Set-Top-Boxen, die für das TV-Internet-Projekt des Suchgiganten benötigt werden, seine Atom CE Produkte bereit. Zudem kooperiert der Chip-Hersteller mit dem chinesischen Automobilhersteller HawTai Automobile für eine zukünftige In-Vehicle-Infotainment-Plattform auf Basis des Intel Atom Prozessors und der Linux-basierten Meego Software.

(Marek Hoffmann)

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Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.