Sonstiges

Buchhandel: Umsatz mit E-Books liegt bei unter einem Prozent

Sieh an, wer hätte das gedacht? Dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels zufolge liegt das Geschäft mit elektronischen Büchern hierzulande jenseits von Gut und Böse – nämlich nur unter einem Prozent. Es wird zwar erwartet, dass sich das durch die E-Reader-Lawine ändert, die Apples iPad losgetreten hat. Allerdings auch nur dann, wenn die teilweise sehr happigen Preise für die Gadgets deutlich sinken. Der Schatzmeister des Vereins, Jürgen Horbach, bezweifelt sonst, dass E-Books sich zu einem „Massenphänomen“ entwickeln werden – zumindest hierzulande: „Ich glaube, dass sich das (E-Book) nicht so wahnsinnig dynamisch entwickelt“, so Horbach weiter.

Das sind freilich völlig andere Töne als jene von Steve Haber, Präsident der E-Reader-Entwicklungsabteilung bei Sony. Er hatte vor Kurzem noch voller Überzeugung erklärt, dass innerhalb von fünf Jahren mehr digitaler Content verkauft werde, als physischer. Schätzungen zufolge kommen die elektronischen Bücher in den USA zwar schon auf fünf Prozent, von einem Siegeszug der Reader ist man jedoch auch dort noch weit entfernt. Die Einschätzung Horbachs deckt sich aber mit der des auf den Bücher-Sektor spezialisierten Marktforschers Codex Group. In meinem Artikel zum Thema Print- versus E-Ausgabe von Büchern hatte ich darüber berichtet, dass trotz des bereits seit vielen Jahren existierenden Kindles von Amazon und des neuen Winds durch Apples Reader, das echte Buch noch nicht vom Aussterben bedroht sei.Besitzer der genannten Gadgets kauften auch weiterhin mehr Bücher in gedruckter als elektronischer Form. Freilich gelten diese Ergebnisse für den US-Markt und sind nicht ohne weiteres auf Europa oder Deutschland übertragbar. Sie lassen aber zumindest eine Tendenz erahnen. Sollte dennoch kurz- bis mittelfristig wider Erwarten ein Boom einsetzen, so sind die Buch-Verlage offenbar gewappnet. Laut Horbach arbeiten sie nämlich bereits seit einigen Jahren gemeinsam an Libreka, einer zentralen Online-Plattform für E-Books, die bereits 24.000 Titel enthält. Zudem führe man momentan mit Apple Gespräche über eine Kooperation. Nun denn. Wenn diese ähnlich zäh verlaufen wie mit den Zeitungsverlegern, dann bleibt der hiesigen Buchbranche noch viel Zeit, sich auf die neue Situation vorzubereiten.

Größte Sorge bereitet den deutschen Buch-Verlagen offenbar die Gefahr durch das Internet, die das E-Book mit sich im Gepäck führt. Allen voran die vor illegalen Downloads von Büchern. Wir dürfen also gespannt sein, wann die rechtliche Lage in Bezug auf das Urheberrecht und dessen Schutz im Netz für die Branche ausreichend geklärt ist, dass sie sich aus ihrem Schutzpanzer ins World Wide Web bewegen. Ist die Angst erst einmal abgelegt, dürfte das der Verbreitung von E-Books nämlich sicherlich Auftrieb verschaffen.

Der geringe Absatz von E-Books hierzulande lässt aber augenscheinlich keinen Schluss auf einen schlechten Gesamtumsatz in der Buchbranche zu. Tatsächlich ist dieser zwar in diesem Jahr bisher gesunken, nämlich um 0,4 Prozent, für den Rest des Jahres wird aber mit einem positiven Trend gerechnet. Insgesamt befindet sich der Umsatz in der Buchbranche offenbar ohnehin auf recht zufriedenstellendem Niveau, und zwar schon seit über sechs Jahren. Im Krisenjahr 2009 sei er sogar gestiegen, und zwar um 0,8 Prozent auf 9,69 Milliarden Euro. Hierbei muss allerdings einschränkend bemerkt werden, dass die deutschen Verlage sowohl im vergangenem als auch im Jahr davor die Zahl ihrer auf den Markt gebrachten Titel gedrosselt hatten, nämlich auf 93.124 beziehungsweise 94.276 Neuerscheinungen.

