Sonstiges

Multiplayer-Games in den VZ-Netzwerken dank Zapapa

Aus Holland kommen Trance-DJs, Vla und Fußball-Vizeweltmeister. Als Heimat von Gaming-Portalen würde man vermutlich nicht direkt als erstes auf unseren westlichen Nachbarn tippen. Dennoch haben es Peter Driessen und Bennie Eeftink verstanden, ein Gaming-Angebot zu etablieren, welches weit über 100 Millionen Uniqe Visitors in 17 Sprachen auf die 45 Gaming-Seiten lockt, die mit Spil Games kooperieren.

Seit etwa einem Dreivierteljahr gibt es in Hamburg auch ein deutsches Büro, welches – unter Federführung von Stefan Beckmann – für unser Land ehrgeizige Ziele verfolgt. Erste Früchte scheint man nun ernten zu können, denn sowohl Spil Games als auch die VZ-Netzwerke verkünden stolz den Beginn einer Kooperation zwischen dem Gaming Portal und Deutschlands einstigem Social Network-Aushängeschild. Peter Driessen, CEO bei Spil Games findet dafür fast schon zuckerbergsche Worte:

Die Verfügbarkeit von Multiplayer-Spielen in Deutschlands führendem sozialen Netzwerk ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg, die Welt im Spielen zu vereinen

Egal, ob jemand die Welt auf seinem Netzwerk oder via Gaming-Portalen vereinen will – mir ist das immer eine Spur zu viel Pathos. Aber davon lasse ich mich natürlich nicht beeindrucken und versuche – mit aller mir zur Verfügung stehenden Objektivität beim Thema VZ – einen ersten Blick auf die eigens für die Netzwerke aus der Taufe gehobenen Zapapa Games zu werfen.

Das gestaltet sich – wieder mal – als umständlich, denn um auf die aktuell 18 verfügbaren Zapapa Games (meinVZ) zugreifen zu können, brauche ich natürlich einen Link, der mich dort hinführt. Wer ebenso wie ich begeisterter Leser des VZ-Blogs ist, hat vermutlich selbst schon festgestellt, dass es ein himmelweiter Unterschied ist, ob man bei studiVZ, meinVZ oder schuelerVZ angemeldet ist, denn für die beiden letztgenannten bringt der Link erst einmal nichts, da er nur zur entsprechenden studiVZ-Seite führt.

Bevor ich mich aber wieder in Usability-Kritik bezüglich der VZ-Netzwerke festschreibe, ändere ich den Link lieber händisch und lande dann auf einer Auswahl-Seite, die wie gewohnt abfragt, welche Visitenkarte ich für die App anlegen möchte. Bei aller Kritik am Holtzbrinck-Netzwerk möchte ich noch einmal betonen, dass ich das Prinzip der Visitenkarten für äußerst gelungen halte. Auf diese Weise kann ich nämlich für jede App separat konfigurieren, wie viele meiner Daten für die Anwendung erkennbar sind.

Ähnlich wie beim Konkurrenten Mindjolt auf Facebook seht ihr nun ein Menü aus verschiedenen kleinen Games – aktuell 18 Stück. Es finden sich dort die einschlägigen Games wie zum Beispiel einen Bejeweled-Klon, diverse Mahjongg-Varianten oder Solitär. Eigentlich Grund genug, spätestens jetzt müde gähnend abzuwinken und sich anderen Themen zuzuwenden. Da aber viele Netzwerk-User – ich inklusive – auf diese kleinen Flashgames stehen, werde ich also mindestens zwei, drei dieser Spielchen antesten, um mir ein vernünftiges Bild machen zu können, um es dann an euch weiterzugeben.

Und was soll ich sagen: Es ist tatsächlich kurzweiliger, als ich es vorher gedacht hatte. Wieso das so ist, möchte ich euch am Beispiel einer Mahjongg-Version klar machen:

Davon abgesehen, dass die Spiele grafisch recht schön – eben den Umständen entsprechend bei dieser Art Games – in Szene gesetzt wurden, fiel mir bei obigem Spiel auf, dass sich die Mahjongg-Steine zügig von selbst zu entfernen schienen. Was mir vorher nämlich nicht klar war: Der Begriff „Multiplayer“ ist in diesem Fall durchaus wörtlich zu nehmen, und so finde ich mich in einem Mahjongg-Duell wieder, in welchem es darum geht, die Stein-Paare möglichst schnell umzudrehen, da mir mein Spiel-Partner sonst zuvor kommt, was ich auch in Echtzeit auf meinem Spielfeld mitverfolgen kann.

Dieser Fakt macht aus Mahjongg nun sicher nicht die Gaming-Revolution, aber wenn wir schon von Social Games reden, wird der „Social“-Anteil hier weitaus mehr gewürdigt als bei den meisten Spielen der Facebook-Konkurrenz, da „Social“ dort zumeist bedeutet, die Farm des anderen zu besuchen, jemanden in den Ranglisten hinter sich zu lassen, etc.

