Die junge Generation schreit nach E-Books – doch die Verlage bleiben taub

Marek Hoffmann

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Ich wurde in der vergangenen Woche für die Sendung DasDing.de vom SWR zum Thema „Zukunft des Internet“ befragt. Und ich war heilfroh, dass eine Frage dabei nicht gestellt wurde: ob wir nämlich künftig nur noch E-Books lesen werden und die gedruckten Bücher aussterben? Es gibt nämlich aktuell kaum ein Themenfeld, in dem eine abschließende Antwort so schwer fällt und kontrovers diskutiert wird – wie hier auf dem Blog schon mehrmals in Ansätzen skizziert wurde.

Nun erhalten beide Lager wieder neues Wasser auf ihre Mühlen. Auf der einen Seite vom BITKOM und auf der anderen vom Chef der Verlagsgruppe Weltbild. Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien hat in einer repräsentativen Studie mit mehr als 1.000 Teilnehmern nämlich zutage geführt, dass jeder fünfte Deutsche daran glaubt, dass es in zwanzig Jahren nur noch elektronische Bücher zu kaufen geben wird. Bei den unter 30-Jährigen liegt die Quote sogar noch höher, nämlich bei einem Drittel. Zu den größten „Innovationstreibern“ gehören demnach – erwartungsgemäß möchte man fast sagen – Schüler und Studenten. Von den 54 Prozent der Deutschen, die aktuell mit dem Kauf eines E-Books liebäugeln, bilden sie mit 86 Prozent nämlich die größte Gruppe. Ebenso wenig überraschend ist dann auch, dass sie vor allem an akademischer Literatur interessiert sind – fast ein Drittel von ihnen plant einen entsprechenden Kauf.

Weltbild-Chef Carel Halff sieht die Entwicklung im Vorfeld der  Frankfurter Buchmesse (noch) ein wenig anders. „E-Books sind in Deutschland in Wahrheit ein bislang nicht existenter Markt. Die Gesamtumsätze – Geräte und Inhalte – liegen bei weit weniger als einem Prozent jener fast zehn Milliarden Euro, die der Buchhandel im Jahr umsetzt.“ Damit unterstreicht er die Einschätzung, die der Börsenverein des Deutschen Buchhandels bereits im Juni dieses Jahres äußerte. Und zwar grundsätzlich mit der gleichen Begründung: Die Angebote der Verlage sind nicht ausreichend, da sie bisher erst etwa 40.000 Titel im Portfolio enthielten, ein E-Book-Angebot für den User aber erst „ab 300.000 bis 400.000 Titeln interessant“ würde. Und er fügt hinzu: „Dabei müsste inzwischen auch dem Letzten klargeworden sein, dass da ein Markt entsteht mit einer nennenswerten und rentablen Größe.“

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Wir fassen noch einmal zusammen: Die junge Generation glaubt an den Erfolg des E-Books und ist auch bereit, dafür Geld auszugeben. Der Bremsklotz, der seine erfolgreiche Markteroberung momentan noch behindert, ist im zu hohen Preis der Geräte und Titel sowie in der geringen Zahl Letztgenannter bereits ausgemacht. Warum, muss man sich nun fragen, werden dann nicht die entsprechenden Hebel umgelegt und Maschinen in Betrieb gesetzt, um dieses Problem aus der Welt zu schaffen? Ganz offensichtlich ist doch wohl, dass derjenige Verlag, der jetzt den Trend verpennt, in der Zukunft um sein Überleben wird kämpfen müssen. Der Blick nach links und rechts zu den Freunden aus der Film- und Musikbranche sollte das doch offensichtlich machen. Und wem es an Konzepten mangelt – der braucht nur mal die Stimme des Volkes zu vernehmen…

(Marek Hoffmann / Bild)

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Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.