Design-Studie ‚Seabird‘: Mozilla Labs stellen eigenes Smartphone-Konzept vor

Marek Hoffmann

Crowdsourcing dürfte den meisten von euch ein Begriff sein und wird von dem einen oder anderen Unternehmen auch fleißig für die eigenen Zwecke „missbraucht“. Nun scheint sich aber ganz zaghaft ein Trend abzuzeichnen, diese Form der Arbeits-Auslagerung verstärkt zum Designen neuer Mobiltelefon-Modelle zu nutzen. Ein Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit ist das „Nokia U„. Nun kommt eine weitere Studie daher, aber aus völlig unerwarteter Richtung, nämlich aus dem Labor des Browser-Herstellers Mozilla. Okay, ganz unerwartet dann doch nicht, weil der Aufruf zur Teilnahme durch den federführenden Designer und Labs-Mitarbeiter Billy May bereits Anfang des vergangenen Jahres erfolgte, wie auf der entsprechenden Blog-Seite zu lesen ist. Aber ich schweife ab…

Bei „Seabird“ handelt es sich um ein „Open Web Concept Phone“, ein Experiment, bei dem vor allem die Frage im Vordergrund stand, wie User künftig mit ihrem „mobilen Content“ umgehen werden? Welche Anforderungen also ein Smartphone erfüllen muss – vor allem Software- und Usability-seitig -, um Nutzer-Bedürfnisse zu befriedigen? Was dabei heraus gekommen ist, könnt ihr dem nachfolgenden Video entnehmen.

Ich muss gestehen, dass mich die Optik des Seabird nun nicht gerade umhaut. Tatsächlich sieht das Teil von der Seite betrachtet ein bisschen so aus wie meine Fernseh-Fernbedienung (siehe Teaser-Bild). Sei’s drum, entscheidend ist bei dem Konzept, was unter der Haube steckt, und das lässt sich durchaus sehen. Wobei May auch nichts wirklich Weltbewegendes vorstellt. Die Spielerei mit der Fernbedienung ist ganz nett, dürfte in der Praxis aber selten zum Einsatz kommen. Ich hatte mal eine für meinen Laptop, hab mit ihr zwei drei Mal aus Spaß rumgespielt und sie dann nie wieder benutzt.

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Und auch in Bezug auf den Lösungsansatz für die „frustrierenden physischen Interaktionen“, wie May es nennt, bin ich nicht überwältigt. Das Problem also, das manche User bei der Eingabe von Informationen bei Gadgets haben, die über keine physische Tastatur, sondern nur ein Touchscreen verfügen. Die aus den Mozilla-Labs stammende Vision sieht so aus:

Mittels Motion Capture und spezieller Projektionstechnologien erscheinen Tastatur und Touchpad wie von Geisterhand auf jeglicher Unterlage und können dort verwendet werden. Ob das nun in Bezug auf die Haptik im Vergleich mit einer Touchscreen ein erhabeneres Gefühl ist, sei mal dahingestellt. Fest steht aber, dass die Möglichkeit, mit Peripherie-Projektionen in „Lebensgröße“ arbeiten zu können, sicherlich vielen Usern entgegen kommen dürfte. Das Konzept geht aber noch einen Schritt weiter und sieht auch die Projektion des Display-Bildes vor:

So schön die beiden Ideen auch sein mögen, taufrisch sind sie aber sicherlich nicht. Identisches hatte nämlich Microsoft bereits im März dieses Jahres mit seinem Kamera-Projektor-System „Mobile Surface“ vorgestellt, und zwar in Aktion:

Als Antwort auf die eingangs formulierte Frage, wie Mobiltelefon-User künftig mit ihrem mobilen Content umgehen werden, hätte ich mir ein paar Entwürfe zum UI gewünscht. Aber so verbuche ich den Seabird einfach als weitere nette Smartphone-Studie…

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(Marek Hoffmann)

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Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.