Weitere soziale Features sind ebenfalls integriert bzw angedacht. So kann ich die Punktzahlen, Kommentare und Profile meiner Mit-/Gegenspieler zukünftig einsehen. Der Erfolg von Facebook hat nicht zuletzt damit zu tun, dass die Menschen dort aufgrund der Games überdurchschnittlich viel Zeit verbringen. Das Netzwerk, auf welchem ich lediglich auf Pinnwände schreibe und hier und da mal ein Foto kommentiere, schneidet im Vergleich dazu natürlich wesentlich schlechter ab. Daher ist es absolut nachvollziehbar, dass die VZ-Netzwerke nun diesen Weg gehen und den Usern noch mehr Games und noch mehr Interaktivität bieten.

Traurigerweise komme ich dabei aber wieder zum gewohnten Fazit, dass die Berliner diesen Weg viel zu spät eingeschlagen haben. Die Verantwortlichen haben sich sehr, sehr lange und sehr, sehr entschieden gegen Apps gewehrt, bevor angekündigt wurde, dass man Anwendungen nur in einem sehr überschaubaren Rahmen zulassen möchte. Nun bricht auch über die VZ-Netzwerke eine App-Flut herein, die aber vermutlich die wenigsten davon abhält, auch bzw ausschließlich auf Facebook angemeldet zu sein.

Da ich aber als Blogger in diesem Themenfeld sowieso in allen erdenklichen Netzwerken angemeldet bin, kann ich die Zeit aber auch durchaus für den ein oder anderen Feldversuch nutzen und hin und wieder auf eine Partie Mahjongg bei meinVZ vorbeischauen 😉

(Carsten Drees)


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Über den Autor

Ehemalige BASIC thinking Autoren

Dieses Posting wurde von einem Blogger geschrieben, der nicht mehr für BASIC thinking aktiv ist.

14 Kommentare

  • @#1 I totally agree.

    Gibt es eigentlich auch Übersichten was wie lange auf Seiten wie facebook und studi genutzt wird?

  • @Chris: Ja, gibt es! Laut einer Studie – Quelle such ich noch raus – spielen 80% alle Facebook-Nutzer die Social-Games. Die Zahlen zur Nutzungsdauer habe ich leider nicht mehr im Kopf.

  • Ich frage mich auch, was das mit den Spielen alles soll. In meinem Umfeld hängen mehr Leute beim Spielen herum, als etwas für die Uni zu tun.

    Anstatt solcher – in meinen Augen – unsinnigen Sachen sollte sich die VZ-Gruppe mal die Nutzerfreundlichkeit der Seiten zu Brust nehmen. Ich bin gegangen, weil ich:
    a) In den Gruppen nur eine einzige Mail bekam, wenn sich was änderte und ich die Gruppe nciht besuchte.
    b) kein Direkter Link zur Gruppe bereitgestellt wurde sondern nur zu studi-/mein/schuelervz
    c) AJAX ist ja schön und gut aber dann bitte so, dass sich die ganzen Fensterchen beim Versand einer Nachricht von alleine schließt wie bei FB z.B.

    Dafür ist StudiVZ recht übersichtlich aufgebaut, was ich deutlich besser finde als das Chaos bei FB…

    Klar, die Hürden werden aufgebaut damit der Nutzer möglichst lange auf einer Webseite verweilt aber ich bin der Meinung, dass sich das Netzwerk dem Nutzer anpassen sollten und nicht umgekehrt.

    Die gleiche Thematik hattet ihr hier ja mal in Bezug Google vs Yashoo. Die einen wollen, dass der User schnell weg ist und die anderen verpulver Millionen – wenn nicht gar Milliarden – für nix.

    Ich denke, dass Studi besser liefe, wenn die Trennung zwischen Studi-/Mein-/SchülerVZ aufgehoben und die Nutzerfreundlichkeit erhöht würde.

  • @Stefan: Ja, das meine Daten gleich mit meinen Bankdaten (SWIFT) zusammengepackt werden können ist doch ein unschlagbarer Vorteil…

    Was die Spiele angeht: Bei allem „sozialem“ Anstrich sind die ganzen Plattformen doch nichts anderes als die Weiterentwicklung von Flash-Game plattformen wie Newgrounds u.ä.

  • Diese ganze VZ Kacke ist absoluter Kinderkram, echt…
    Facebook ist ne programmierte Sicherheitslücke und die meisten Social Networks dienen nur dem Zweck der Datensammlung über das gemeine Volk.

  • Also nach einem Jahr nach der Einführung sieht man ja, wieviel diese Spiele der VZ Gruppe genutzt haben. Leider gar nichts, die Vzs verlieren zunehmend an usern, alle gehen zu FB und mittlerweile verliert facebook seine User an google + (zumindest wenn die weiterhin so userunfreundliche veränderungen vornehmen, mal von der datensicherheit ganz zu schweigen)

    ein Kumpel hatte magisterarbeit über online games und den trend geschrieben. also das scheint laut seiner aussage ein neuer trend zu sein, mit dem sich die nächsten 10 jahre noch gut geld machen lässt. VZ hats jedenfalls nichts eingebracht. schade drum, ich mochted as Portal, bis fb seine struktur änderte udn ich auch Kontakt zu ausländischen Studenten haben wollte. dann kam Fb 🙂

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