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LG GD880 im Test: Schickes Design, nette Features, aber kein vollwertiges Smartphone

Unserer Redaktion wurde vor einiger Zeit das LG GD880 (auch unter dem Namen LG Mini bekannt) als Testgerät zur Verfügung gestellt. Bisher bin ich aber nicht dazu gekommen, es ausgiebig zu testen. Letztes Wochenende war es nun aber soweit und nachfolgend präsentiere ich euch meinen Erfahrungsbericht.

Ich fange mal mit dem Offensichtlichen an: Wie ich an anderer Stelle schon gesagt habe, finde ich das Design sehr gefällig. Es erinnert mich stark an das des neuen iPhone 4, was ja durchaus als Kompliment verstanden werden kann und soll. Und trotz seines im Vergleich sehr viel geringeren Preises – es ist ohne Vertrag bereits ab 249 Euro zu haben – fühlen sich weder die verarbeiteten Materialien noch die Verarbeitung selbst minderwertig an. Eher im Gegenteil: Der teils geriffelte, teils glatte Alu-Rahmen, der oben und an den Seiten um das Gerät verläuft, sowie das Glas des Displays und das sich leicht Gummi-artig anfühlende Plastik am unteren Teil und der Rückseite des Geräts bilden eine sehr solide Einheit. Durch die eckigen Kanten und sein Gewicht von 102 Gramm liegt es zudem gut, wenngleich erstaunlich schwer in der Hand. Die Verbindung der Farben Schwarz (glänzend und matt) und Silber geben dem Gerät zudem einen trendigen Anstrich.

Äußerlichkeiten

Was ist von außen noch zu sehen? Das LG GD880 besitzt auf der linken oberen Seite einen Lautstärke-Kippregler, auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich auf gleicher Höhe ein Steckplatz für eine microSD-Karte, der mit einem „Schiebe-Türchen“ geschlossen werden kann. Wer mehr als die 62 Megabyte internen Speicher benötigt, kann hier um bis zu 32 Gigabyte erweitern. Darunter, quasi am Füße des Geräts, wurde noch eine Kamera-Taste integriert, die durch einfachen Druck den 5-Megapixel-Digital-Fotoapparat aktiviert. Dessen Linse ist wie zu erwarten auf der Rückseite des Geräts angesiedelt. Direkt über dem Display befinden sich der Lautsprecher und rechts davon ein zweites Kamera-Objektiv für Videotelefonate in UMTS-Netzen. Quasi darüber, also am Kopf des LG, sitzen nebeneinander ein 3,5 Millimeter Klinkenbuchse für die Kopfhörer, der Anschluss für das Ladekabel und die Ein-/Aus-Taste. Einen großen Teil der Front des circa 102 x 48 x 11 Millimeter kleinen Phones macht das 3,2 Zoll Display aus. Das mit kratzfesten Glas geschützte Touch-Screen (beim Vergrößern von Fotos oder Websites auch Multi-Touch) bietet eine Auflösung von 854 x 480 Pixeln.

Innere Werte

Damit wechseln wir von den äußerlich zu erkennenden Features zu denen, die sich im Gerät noch verbergen. Der Besitzer des LG GD880 kann mit dem Gerät selbstverständlich auch im Internet surfen. Von zu Hause oder in der Nähe von frei zugänglichen Hotspots über WLAN, ansonsten via UMTS (HSDPA). Zusätzlich dazu enthält das Gerät ein sogenanntes A-GPS-Modul, das zur Navigation und Standortbestimmung genutzt wird. Da passt es, dass das LG dank der integrierten Quadband-Technik fast rund um den Globus genutzt werden kann. Das Mini verfügt weiterhin unter anderem über USB- und Bluetooth-Schnittstellen, eine Synchronisations-Software und einen Musik-Player, der alle gängigen Datei-Formate abspielt.

