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Die "Todesfalle Facebook" in der "Bild" ist auch Euer Versagen!

Man könnte scherzen, dass Facebooks Wert heute auf 30 Milliarden Dollar gesunken sei, nachdem „Bild“ die Schlagzeile „Todesfalle Facebook“ brachte. Das internetfeindliche Deutschland mal wieder. Auf Twitter und Facebook brach natürlich ein Sturm gegen die „Bild“ los. Aber ganz ehrlich: Wir sind selber Schuld, wenn solche Schlagzeilen kommen. Da treffen sich 3.000 Blogger und andere Social-Media-Experten in Berlin, diskutieren und lachen mal wieder über die Ignoranz der Holzmedien.

Die Geschichte wiederholt sich regelmäßig: Von Zeit zu Zeit offenbaren Politiker, Unternehmenschefs, Künstler, Journalisten, Personen des öffentlichen Lebens oft unfreiwillig, dass sie keine Ahnung vom Internet, von Social Media und diesem ganzen Twitter- und Blogdings haben. Und unsere Reaktion darauf ist jedes Mal die gleiche: Spott und Hohn. Nach dem Motto: die Idioten da draußen kapieren’s einfach nicht. Mit dieser Einstellung verbessert man aber nichts.

Versagen der Internetexperten

Wenn altgediente Printjournalisten sich nicht auf den Medienwandel einstellen wollen und dem Internet mit Angst begegnen, dann ist das zwar nicht direkt unsere Schuld, aber es ist das Ende eines Rattenschwanzes, an dessen Anfang wir stehen. Die Bürger haben Angst vor dem Internet, weil Journalisten wissen, dass sie mit Themen über Angst mehr Aufmerksamkeit erreichen. Mehr Aufmerksamkeit müssen sie erreichen, damit die Auflage stabil bleibt, wie von ihren Verlegern gefordert, die wiederum Wirtschaft und Politik oft nahe stehen. Und letztere haben etwa selbst Angst vor dem Social Web oder haben ein wirtschaftliches oder politisches Interesse an der Furcht der Leute. Vielleicht leistet der Arbeiter ja mehr, wenn er Angst um seinen Arbeitsplatz hat. Oder vielleicht wählen mich die Leute ja eher, wenn ich ihnen sage, dass das Netz nicht sicher ist.

Und das ist wiederum das Versagen der Internetexperten. Ja, ihr Blogger und Social Medians da drüben in Berlin und wir anderen, die diesmal leider nicht vor Ort sein können: Wir alle haben es noch nicht geschafft, den Leuten zu verkaufen, dass man vor dem Netz keine Angst haben muss. Dass die Wirtschaft mehr Geld verdienen kann, wenn sie Social Media begrüßt, und dass man vielleicht sogar eher gewählt wird, wenn man am Netz in erster Linie die Chancen begrüßt, statt sich auf die Gefahren zu konzentrieren.

Aufhören draufzuhauen

Von daher scheint mir das Beste, was die diesjährige Re:publica (respektive Markus Beckedahl von Netzpolitik) hervorgebracht hat, die „Digitale Gesellschaft“ zu sein. Die Bürgerrechts- und Lobby-Organisation nach dem Vorbild von NGOs wie Greenpeace und Amnesty International will die Bürger vor allem aufklären. Über Themen wie Datenschutz, Netzneutralität und Urheberrecht. Das geht mir persönlich noch nicht einmal weit genug. Denn auch bei der Digitalen Gesellschaft stehen wieder die typischen Angstthemen im Vordergrund. Es scheint weniger um die Chancen zu gehen, die das Internet bietet, weniger um das, wie das Web unsere Gesellschaft verbessern kann und schon verbessert hat.

Dennoch ist die „Digitale Gesellschaft“ der Erfolg versprechendste Ansatz, den ich in dieser Hinsicht in den letzten Jahren gesehen habe. Und das schließt auch die Piratenpartei mit ein. Man hat jetzt wirklich die Chance, etwas in den Köpfen der Bürger, der Wirtschaftsbosse und der Politiker zu verändern, sogar ohne eine völlig neue Splitterpartei wählen zu müssen. Doch auch für die Mitglieder der Digitalen Gesellschaft gilt, was für uns alle gelten sollte: Hören wir auf draufzuhauen, auf die, die das Internet nicht verstehen. Seien wir konstruktiver und klären sie auf! Dann kann das hier vielleicht doch noch ein internetfreundliches Land werden.