Gut entwickelt, und damit  maßgeblich am Erreichen der zufriedenstellenden Zahlen beteiligt, hat sich der Online-Verkauf von Büchern. Lag er im Jahre 2008 noch bei 10,7 Prozent, betrug er im Jahr drauf bereits 12,2 Prozent vom Gesamtumsatz. Am stärksten trägt aber natürlich auch weiterhin der klassische Buchhandel zum Umsatz bei, nämlich mit 52,3 Prozent.

(Marek Hoffmann)


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Über den Autor

Marek Hoffmann

Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.

42 Kommentare

  • Soso, die machen sich also Sorgen, um illegale Downloads, wenn E-Reader erstmal mehr Verbreitung finden.
    Wann lernen diese Content-Pappnasen es endlich?! Der effektivste (und vielleicht einzige) Weg, Raubkopien zu begegnen, ist, die Inhalte selbst legal verfügbar zu machen.

    Wenn die Verlage ihre Bücher nicht elektronisch verfügbar machen, hat man ja nur noch die Wahl zwischen Papier und Raubkopie. Dabei wäre mir z.B. ein legal erworbenes EBook in vielen Fällen lieber, gerade bei technischen Dokumentationen und Referenzwerken.

  • Es war auch sehr naiv zu glauben, dass der Kundenkreis, welcher sich das iPad kauft der selbe Kundenkreis ist, welcher sich Bücher kauft.

  • Das war mir schon immer Klar, dass das gute alte Buch niemals ersetzt werden kann. Wenn ich etwas lese will ich die einzelnen Blätter in meinen Händen spüren.

  • Das iPad wrid sicherlich nicht dafür gekauft, Bücher zu lesen. Es gibt nur die Möglichkeit, Bücher online zu kaufen und zu lesen. Aber wer macht das schon mit dem iPad. Es ist mehr ein Entertainment und Kommunikationstool.

  • Hier soll lediglich ein bewährtes Produkt aus reinen Profit Interessen Ersetzt werden, ich kann kaum ein Vorteil des Ebook für den Verbraucher erkennen außer das es sich natürlich bei fast gleichen Preis wesentlich günstiger Herstellen und Vertreiben lässt.
    Ein Papierbuch übersteht sogar mühelos ein Menschenleben wenn das iPad wohl schon längst Zerschrettert, nur ist diese Haltbarkeit und Gebrauchthandel nicht mehr Erwünscht. In der Druckindustrie aber sind auch Arbeitsplätze dadurch Bedroht nicht nur im Verlagswesen der Medienkonzerne.
    Ein E-Book ließe sich leicht als Dreingabe beim Buchkauf hinzufügen, würde eigentlich fast nichts Kosten und der Leser hatte das Buch im Regal und als E-Book auf dem Reader. Nur ist so etwas natürlich nicht gewollt.

  • Das Problem ist momentan eher die Angebotsseite. Habe heute mein iPad bekommen und schon intensiv genutzt. Wenn man sich den iBookstore, Kindle, PressReader, iKiosk, textunes und andere Apps anschaut, dann ist das Angebot an Büchern und Zeitschriften aber noch sehr selektiv. Hoffentlich wird da bald nachgerüstet, denn auf dem iPad kauft man wie schon auf dem iPhone eben nebenbei gern mal etwas. Es muss nur auch verfügbar sein.

  • E-Book? E-Schrott!
    Literatur werde ich mir immer gedruckt kaufen. Aber für Handbücher, Tageszeitungen etc. wäre ein Reader von Vorteil.
    Doch da stehen sich die „Marketingstrategen“ selber im Weg: welcher geistig normale Mensch kauft sich für 300 Euro einen Reader, um seine Tageszeitung zu lesen? Die dazu teilweise noch genauso teuer ist wie die gedruckte Version?
    Bei Anleitungen und Handbüchern sind DRM-Systeme verschwendet. Denn a) gibts die dinger eh immer kostenlos dazu und b) braucht man sie nur für das gekaufte Produkt. Also warum nicht damit den Anfang machen und Bedienungsanleitungen für Reader verfügbar machen?

