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O2 mit Guerilla-Marketing: Monster-Handys und ihre Jäger stürmen Kölner Uni

Momentan wirbt O2 auf allen denkbaren Kanälen für seine „Anti-Monster-Tarife„. Ich weiß nicht, welcher Teufel die Marketing- und Werbeverantwortlichen geritten hat. Aber im Zuge der Kampagne hat man sich entschlossen, kleine Monster als Versinnbildlichung für die genannten, vermeintlich schlechte(re)n Tarife der Konkurrenz zu erschaffen. Nun scheinen sowohl die Werbung als auch die Message nicht nur bei mir auf blinde Augen und taube Ohren zu stoßen. Und so ist man also bei O2 überein gekommen, der Kampagne mit ein wenig Guerilla-Taktik zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen. Kurz zur Erinnerung: Guerilla-Marketing ist im Kern eine äußerst unkonventionelle, sehr kostengünstige Aktion, mit der in der Öffentlichkeit ein hohes Maß an Aufmerksamkeit erzielt wird. Haken: Das hervorgerufene Feedback kann sehr kritisch beziehungsweise negativ ausfallen kann.

So wie nun in Köln. Wie die Suedeutsche.de am heutigen Montag berichtet, scheint sich der Telekommunikationsanbieter an der hiesigen Uni keine Freunde damit gemacht zu haben, Seminare und Vorlesungen von als Handy-Monster verkleideten Personen stürmen zu lassen. Diesen werden dann von anderen, O2-T-Shirt tragenden Störenfrieden gejagt und zu fangen versucht. Das ganze Treiben fand nämlich ohne Genehmigung der Universität statt. „Das hätten wir nie erlaubt“, so ein Sprecher der Hochschule, „eine solche Störung des Lehrbetriebs können wir nicht dulden.“ Die Uni behält sich daher rechtliche Schritte vor.

Bei O2 und der für die Aktion verantwortlichen Werbefirma United Ambient Media AG kocht man das alles hingegen runter und versteht offenbar die Aufregung nicht. Zwar könne man sich nicht erklären, wieso keine Genehmigung für die Guerilla-Werbung und davon gemachte Videoaufnahmen vorgelegen hätte, glaubt aber nicht, „dass sich jemand gestört gefühlt hat“, denn „Vorlesungen sind ja meistens nicht so spannend“, so ein Agentur-Sprecher. Was für eine Begründung, herrlich.

Hat jemand von euch die Monster-Aktion in Köln selbst miterlebt? Wie fandet ihr sie? Und welche ist die eurer Meinung nach bis dato gelungenste Guerilla-Aktion eines Unternehmens?

P.S.: Auch Sixt hat sich mit seiner jüngsten Werbe-Aktion im Rahmen der Castor-Proteste nicht gerade nur Freunde gemacht.

(Marek Hoffmann / Screenshot: O2)


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Über den Autor

Marek Hoffmann

Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.

30 Kommentare

  • Also ich war live dabei in einer Vorlesung und ich fand es unter aller sau!

    Bei uns ist die Anwesenheit in der Veranstaltung freiwillig und wenn ich mich entscheide diese zu besuchen, dann weil ich die dort angeboten Inhalte erhalten/hören möchte!

    Das dann meine Vorlesung für eine 10 minütige Werbepause unterbrochen wird, fand ich gar nicht komisch!

  • hahaha also ich finde die Aktion generell echt cool!
    Mit dem Haken das sie nicht genehemigt war und man so wirklich, wie Heiko sagte, die Vorlesung als eine reine Werbepause unterbrochen hat…

    Erst kam mir der Gedanke, dass wenn o2 diese hätte genehmigen lassen und dafür vielleicht ein wenig Geld kassiert hätte für etwige Verbesserungen an der Uni… wäre das vielleicht rundum in Ordnung gewesen. Aber selbst dann wäre es eine waschechte Werbepause gewesen.

