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Amazons Super-Reader: Kindle jetzt noch flacher, schneller, besser – und günstiger

Ich habe vor einigen Tagen die Frage geäußert, ob sich ein reduzierter Kindle-Preis für Amazon nicht als furchtbar fruchtbar erweisen würde. Denn dadurch könnten die Absätze von E-Books angekurbelt und die Reichweite des Kindle gesteigert werden. Am gestrigen Mittwoch präsentierte der Online-Versandhändler direkt zwei überzeugende Antworten darauf: in Form einer weiteren Preissenkung für das WLAN-Modell, aber vor vor allem in Form eines  „Massenmarkt-Kindle“.

Letzteres hört sich in der Pressemitteilung so gut an, dass ich euch den Original-Wortlaut nicht vorenthalten will: „Kindles revolutionäre Funkübertragung und das umfangreiche Angebot an Inhalten gibt es nun mit einem 21 Prozent kleineren und 15 Prozent leichteren Design, mit um 50 Prozent besserem Kontrast, 20 Prozent schnellerem Umblättern, bis zu einem Monat Akkulaufzeit, doppelter Speicherkapazität und vielem mehr – für nur 189 US$ und weiterhin mit kostenloser 3G Wireless-Nutzung.“ Offenbar können nicht nur die Herrschaften von Apple mit Superlativen umgehen. Anbei eine Präsentation des Readers in Bild und Ton.

Lasst zunächst einmal das Design auf euch wirken:

Und nun noch ein paar Fakten zum Gerät von Amazons Vizepräsidenten Ian Freed:

Ich fasse noch einmal kurz zusammen: Amazon lässt sich nicht von iPads Farb-Touch-Display verrückt machen und bleibt bei der – für Read-Only-Geräte bewährten- E-Ink-Screen, verpasst ihr aber mehr Kontrast. Dadurch wird die Schrift noch dunkler und schärfer angezeigt. Das Design des nur noch 247 Gramm schweren (die WLAN-Version wiegt sogar noch sechs Gramm weniger) und 0,85 Zentimeter dünnen Readers wurde angepasst, wobei die größte Veränderung die reduzierte Größe bei gleichzeitiger Beibehaltung der ursprünglichen Bilddiagonalen von sechs Zoll beziehungsweise 15,24 Zentimeter ist (siehe Screenshot unten). Zusätzlich wird es das Kindle sowohl im altbekannten Weiß als künftig auch in Graphit (so wie das DX) geben. Durch die Verdoppelung des Speichers auf 4 Gigabyte können die Kindle-Nutzer nun anstelle von etwa 1.500 E-Books stolze 3.500 in einer Hand mit sich rumtragen. Wer das in einem Atemzug schaffen wollte, hätte nun nicht mehr nur zwei, sondern ganze vier Wochen Zeit, bevor der Akku schlapp macht. Das allerdings nur bei ausgeschalteter Wireless-Funktion. Ist diese aktiv, geht das Leselicht bereits nach zehn Tagen aus.

Für weitere, interessante Details solltet ihr euch sowohl die dazugehörige Kindle-Seite als auch die entsprechende  Pressemitteilung genauer anschauen.

Wie oben bereits erwähnt, wird das Gerät 189 US-Dollar (etwa 145 Euro) kosten, wenn es am 27. August auf den amerikanischen Markt und den in 140 weiteren Ländern kommt (ob Deutschland dazu zählt, konnte ich nicht in Erfahrung bringen, gehe aber davon aus). Dieser Preis bezieht sich allerdings auf die 3G-Version. Das WLAN-Modell wird noch einmal deutlich günstiger sein, nämlich 139 Dollar beziehungsweise umgerechnet 107 Euro kosten. Damit wäre es der günstigste mir bislang bekannte E-Reader auf dem Markt. Amazon hat also offenbar die Zeichen der Zeit erkannt und versucht nun, über einen attraktiven Preis mit diesem „Massenmarkt-Reader“ seine Vormachtstellung auf dem Markt zu behaupten. Denn Kunden kann es nur recht sein.

Ein wenig erstaunt mich Amazon doch. Was bis vor Kurzem noch das iPad war, wird nun augenscheinlich das Kindle. Nämlich allgegenwärtig. Es vergeht kaum eine Woche, in der es nicht etwas Positives über Amazons Kindle zu vermelden gäbe. So etwa eine rekordverdächtige Anzahl an Verkauften E-Books, wobei hier in einem Atemzug auch der famose Erfolg des schwedischen Schriftstellers Stieg Larsson erwähnt werden muss.  Als erster Autor überhaupt hat er mit seinem Roman „The Girl with the Dragon Tattoo“ die Grenze von einer Million verkauften E-Books (für das Kindle) durchbrochen. Oder der Deal mit dem Literaturagenten Andrew Wylie, der dem Online-Versandhändler für zwei Jahre die Exklusiv-Rechte an den E-Book-Versionen ausgesuchter Wylie-Autoren sichert.