    Solange Reader nutzlos und überteuert sind und gegenüber Gedrucktem keinen Vorteil bieten, werden sie sich nicht durchsetzen. Egal, was sich die „Experten“ erträumen.
    Gekauft wird, was Sinn macht – oder wo ein Apfel drauf ist ;).

  • Ich bin schon der Meinung, dass ich E-Reader durchsetzen könnten.

    Doch vorher müssten sich ein paar Sachen ändern, vor allem die Punkte welche Phaidros angesprochen hat. Momentan bieten Ereader einfach nicht genügend Vorteile um dafür Geld auszugeben.

    Wenn das Ipad augenfreundlicher wäre, dann hätte ich mir zum Lesen von Zeitschriften, Onlineinhalte, Comics und Mangas schon längst so ein Teil zugelegt.

    *Wartet noch immer auf farbige E-Ink Displays

  • Problem ist eher das die Buchverlage endlich mal ein bis zwei Plattformen einrichten wo man legal Ebooks runter laden kann. Wichtig wäre auch endlich mal einzusehen das ein Ebook nicht zum gleichen Preis verkauft werden kann wie Print. In die USA und GB sind Ebooks rund 30% günstiger als Print und so kann diese Markt auch wachsen.

    Ich schätze aber das es in DE so läuft.

    Die Verlage werden die Zeichen der Zeit wieder nicht erkennen und weder ein vernünftige Möglichkeit schaffen Ebooks legal und zur Marktgerechten Preise zu erlangen.

    In 5 Jahren wird es denen wie die Zeitungsverlage ergehen, Ihr Kerngeschäft geht an die Krücke und dann wird gegen die Ebooks geschossen und vor allen die Politik bemüht mit geradezu lächerlichen Gesetzen diese Ebooks zu behindern. Internet Stopschilder gegen Kinderpronografie die aber nur dafür vorhanden sind weil die Schlafer der Urheberrechte sich nicht rechtzeitig auf die Neuerung einstellen wollten, oder gar Strafen von bis zu 5 Jahre nur weil ich vielleicht ein Buch im Wert von 25 Euro illegal runterlade.

  • Ich für meinen Teil würde mich schon für einen eBook-Reader entscheiden. Dann jedoch weniger wegen „Hardware“ also Büchern sondern eher wegen Tageszeitungen oder Magazinen. Das ist ein perfektes Einsatzgebiet für einen eBook-Reader. Wenn -wie schon die meisten Vorredner gesagt haben- der Preis stimmt.

    Als Idee wäre ein Magazin-Abo mit Reader Subvention zu vernünftigen Konditionen nicht verkeht.

  • Sicherlich gibt es deutsche eBooks. Doch es ist schwierig, Sie im großen Rahmen zu vermarkten. Zumal es immer noch die geliebte Buchpreisbindung gibt, die indirekt auch für eBooks gilt.

    Zudem sind die großen Anbieter wie Apple oder Amazon nicht wirklich gewählt, deutsche Titel aufzunehmen. (Siehe hierzu: http://www.ebookblog.de/2010/06/24/selbstvermarktung-von-ebooks-fuer-das-ipad/)

    Es ist langer und steiniger Weg für einen eBook-Autor in Deutschland!

  • War doch eigentlich klar. Wer liest schon gerne sein Lieblingsbuch auf dem iPad während er am Strand liegt? Abgesehen davon, dass man kaum etwas erkennen kann, hätte ich auch angst vor Dieben die mein iPad o. Ä. klauen während ich im Wasser bin.
    Auf dem Sofa zu liegen und auf einem Apple Produkt den brandaktuellen Thriller lesen? – Lieber doch als Hardcover! Kostenpflichtige E-Books waren und sind immer noch fehl am Platz. Finanziert die E-Books doch einfach durch (i)Ads 🙂

  • iPad und iPhone sind schon der richtige Weg in Richtung „eierlegende Wollmilchsau“. Ich will mit einem Gerät Telefonieren, Videos schauen, Surfen (im Internet, nicht am Strand) und Texte lesen bzw. verfassen.