    Aber wurscht, ich finde solche Aktionen nicht wirklich schlimm…

  • Die Begründung ist ja mal sehr ungünstig formuliert 🙂
    Die Monster in den Werbespots finde ich höchstens grenzwertig…so richtig witzig ist es nicht, dass vermeintlich knuddelige Monster Handynutzer attackieren.
    Vor allem will ich keines der schreckhaften Kids sein, wenn ich so einen Spot sehe und mich dann Alpträume von Papas iPhone bekomm 😉

  • Natürlich falle ich jetzt auch nicht durch die Klausur, weil einmalig eine Vorlesung unterbrochen wurde. Aber das Prinzip stinkt mir gewaltig und sollte es dann doch öfter passieren, wäre es ein graus!

  • Jetzt schon Werbepausen in Vorlesungen. 😉

    Ziel erreicht, man spricht darüber. Die Medien lassen sich halt noch immer vor den Karren spannen.

  • auf die medien ist eben verlass. ist doch schlau überlegt. mal abgesehen davon, dass es in den medien erscheint – wie auch hier – haben sicherlich einige studenten videos mit ihren smartphones ins netz gestellt. auf twitter und facebook sind sicher einige davon zu finden.
    und naja… lieber schlechte publicity als gar keine heißt es doch. hat o2 doch wohl erfolg auf der ganzen linie. und das marketingbudget ist auch noch aufgebraucht, bevor es versteuert werden muss.

  • Ich finde die Werbung an sich (die kleinen Monster) nicht schlecht. Allein die Tatsache, dass sich jeder daran erinnert, spricht für sie…

  • Zumindest wird die frühere öde Werbung mal etwas aufgepeppt mit solchen Massnahmen. Wobei ich nicht recht verstehe ob das wirklich so viel bringt. Das ist doch dann nur darauf ausgelegt, dass über die Aktionen berichtet wird? Die Aktion für sich sind ja eigentlich zu klein, als das sie genug bringen. Mal nen Saal voller Studenten scheint mir jedenfalls eine kleine Zielgruppe. Da ist man dann auf die spätere Verbreitung via Youtube und Co aus?

  • Heiko zieh dir mal den Stock aus’m Arsch^^
    Das geht ja mal gar nicht.

    Du wärst ja selbst für nen Nachrichtensprecher zu humorlos.

  • also ich finde die monster auch cool, ich schau mir die werbung sogar extra an, auch wenn ich sie schon mehrmals gesehen habe. aber ist halt geschmackssache…

    was sixt und den castor transport angeht: das ist echt unter aller sau, zynisch und einfach nur dumm. aber bitte nicht länger darüber diskutieren, umso mehr hat sich werbeaktion gelohnt!

  • Ich persönlich finde so Guerilla-Kampagnen lustiger und „spannender“ als normale Werbung, weil sie anders wahrgenommen werden und ich bei so einer Werbung mehr zu lachen habe, als irgendein blöder Flyer oder irgendein Poster.

  • Unglaublich!

    Die gehören eingesperrt wegen „Erregung öffentlichen Ärgernisses“!

    Hat man nicht mal mehr an der Uni seine Ruhe vor der Werbung?

    Da lass ich mich lieber von Handytarifen terrorisieren als von Werbung!

    Vielleicht sollten sie ordentliche Produkte anbieten, anstatt über Werbung irgendwelchen Mist unters Volk zu bringen.
    Das Geld was in diesen Terror fließt wäre woanders sicher besser investiert.
    Aber das Marketing versteht es nun mal sich zu verkaufen…

  • Was heisst hier spassbremse? Wo ist denn der Spass, wenn eine Veranstaltung wegen Werbung unterbrochen wird?

    Bei uns in Göttingen haben die mal etwas ähnliches, wenn nicht ganz so nerviges gemacht. Es kam im Sommer jemand mit O2 T-Shirt und O2 Surfbrett in die Vorlesung, setzte sicj ganz vorne hin und verschwand nach einer Minute wieder…. Empfand ich auch als störend und lächerlich, das o2 sowas billiges nötig hat….

