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Der (N)Onliner Atlas 2010: Die wichtigsten Studienergebnisse

Wenn Robert Basic sagt, dass der (N)Onliner Atlas 2010 ein „must have für webfuzzis“ sei, dann hat er damit natürlich vollkommen Recht. Schauen wir also mal, welche interessanten Informationen Deutschlands größte Studie zur Nutzung und Nicht-Nutzung des Internets für uns in diesem Jahr bereit hält. Vorab sei gesagt: Die Studie ist so umfangreich, dass ich nur einige wenige Punkte hier erwähne. Allen Interessierten sei aber wärmstens ans Herz gelegt, sich auf der Seite von initiatived21.de umzuschauen, wo neben der gesamten Studie noch einige Sonderstudien und interaktive Charts geboten werden.

Schauen wir also mal und fangen dabei ganz global an. In Deutschland sind 72 Prozent der Haushalte (48, 3 Millionen Menschen) an das Internet angeschlossen. Dabei ist der Anteil der Breitbandnutzer im Vergleich zum Vorjahr erfreulicherweise gestiegen, und zwar von 46,2 auf 49,6 Prozent und somit um knapp zwei Millionen Menschen. Jeder zweite deutsche Haushalt surft demzufolge mit Vollgas im Internet. Dahingegen stagniert die Schmalbandnutzung wie im Vorjahr bei 16,3 Prozent. Traurigerweise liegt die Zahl jener Menschen über 14 Jahre, die – zum größten Teil wohl unfreiwilligerweise – nicht online sind, bei 19 Millionen. Dies entspricht einem Anteil von 28 Prozent. Aber wo Schatten ist, da ist auch Licht: 3,8 Prozent von ihnen planen nämlich, sich in den nächsten zwölf Monaten zu vernetzen und im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der sogenannten Offliner um 2,4 Prozent gesunken.

Die Übersicht über die Internetnutzung hierzulande:

ihre Entwicklung über die Jahre:

und eine über die Art des Internetzugangs:

Trotzdem muss gesagt werden: Das diesjährige Wachstum fällt im Vergleich zu 2009 um 1,1 Prozent ab, und 0,5 Prozent weniger planen, sich ans Netz anbinden. Der Weg zur „digitalen Gesellschaft“ ist in Deutschland somit noch lang und steinig.

Schauen wir mal weiter, verkleinern dabei ein wenig den Skopus und unterziehen die einzelnen Bundesländer einer Betrachtung. Dabei fällt zunächst vor allem auf, dass die Schere zwischen Ost- und Westdeutschland weiterhin groß ist – und sich in 2010 sogar noch weiter geöffnet hat:

Wenn mich meine Geografie-Kenntnisse nicht im Stich lassen, dann entfällt das letzte Drittel der Platzierung – mit Ausnahme des Saarlands – auf die neuen Bundesländer. Besonders hart trifft es dabei Sachsen und Mecklenburg -Vorpommern: in beiden Ländern ist die Internetnutzung im Vergleich zum Vorjahr nicht einmal um ein Prozentpünktchen gestiegen. Vergleicht man den Letztplatzierten mit dem Spitzenreiter der Liste, Bremen, dann wird das Gefälle zwischen Ost und West sogar noch deutlicher. Ganze 17,5 Prozent trennen die beiden Bundesländer.

Doch auch wenn Bremen, wie im Vorjahr, die Liste anführt – den größten Zuwachs hat ein anderes Land erfahren, nämlich Rheinland-Pfalz. Satte 6,4 Prozent mehr katapultieren das Land nicht nur auf Platz sieben, sondern mit 72,9 Prozent auch deutlich über den bundesweiten Durchschnitt.

Blicken wir noch etwas genauer hin und untersuchen die Internetnutzung nach Geschlecht und Alter.

Demnach zeigt sich bei den Männern mit 3,4 Prozent ein stärkeres Wachstum im Online-Anteil, als bei den Frauen mit nur 2,4 Prozent. Hinzu kommt, dass sich die Lücke zwischen beiden seit dem Vorjahr noch vergrößert hat, nämlich ebenfalls um einen Prozent-Punkt. Insgesamt steht demnach 14,7 Prozent weniger Frauen ein Internetzugang zur Verfügung, als den Männern. Die erfreulichste Statistik dürfte die nachfolgende sein, die die Altersgruppen betrifft.