    Hochwertige Inhalte müssen einfach bezahlt werden. Dies gilt zumindest für Fachinhalte. Dies sollte auch bei eBooks so sein. Wer will schon seine Texte randvoll mit Werbung haben ..

  • madlin: spätestens, wenn Freundin oder Mutter anruft und einem 2 Stunden ein Ohr abkaut, merkt man, was für eine blöde Idee es ist, zum Videos schauen, Texte lesen, surfen und telefonieren ein und dasselbe Gerät zu verwenden *g*.

    Smartphones – und da zähle ich die Äpfel mit dazu – sind zwar eine nette Spielerei für unterwegs, aber zu Hause will man leistungsfähigere Hardware haben, die zudem nach Funktionen getrennt ist.
    Also ich kenne niemanden, der sich ein iPad auf den Schoß legt um Videos zu schauen und dafür seinen 20″ TV aus läßt.

  • Wie viele Menschen kaufen sich schon das Ipad um damit E-Books zu lesen? Bestimmt wenige. Viel mehr wird das Ipad, des Ipad willens gekauft, eben weil es cool ist und es jeder haben will, genau wie das iphone oder der ipod. Hab ich noch nie verstanden, werd ich nie verstehen und will ich auch nie verstehen…

  • Phaidros: es geht darum, ein Gerät für unterwegs zu haben. Nichts ist nerviger, wenn man beim Flieger 10 unterschiedliche Geräte vorführen muss, ob nicht doch irgendwo eine Bombe ist. Mit nur einem Gerät wird das schon angenehmer …

    Die Frage ist doch, ob die Menschheit überhaupt ebooks braucht oder will?

  • ich war nie ein wirklicher Fan von Apple. Bis ich einen iPod/iTouch geschenkt bekommen habe. Seit dem liebe ich die Geräte. Sie sind top verarbeitet, liegen gut in der Hand, haben eine innovative Bedienung, funktionieren einwandfrei. Das sind doch Argumente. Egal ob das Teil cool ist.

    Wer angeben will, kann sich doch einfach ein paar weiße Kopfhörer kaufen 😉

  • Also ich hatte zwar noch nicht die Möglichkeit ein Buch auf dem Kindle oder dem iPad zu lesen, aber ich weiß, dass ich längere Texte immernoch lieber drucke und so lese, da es für mich einfach angenehmer ist. Außerdem kann ich hier direkt meine Kommentare und Notizen dran machen, was ich sehr häufig tue.
    Eine Studie für sog. „Early Adopter“ hat gezeigt, dass das gedruckte Buch oder generell gedruckte Texte heutzutage immer noch einen hohen Stellenwert einnehmen und auch noch immer sehr geschätz werden, selbst unter den web2.0 Jüngern. Daher denke ich, dass es noch eine ganze Weile dauern wird, bis sich ein digitales gegen ein print Buch durchsetzen wird.

  • Ich kann einerseits völlig verstehen, dass die User noch Anlaufschwierigkeiten mit den Ebooks haben. Andererseits macht Apple mit dem iPad leicht und haptisch toll, Bücher zu lesen. Da sind die Jungs einfach klasse. Meine Freundin ist nun wirklich kein Technik-Freak, aber beim iPhone war sie schnell verliebt, weil sich alles so intuitiv bedienen lässt und es sich so anfühlt als könne man es anfassen.
    Seit Amazon so prominent ist, genieße ich es, eine Buchempfehlung zu bekommen und mit wenigen Klicks sicherzustellen, dass das begehrte Buch morgen früh mit der Post kommt. Da ich viel englischsprachige Literatur lese, ziehe ich hier Amazon dem Buchladen um die Ecke vor.
    Noch besser wird das mit dem iBook Store. Da kann ich das Buch ein paar Minuten später schon lesen oder schnell auf Telefon oder iPad spielen, in die Tasche packen und im Zug …
    Der Faktor Zeit alleine ist da schlicht umwerfend, so nach dem Motto „Moment, ich ziehe es mir schnell aus dem iBook Store.“
    Wenn man sich an Kommentare und Lesezeichen gewöhnt, merkt man schnell, das hier analoge Bücher nur schwer mithalten können.
    Oft erinnert man sich später, dass in dem Buch etwas zum Thema XY stand und brauchte aber 30 Minuten um die entsprechende Stelle zu finden.
    Das erledigt sich mit digitalen Büchern und das ist echt spitze!