  • Erstmal, wenn man sich nicht auf sachlicher ebene austauschen kann, dann sollte mans hier gleich lassen.
    Also ich war auch in köln und hab die “o2-flitzer“ miterlebt. sicherlich wars im ersten moment ganz witzig, aber wenn man sich dann überlegt, dass man 500 euro pro semester bezahlt, um sich die vorlesungen anzuhören, ist es direkt weniger witzig, dass dort werbung gemacht wird. wenn die uni durch werbung mehr einnahmen und ich somit weniger gebühren zahlen müsste, wärs schon wieder ne andere sache.
    natürlich sind die 10 min. nicht sooo dramatisch, aber wenn man lediglich vom prinzip ausgeht, ist das das allerletzte. und das die agentur nichts davon gewusst haben will, dass die aktion nicht genehmigt gewesen war…also bitte.

  • “Vorlesungen sind ja meistens nicht so spannend” Die Aussage ist aber schon ziemlich gut 🙂 Aber die Aktion hat das erreicht was sie erreichen sollte. Überall redet man drüber und das Thema ist im Kopf der Leute.

    Wenn im Fernsehen drüber berichtet wird, regen sich zwar vielleicht einige über die Aktion auf und sind der Meinung das man sowas nicht machen sollte. Aber selbst diese Personen beschäftigen sich vielleicht mit den o2 Tarifen, da sie ja nun auf das Thema aufmerksam geworden sind.

    Ich denke die Aktion hat Ihren Zweck erfüllt.

  • @Timo… geh mal auf die Straße raus und frag mal irgendjemanden was sie von der Aktion halten.
    Wenn es nicht gerade ein Student ist… werden 99,9% der Befragten davon nichts mitbekommen haben.

  • Ist doch lustig. Was sich die Menschheit doch immer so anstellt. Ich halt von O2 nicht viel, aber wieso sollte man die Werbemaßnahme verurteilen?

    Und wegen Sixt, besser kann man nicht werben. Ich fand die Werbung bei der Castor Demonstration das einzig gelungene in den 4 Tagen.

  • @#20 B²_sucks89
    Für einen Hauptschüler, der in der 7. Kasse abgegangen ist scheint das ja lustig zu sein, aber wenn man an einen Ort geht, um zu lernen und dafür auch noch bezahlt, ist es nicht lustig, wenn man von solchen Idioten am lernen gehindert wird!

  • Ah knapp daneben^^
    Leider studier ich BWL
    und finde diese Art von Marketing großartig.
    Die 5Minuten bringen keinen um…
    Oder würdet ihr i-welche Hass-threats gegen Stadtwerke aufmachen weil der Strom für 5Minuten ausfällt und ihr den Prof ohne Mikro in der Zeit nicht versteht?

    Man kann sich echt über Alles aufregen…
    Und ich finde diese, nebenbei bemerkt äußerst humorvolle, Art von Werbung ist doch eher ne Auflockerung in 10Stunden Vorlesungen…
    An so Tagen wär mir so ne Denkpause echt recht…
    Und nen Nachteil gegenüber anderen habt ihr ja auch nicht…
    Immerhin is in der Zeit für Alle die selbe Pause.

    Aber noch viel Spaß in deiner humorlosen Grauzone, die du Leben nennst…

  • und achja… @ #25 Pascal

    Die die positiv über diese Aktion sprechen sind eher die, die was von Marktwirtschaft (bzw. Marketing) verstehn.

  • #28 B²_sucks89
    „Ah knapp daneben^^
    Leider studier ich BWL“

    Wie du schon schreibst: knapp, ganz knapp!
    Jetzt wundert mich gar nichts mehr…

    #29 B²_sucks89
    „…die was von Marktwirtschaft (bzw. Marketing) verstehn.“

    Und das Marketing eine Perversion der Marktwirtschaft ist, hat dir dein Prof noch nicht beigebracht?

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