Deutsche sind die fröhlichsten Menschen – auf Twitter

Jürgen Vielmeier

Ist klar: Deutsche (!) sind die fröhlichsten Menschen der Welt. Zumindest auf Twitter und wenn man einer Untersuchung des Cambridge-Doktoranden Alex Davies glauben mag. Der Australier hat die Tweets von Menschen 25 verschiedener Nationen nach Wörtern untersucht, die in der Landessprache Freude oder Trauer ausdrücken. Platz 1 in dieser Liste sind die von Natur aus als fröhlich bekannten Deutschen, gefolgt von unseren Nachbarn, den Niederländern, und den Mexikanern auf den Plätzen 2 und 3. Wenig zu lachen – warum auch – gibt es dafür offenbar in Kolumbien, Kanada und dem Schlusslicht Schweden.

Neben Wörtern untersuchte Davies auch entsprechende Emoticons und Webslang wie „WTF“. Die interaktive Karte gibt Aufschluss darüber, welche Wörter Davies für jedes einzelne Land untersucht hat. Ein Algorithmus, den Davies entwarf, soll Wörter positiver oder negativer Konnotation in Verbindung bringen. Hier lassen sich seine Ergebnisse in Bezug auf Deutschland auch schon relativ leicht relativieren. Unter den fröhlichen Begriffen tauchen nachvollziehbare Begriffe wie „haha“, „schön“, „Bett“ und „Wochenende“ auf. Bei den negativen Begriffen scheint aber mit auffällig vielen nicht wirklich deutsch klingenden Wörtern wie „alguem“, „gitu“, „terus“, „daarna“ und „jeej“ irgend etwas schief gelaufen zu sein.

Wenn das die typischen negativen Begriffe sind, die ein Deutscher benutzen soll, dann wundert mich nicht, warum sie so selten auftauchen. Aber wir wollen hier nicht griesgrämig sein. Das sind wir aus subjektiver Sicht schon viel zu oft. Freuen wir uns lieber mal über den seltenen Moment, in dem wir in einer Fröhlichkeitsstatistik ganz vorne sind. Man könnte es ja auch so interpretieren: Twitter macht Spaß und man ist eher dazu geneigt, seine Freude dort mit den Followern zu teilen, statt immer nur rumzuheulen. Weiter so!

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(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.