  • „Der Schatzmeister des Vereins, Jürgen Horbach, bezweifelt sonst, dass E-Books sich zu einem “Massenphänomen” entwickeln werden – zumindest hierzulande: “Ich glaube, dass sich das (E-Book) nicht so wahnsinnig dynamisch entwickelt”, so Horbach weiter.“

    Das sagt es doch ganz schön aus. Die Leute, die das Geld und die Möglichkeiten hätten, den eBook /eReader Markt endlich mal auf touren zu bringen glauben nicht dran bzw. warten erstmal ab, gerade weil die

    „Größte Sorge bereitet den deutschen Buch-Verlagen offenbar die Gefahr durch das Internet, die das E-Book mit sich im Gepäck führt“

    Man ist also a) nicht überzeugt und b) ängstlich.

    Das man so auch keinen Massenmarkt aufbauen kann, ist ziemlich klar.
    Und ziemlich traurig.

  • Wer will denn schon wirklich Bücher auf einem, wie auch immer gearteten, Monitor lesen?
    Das fängt bei mir schon bei den ganzen Katalogen als .pdf an und ist bei Romanen und Tageszeitungen noch wichtiger – ich brauch Papier.

    Mag sein das das manche vielleicht anderes sehen, aber ich kann mir nicht vorstellen das sich das digitale Lesen in dem Bereich so schnell durchsetzen wird.
    Mich wundert es jedenfalls nicht das die ganze Geschichte so zäh anläuft.

  • @Anja

    Ich 🙂

    ebook ist ja nicht gleich .pdf, Alternativen wie ePub gibt es ja auch.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Epub

    Es will ja auch niemand ‚Papier‘ ersetzen, aber auch Papier hat Nachteile, gerade wenn man unterwegs ist, dann ist Papier allein schon vom Format und Gewicht ein Nachteil.

    Und ich weiß nicht, wie dass bei dir ist, aber ich habe auch viele elektronische Texte, die ich zwar Unterwegs(= nicht am PC /Laptop) lesen wollen würde, die ich aber nicht ausdrucken will(da sie gedruckt nur Platz wegnehmen) und auch hier wären eReader toll.

    Gerade auch im Bereich der Fachjournale sind die meisten Artikel elektronisch verfügbar und man könnte ohne Papierwälzer die neuste Forschung lesen, während man im Zug sitzt nach sonst wo.

    Was ich damit sagen will, die Sonntagszeitung und der Schundroman mögen ohne Papier nicht das Gleiche sein, aber es gibt durchaus Texte, wo es auf die Form nicht so sehr ankommt, wie auf die bequeme ‚Konsumierbarkeit‘.

  • Bezeichnet mich gerne als Erbsenzähler, aber zu diesem Satz
    „Hierbei muss allerdings einschränkend bemerkt werden, dass die deutschen Verlage sowohl im vergangenem als auch im Jahr davor die Zahl ihrer auf den Markt gebrachten Titel gedrosselt hatten, nämlich auf 93.124 beziehungsweise 94.276 Neuerscheinungen.“
    habe ich zwei Fragen:
    1. Von welchem Niveau kommt man denn? (Selbst zwischen den beiden genannten Jahren ist es nur ein gutes Prozent und damit wohl kaum signifikant)
    2. Warum ist das einschränkend zu bemerken?

  • Man sitzt doch schon viel zulange vor ein Bildschirm, der immer an und ausgeht, ohne daß wir es bemerken! Entzspannen kann jedenfalls beim Lesen digitaler Texte nicht! Hält man ein Buch in der Hand ist man in einer völlig anderen Situation! Ich denke, dass es auch in Zukunft kein größeres Bedürfnis der Konsumenten geben wird E-books zu lesen!