Besonderheiten

Schauen wir uns zum Schluss noch das User Interface und ein paar seiner Besonderheiten an. Seit dem Mobile World Congress in Barcelona im Jahre 2009 finden wir auf LG-Phones die an ein Mercedes-Modell erinnernde „S-Class“-Oberfläche. Über einen Wisch mit dem Daumen kann so zwischen drei verschiedenen Home-Screens hin und her gewechselt werden. Auf welchem ihr euch aktuell befindet, zeigt euch der Balken am oberen Bildschirmrand, der links, rechts oder in der Mitte stehen kann:

Auf diesen lassen sich individuell Widgets, Lesezeichen und Shortcuts hinzufügen und frei anordnen. Das schafft schon mal eine gewisse Übersicht und überlädt den jeweiligen Start-Bildschirm nicht. Wer Letzteren ganz puristisch mag, kann auf das gesamte Portfolio der Widgets & Co auch über einen einzigen Tastendruck gelangen, muss sich dort aber unter Umständen das entsprechende Tool erst raussuchen:

Ein Wisch von oben nach unten auf dem Bildschirm lässt zudem ein Drop-Down-Fenster mit häufig genutzten Tools wie Music Player oder Wecker erscheinen. Apropos Tools: Für die Netzwerkler sind die Programme für Twitter und Facebook sowie Googles Blogger-Netzwerk und YouTube vorinstalliert.

Makel

Kritik: So nett das alles bisher Klang, ganz ohne Kritik kommt auch das LG Mini nicht davon. So nervt es beispielsweise, dass man die Qwertz-Tastatur bei einigen Funktionen nicht im Querformat nutzen kann. Etwa beim Googlen. Wer die Mehrfachbelegung der Tasten nicht schätzt, wird sich daher noch mehr ärgern, zumal die Tastatur dann doch recht klein erscheint. Sicherlich schlimmer als das, ist zudem die im Verhältnis zum Funktionsreichtum des Telefons relativ schwach ausgefallene Akku-Leistung. Telefonieren kann man bei voll aufgeladener Batterie etwa zwischen drei und fünf Stunden, bei ausgiebiger Nutzung von Internet- und GPS-Diensten hält der Akku nur etwa sechs Stunden durch. Hinzu kommt die erst stark verzögert reagierende Kamera. Nach Betätigung des Auslösers vergehen etwa zwei bis drei Sekunden, bis das Foto geschossen wird. Da ist manches Motiv schon längst hinterm Berg verschwunden.

Apropos Fotos: Wer viele Schnappschüsse macht und zudem gerne Musik hört, wird beim internen Speicher schnell an dessen Grenzen stoßen und mit einer externen Karte erweitern müssen. Aufgrund des proprietäres Betriebssystems gibt es zudem keine Apps, die man für das Gerät aus einem Store downloaden könnte. Wenn die Südkoreaner das Mini als „echtes“ Smartphone positionieren wollen, dann ist das natürlich ein ganz klarer Nachteil gegenüber der Konkurrenz.

Urteil

Mein Fazit: Ihr werdet es selbst gemerkt haben, ich bin beeindruckt vom LG Mini. Das hängt damit zusammen, dass sowohl das Design, als auch die Verarbeitung, die Features und die Bedienung irgendwie stimmig sind – trotz der Kritikpunkte. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass LG mit dem GD880 das Rad neu erfindet, aber auch nicht versucht, das zu suggerieren. Meine positive Wertung muss ich aber um einen Einschränkung ergänzen: Ich sehe das Mini nicht als vollwertiges Smartphone an und setze daher auch nicht die gleichen Maßstäbe an, wie etwa bei einem Samsung Wave. Sollte LG in dieser Liga mitspielen wollen, müssten sie noch viel aufholen.

Überraschung

Ach übrigens: Das Gerät bleibt nicht hier bei uns. Erst werden es die Kollegen aus der Redaktion von onlinekosten.de noch testen und dann werden wir es an euch verlosen. Aber nicht ohne kleine Aufgabe. Ihr dürft gespannt sein…

(Marek Hoffmann)


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Über den Autor

Marek Hoffmann

Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.

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