Wie zu sehen ist, kann im Vergleich zum Vorjahr in jeder der drei Gruppen ein Zuwachs verzeichnet werden. Dabei sind vor allem die +4,7 Prozent bei den Senioren besonders erfreulich, da es bedeutet, dass immer mehr ältere Menschen das Netz für sich entdecken. Dennoch bleibt festzuhalten, dass bislang nur knapp die Hälfte aller über 50-Jährigen im Netz surfen. Die nachfolgende Grafik splittet die Altersstruktur noch etwas weiter auf:

Dabei ist schön zu erkennen, dass vor allem den Teenagern der Zugang zum Web immer häufiger ermöglicht wird.

(Marek Hoffmann / Screenshots)


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Über den Autor

Marek Hoffmann

Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.

11 Kommentare

  • Die 19 Millionen Nonliner sind wohl eher freiwillig nicht im Internet. Das sind, wie die Studien ja auch zeigen, größtenteils Leute über 70. Die werden auch selbst nicht mehr ins Internet kommen, sind aber häufig indirekt im Internet. Die lassen ihre Kinder oder Enkel z.B. für sie Reisen buchen oder auch über ebay was einkaufen, ich kenne eine ganze Reihe solcher Fälle und kaufe als Inhaberin eines kleinen Trödelladens öfter auch selbst im Auftrag von Kunden ein, die selbst kein Internet haben.

  • „Demnach zeigt sich bei den Männern mit 3,4 Prozent ein stärkeres Wachstum im Online-Anteil, als bei den Frauen mit nur 2,4 Prozent. Hinzu kommt, dass sich die Lücke zwischen beiden seit dem Vorjahr noch vergrößert hat, nämlich ebenfalls um einen Prozent-Punkt.“

    Etwas komisch formuliert find ich, wenn die Männer 3,4 Prozentpunkte dazugewinnen und die Frauen nur 2,4, ist doch klar, dass die Lücke sich um einen Prozentpunkt vergrößert 😉

  • Das Internet wird halt auch nicht einfach nur mehr genutzt, sondern die Nutzungsmöglichkeiten haben sich stetig erweitert und sind auch (zumindest hier und da) nutzerfreundlicher geworden.
    Wer heutzutage irgendeine Art von Geschäft hat, kann eh nicht mehr ohne.
    Und ich stimme kerstinsnichte zu, die Älteren lassen das halt von Kindern oder Enkeln erledigen, quasi Outsourcing, also doch ganz modern 😉

    @spezi: Du solltest wohl Lektor werden, wenn Du’s nicht schon bist.

  • Obwohl ich da zwischen Online sein und Internetnutzung noch einen großen Unterschied sehe, den auch keine Statistik erfassen kann.
    Entscheidend ist doch eher wie viele sich lediglich im Netz ein paar Webseiten Ansehen bzw. Videos zur Unterhaltung , also passive Nutzer sind oder wie viele wirklich aktiv mit dem Netz Arbeiten?

  • Wenn Robert Basic sagt, dass der (N)Onliner Atlas 2010 ein “must have für webfuzzis” sei, dann hat er damit natürlich vollkommen Recht.
    Warum ist das so?

  • Mir fehlt ein Fazit oder was wir Blogger und Internetinteressierte daraus entnehmen können?

    Vielleicht userfreundlichere Websites?
    Modi für Ältere? „60+ bitte hier klicken“ dann wird die Seite zwei Schritgrößen größer angezeigt und alles schön und deutlich erklärt und Fachwörter ebenfalls erklärt…

    sollten wir nicht in diese Richtung gehen?
    Oder mehr Portale und Blogs und Nachrichten für Jüngere?

  • @Oliver: Hängt natürlich davon ab, wie man „Webfuzzi“ definiert. Wenn man es also eine Person auffast, die sich nicht nur für Gadgets und Ähnliches interessiert, sondern auch wissen möchte, wie es um das Internet in unserem Land und dessen Nutzung bestellt ist, dann ist das ein „must have“.

    @Stephan: Ein Fazit zu ziehen, hatte ich überlegt. Problem bei der Sache wäre gewesen, dass der Bericht so vielverzweigt ist, dass mein Fazit sehr oberflächlich geblieben wäre. Also habe ich es weggelassen bzw. es jedem selbst überlassen, welches Fazit er oder sie zieht.

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