Leuchtschild "Ad"

Mozilla und Meta arbeiten an neuartigem Weg zum Ausspielen von Werbung

Felix Baumann
Bild: Julian Hochgesang

Die Werbebranche wurde in den letzten Monaten regelrecht durchgerüttelt. Ein Trend zu mehr Privatsphäre im Internet hat eingesetzt, das ist inzwischen auch den größten Entwicklern von Browsern klar. Kein Wunder also, dass Mozilla, Google und Co. in Zukunft Drittanbieter-Cookies komplett blockieren wollen. Aber wie sieht das Werbemodell der Zukunft aus, wenn die kleinen Textdateien vielerorts verschwinden?

Das überlegen sich große Werbeunternehmen seit einiger Zeit. Zwar gab es schon einige neue Vorschläge, durchsetzen konnte sich aber noch keiner. Das IAB, ein Zusammenschluss der meisten Werbeunternehmen, stellte etwa das Transparency and Consent Framework – kurz TCF – vor, welches anhand von verschiedenen Mechanismen den Geldhahn für die Werbeindustrie offen halten sollte, ein Gericht entschied aber inzwischen, dass dies nicht rechtens ist.

Google wiederum versuchte es mit FloC, ein System, welches den Nutzer anhand seines Browserverlaufs in verschiedene Gruppen einteilen sollte. Nach dem Aufschrei von Datenschützern und internen Untersuchungen gab der Konzern das inzwischen wieder auf, jetzt soll es „Topics“ richten. Das greift nicht so stark in die Privatsphäre der Nutzer ein, erlaubt aber nach wie vor das Einteilen in um die 300 Interessenkategorien.

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Bild von Cookies (Symbolbild)
Was passiert nach dem Ende der Drittanbieter-Cookies? (Bild: The Creative Exchange)

Währenddessen arbeiten Mozilla und Meta (ehemals Facebook) an einem eigenen Modell. Dieses hört auf den sperrigen Namen Interoperable private Attribution (IPA) und soll sowohl den Werber, als auch den Geworbenen glücklich machen. Dabei spielt auch eine Rolle, dass Werbetreibende weiterhin analysieren können, wie erfolgreich ihre Kampagnen laufen. Gleichzeitig sollen die Daten der Nutzer geschützt bleiben.

Das funktioniert durch zwei verschiedene Mechanismen. MPC (Multi-Party Computation) sorgt dafür, dass Nutzer:innen zwar ihre Daten teilen, gleichzeitig sich diese nicht direkt auf eine Person zurückverfolgen lassen. Auf diesem Weg besitzen Webseiten, Browserhersteller oder Werbetreibende ausreichend Wissen, um passende Werbung auszuspielen, gleichzeitig bleiben die konkreten Nutzerdetails verborgen.

Auf der anderen Seite ist IPA ein aggregiertes System. Daten werden also niemals einzeln offengelegt, sondern immer nur in aggregierter Form. Mozilla und Meta versprechen sich durch den Ansatz, dass selbst kleine Werbeunternehmen auf diesem Weg Fuß fassen können und so der Werbemarkt nicht wie heute von wenigen Mitspielern beherrscht wird. Gleichzeitig betont man aber auch, dass zum aktuellen Zeitpunkt noch einige Arbeit zu tun ist, das System wird also noch einige Zeit benötigen, bis es offiziell verfügbar ist.

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Via Mozilla

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Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei BASIC thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in BASIC thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.