(Marek Hoffmann)


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Über den Autor

Marek Hoffmann

Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.

17 Kommentare

  • Preislich absolut attraktiv, da kann man nichts mehr dagegen sagen. Ich denke für Leute die primär nur lesen wollen, ist der Kindle eindeutig die bessere Wahl. Ich finde sogar das Design ansprechend, aber irgendwie ist mir Papier immer noch lieber :-).

  • Für Leute die immer die aktuellen Bestseller lesen, mag das ja ganz nett sein.

    Die Bücher, die ich überwiegend lese, wird es wahrscheinlich zu meiner Lebzeit nicht paperless geben.

  • Wie ist das mit Zoll und Versandgebühren? Was wird so der tatsächliche Endpreis für Kunden aus D sein?

  • Für den deutschen Markt wird der Kindle IMHO erst dann wirklich tauglich für den Massenmarkt, wenn endlich genügend deutschsprachige Bücher verfügbar sind sowie der Zugriff auf die deutschsprachige Wikipedia erlaubt wird. Dann würden – gerade in der Generation 50+ – noch einige Kunden mehr sich mit dem Kindle anfreunden können.

  • @Dennis: Am elegantesten? Smoking anziehen, Learjet mieten, nach Seattle rüberfliegen und dort bei Amazon persönlich vorstellig werden… 😀

  • Hi,

    habt ihr evtl einen der älteren Modelle da zum testen? Mich würde interessieren welche Sprachen das UI unterstützt? Kann diese Info online nirgends finden.

    Gruß,

    Mark

  • @dennis schmidt: Dürfte durch Einfuhrumsatzsteuer und Amazon-Versandkosten ca. 1:1 in Euro umzurechnen sein, bzw. vielleicht noch ein paar Euro mehr. So war es zumindest beim Kindle2, den ich kürzlich gekauft habe (189USD -> knapp 200Eur).

  • Bin „stolzer Besitzer“ eines iPAD und habe dort die Kindle-App von Amazon ausprobiert. Das ganze Konzept ist ja toll, nur leider habe ich so gut wie keine (bzw. gar keine?) deutschen Inhalte gefunden. Da sieht es mit dem iPAD doch bereits von Beginn an deutlich besser aus, auch wenn ich mir wünschen würde, dass es vor allem die Mainstream-Zeitschriften wie Stern oder WiWo, die ich beide auf Papier abonniert habe, bald als App gibt (wobei die Wirtschaftswoche keine iPAD-App in Planung hat, wie mir gestern telefonisch versichert wurde… Sehr schön umgesetzte Magazine wie die SPIEGEL-App oder die iKiosk-App von Axel Springer, über die ich mir schon recht viele Springer-Zeitungen und Wochenmagazine im „Original-Style“ aufs iPAD laden kann – und das netterweise für alle dort aufgelisteten Titel (für 30 Tage?) komplett kostenlos, sind positiv zu erwähnen. Des weiteren bekommt man in der iBooks-App vom iPAD ganz viele Klassiker als Buch kostenlos, bei denen das Copyright ausgelaufen ist. Es sind so viele Bücher, dass man es wahrscheinlich in einem ganzen Leben nicht schafft, diese zu lesen (wenn man die mag…). Wenn Steve Jobs jetzt noch seine starre Haltung gegenüber den Verlegern aufgibt und diese bei den Abos mitreden lässt, hat das iPAD beste Chancen, den Kindle zumindest im deutschsprachigen Raum völlig abzuhängen. Wobei es natürlich insgesamt bedauerlich wäre, wenn nur ein Monoplist übrig bliebe, der den kompletten Markt der digitalen Zeitungen, Zeitschriften und Bücher beherrscht….

  • Servus,
    ich bin Besitzer eines iPad und ziemlich begeistert. Eines der Kaufargumente war die Möglichkeit engl. sprachige zeitschriften zu einem schnäppchenpreis zu beziehen. die entsprechende app „zinio“ ist perfekt hierfür. und zwar für reine pdf zeitschriften. ohne multimedia extras, schnickschnack etc. nur leider gibt es nichts adäquates app hierzu für deutsche zeitschriften oder?

    der/das kindle ist in seiner jetzigen form schon sehr interessant. trotz ipad. in diesem preisbereich würde ich ihn auch einmal mit an den strand nehmen, was ich mit einem ipad niemals nimmer machen würde.
    würde den kindle schon gern einmal live sehen. viellciht ergibt sich ja hierfür demnächst eine gelegenheit…

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