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Skype und Telekom einen Schritt voran auf dem langen Weg zum Überall-Internet

Skype wird künftig über 500.000 Hotspots nutzbar sein. Die Telekom bietet eine mobile Quasi-Datenflatrate für Europa. Beide Meldungen haben eine kleine Gemeinsamkeit: Sie bringen das Überall-Internet zumindest ein Stück weit voran. Skype etwa stellt seinen Kunden einen Internetzugang über eine Erweiterung des Hotspot-Partnerprogramms sicher. Nutzer können sich über angeschlossene Hotspot-Netze einen Zugang kaufen und dann über Skype Access ins Netz gehen. Die Kooperation ermöglicht die Nutzung von 500.000 Hotspots weltweit, wie in 500 Flughäfen und 30.000 Hotels. Das Programm besteht bereits seit 2009, die neuen Partnerschaften erhöhen das bisher kaum wahrnehmbare Angebot aber enorm.

Skype Access ist nicht kostenlos aber mit 0,05 Euro pro Minute deutlich preiswerter und vor allem variabler als kostenpflichtige Hotel- und Flughafen-Hotspots. Letztere forderten meist, einen Zugang stunden- oder tageweise zu kaufen. 5 Cent pro Minute sind ein fairer Preis, zumal die meisten Menschen unterwegs schon damit zufrieden sein dürften, kurz ihre Nachrichten zu checken. Abgerechnet wird der Dienst über Skype Credit. Partner sind unter anderem das offene Fon-Netzwerk, BT Openzone in Großbritannien und M3 Connect, ein Anbieter, der in Deutschland, Österreich und der Schweiz in Hotelketten Hotspots zur Verfügung stellt.

Travel & Surf: 1,95 Euro für 10 MByte

Die Telekom gibt ihren Kunden derweil eine Zusatzoption für das Surfen im europäischen Ausland. Von einer echten Europa-Datenflatrate ist das zwar noch weit entfernt, aber es ist ein wichtiger Schritt hin zum sorgenfreien Auslandsaufenthalt. Heute kann man zwar praktisch ohne Grenzkontrollen bis ans Schwarze Meer oder die Algarve fahren und überall mit der gleichen Währung bezahlen. Kurz bevor man Deutschland verlässt, muss man aber peinlichst genau darauf achten, beim Smartphone Daten-Roaming zu deaktivieren, weil sonst bei der Rückkehr mit etwas Pech schon Haus und Hof gepfändet sind.

Mit „Travel & Surf“ können Telekom-Kunden ab März für 1,95 Euro am Tag im Ausland 10 MByte absurfen. Wer mehr Daten möchte, kann eine alternative Tagesflatrate mit 50 MByte für 4,95 Euro buchen oder per SMS oder über die Produkt-Website weiteres Datenvolumen hinzukaufen. Ab Sommer soll es außerdem eine Wochenflatrate für 14,95 Euro geben. Die Höhe des Datenvolumens bei der Wochenflatrate teilte die Telekom auf dem Mobile World Congress in Barcelona nicht mit. Es soll sich angeblich um ein unbegrenztes Datenvolumen halten, bei dem ab einem bestimmten Verbrauch die Übertragungsgeschwindigkeit gedrosselt wird. Kaum denkbar aber, dass das Inklusivvolumen hier sehr hoch sein wird. Realistisch dürften 50 bis 200 MByte sein. Auch von einem möglichen Monatstarif teilte die Telekom nichts mit. „Travel & Surf“ soll sowohl für Smartphones als auch für Datenkarten und Surfsticks verfügbar sein.

Bis zu vernünftigen Preisen könnten noch Jahre vergehen

Während die Wochenflatrate nach einem attraktiven Angebot klingt, gelten die Tagesflatrates wohl nur für den absoluten Notfall. 10 MByte dürften kaum für mehr reichen, als ein paarmal seine Mails zu checken und einmal eine Nachrichtenwebsite zu besuchen. Die Telekom folgt damit ähnlichen Angeboten der Konkurrenz. Vodafone etwa bietet eine Auslands-Datenflatrate ab 2 Euro pro Tag mit 25 MByte an. Dies allerdings nur in Mittel- und Südeuropa und der Schweiz und nur für Smartphones.

Die ersten Zeichen für ein Überall-Internet sind damit jedoch gesetzt  und auch die Europa-Datenflatrate nimmt langsam Gestalt an. Gut ist, dass die anderen Anbieter nach dem Vorbild der Telekom nun nachziehen müssen. Und vielleicht werden wir dann irgendwann einmal zu ähnlichen Preisen wie in Deutschland im Ausland mobil ins Internet gehen können. Vielleicht müssen wir dafür bis 2015 warten. Ziel der EU-Kommission ist es, dass Daten-Roaming im Ausland nicht länger mehr kostet als Verbindungspreise im Inland. Laut der Telekom sind die neuen Preise bereits eine Antwort auf die Forderungen der Kommission, nachdem gesetzliche Vorgaben nicht mehr notwendig seien. Wenn es bei den heute angekündigten Preisen bleibt, sind es aber noch Meilen bis dahin.

(Jürgen Vielmeier)


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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

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