  • Ich denke, so lange es einfacher ist, ein eBook aus illegalen Quellen zu kopieren, als es online zu erwerben, so lange kann es keinen Durchbruch geben. Bis man mal ein eBook lesen kann, vergehen einige Schritte.

    Aber dann _besitzt_ man das eBook ja noch nicht einmal. Man bekommt nur ein _Nutzungsrecht_ – bezahlt aber den gleichen Preis, wie für eine Druckausgabe. Wieso wird das wohl dann nicht funktionieren?!

  • Ja, wer hätte das gedacht? Der Börsenverein des deutschen Buchhandels(!) gibt bekannt, dass E-Books erst 1 Prozent des Umsatzes ausmachen – und es hagelt Kommentare, man habe ja gleich gewusst, dass das mit den E-Books nix werden kann!

    LOL

    Nur 1 Prozent! Obwohl doch E-Book-Reader und das iPad bereits seit Monaten auf dem Markt sind, wahrscheinlich schon etwa jeder 500. Deutsche ein solches Gerät besitzt und die innovativen Verlage mindestens schon 2 Prozent des Buchbestandes elektronisch verfügbar gemacht haben.

    Klare Sache: E-Books sind gescheitert. 😉

  • […] 5. eBooks bleiben Nischenprodukt […]

  • Keine Angst vor dem E-Book! Das möchte man auf jeden fall der Druckindustrie zurufen, wenn man die aktuell Fakten und Zahlen betrachtet.
    Bleibt also abzwarten wohin der Trend geht. Die Druckindustrie ist auf jedenfall nicht vom aktuellen Aufschwung betroffen.
    Die Konjunkturtelegramme des Bundesverbandes Druck und Medien e.V., der letzten Monate dokumentieren dies eindeutig. Mit dem E-Book, dem iPad & Co. hat das aber nicht (nur) zu tun.

  • Als Leseratte und Liebhaberin des gedruckten bin ich keine Zielgruppe für E-Book,… aber ich fürchte zukünftig eher die Ausnahme. Wahrscheinlich wird es nicht bei dem einen Prozent bleiben.
    Ich stimme allerdings zu, dass die illegalen Downloads sicher das größere Problem sein werden in Zukunft.
    Bin auf jeden Fall gespannt, wohin die Entwicklungen gehen werden…

  • @ sonja: „Als Leseratte und Liebhaberin des gedruckten bin ich keine Zielgruppe für E-Books […]“

    Wer denn sonst? TV-Junkies?

    Eine echte „Leseratte“ – sprich: ein Vielleser! – sollte die Erfindung und allmähliche Verbreitung des E-Book eigentlich begrüßen. Denn letztlich geht es ja um die Frage: Will ich Bücher sammeln, ins Regal stellen und meine Besucher damit beeindrucken? Oder will ich sie lesen, weil mich ihr Inhalt interessiert? Und in letzterem Fall bieten E-Books zweifellos eine ganze Reihe praktischer Vorteile. Nach eingehender Untersuchung kann ich zudem bestätigen, dass Texte durch die Darstellung auf einem elektronischen Display nicht schlechter werden.

    Ich selbst lese seit fast vierzig Jahren und habe auch immer noch Hunderte gedruckter Bücher in Regalen stehen. Zu etwa zwei Dritteln Belletristik, der Rest Sach- und Fachliteratur. Vieles davon würde ich mir heute aber nicht mehr in gedruckter Form kaufen, sondern als E-Book.

    Mein Ideal wäre, einige wirklich schöne Bücher mit dekorativem und emotionalem Wert im Regal stehen zu haben, und den Rest in digitaler Form als E-Book, um sie zu jeder Zeit an jedem Ort lesen zu können.

    Dieses Ideal muss man natürlich so nicht teilen, aber E-Books abzulehnen, um dadurch seine bibliophilen Neigungen zum Ausdruck bringen, finde ich offen gestanden ziemlich albern. Das eine schließt das andere nämlich keineswegs aus.

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