(Jürgen Vielmeier)


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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

50 Kommentare

  • Selten so einen dummen Artikel gelesen. Es geht hier nicht darum den Printjournalisten das Internet zu erklären, es geht darum den Menschen – besonders den sehr jungen – Medienkompetenz beizubringen. Denn nur mit dieser Kompetenz lassen sich Fälle wie dieser Vermeiden und die neuen Techniken sicher nutzen.

  • Zum Artikel:
    Ich will ja nix sagen, aber versucht doch mal einen Politiker aufzuklären… das GEHT nicht! Die fahren ihre sture Linie weiter, egal wie freundlich man ihnen begegnet. Die meisten antworten noch nicht mal auf Mail/Briefe/Faxe.. alles schon versucht.

    @Anonymous: Gerade die jüngeren haben die meiste Medienkompetenz in diesem Land. Es sind die alteingesessenen die das neue nicht kennen und fürchten. Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht!!

  • Es sind ja nicht die Politiker welche diese Schlagzeile Geschrieben , sondern Journalisten , welche sicher Medienkompetenz besitzen, das Internet, Social-Media kennen und wohl genau Wissen was sie da Machen.
    Eigentlich wäre statt der Politiker Schelte eher eine Kollegen Schelte angebracht da es ja wohl mit Bedacht geschrieben um mit der Politik und der Netzgemeinde zu „Trollen“.

  • Schlechter Artikel. Es ist ja nicht so, als würden „wir“ nicht seit gut 5-10 Jahren versuchen, dem Rest der Welt das Internet zu erklären.
    Gerade bei Politikern bin ich inzwischen überzeugt, dass sich das Problem nur biologisch lösen wird.

  • Auch wenn „Analog“ gestern war und die digitale Gesellschaft verdammt schnell ist (manchmal auch zu schnell – gerade in Hinsicht von Unwahrheiten oder ohne Prüfung mehrerer Quellen), haben die „Kollegen“ von gestern noch immer eine gewaltige Macht…und tatsächlich muss man noch nicht einmal Rentner sein, um kein Social Media oder Blogging zu betreiben.

    Aufklärung anstatt Haue finde ich eine prima Aussage!

  • Natürlich ist die Überschrift „Todesfalle Facebook“ richtig. Denn Social Networks werden von Mördern genutzt, auf der Suche nach Opfern. Genauso wie die „Heiratsfalle Cafe“ richtig ist. Denn auch hier kann man Opfer werden, wenn man nicht aufpasst. Oder „Betrugsfalle Ebay“.

    Was nicht heisst, dass auf Ebay nur Betrüger, in Cafes nur Heiratsschwindler und auf Facebook nur Mörder verkehren. Aber auch. Und das ist nun mal normaler Job eines Journalisten, solche Themen auf die Agenda zu setzen.

    Unnormal ist nur, dass Blogger und andere Netizens immer meinen, das arme, kleine Internet verteidigen zu müssen gegen die bösen Politiker/Journalisten/Manager/wasauchimmers. Erst wenn der Beiß-Reflex der Blogger abgeklungen ist, ist die Szene erwachsen geworden.

    (Oh, mein Gott, jetzt muss ich die Bild-Zeitung verteidigen….)

  • Jürgen, hättest Du den Artikel auch geschrieben, wenn der Lobo-Sascha in seinem Troll-Startrant auf der rp11 nicht dieses Fass („Internetmenschen“ bleiben in ihrem Zirkel und erreichen die „wirkliche“ Welt da draussen nicht, und sind deshalb auch schuld an solchen Problemen) aufgemacht hätte? lame…

  • Ehrlich gesagt habe ich den entsprechenden Artikel auf bild.de vorhin bereits ausgedruckt – das Thema werden wir heute noch mit unserer Tochter besprechen. So ein Fall kann (und wird hoffentlich) durchaus Lerneffekte bei Kindern und Jugendlichen hervorrufen beim Umgang mit den neuen Medien. Eine Schlagzeile „Todesfalle Facebook“ ist hier deshalb sogar ganz hilfreich aus Sicht eines besorgten Vaters…

  • Wir „ganz normalen“ Social MediastInnen -BloggerInnen, TwitterInnen, FacebookerInnen – werden also von Sascha Lobo und/oder auf der rp vertreten ?

    Naja.

  • Werte Basicthinking-Kommentatoren,

    mir reicht es langsam. Ich lese Basic Thinking schon lange und gerne, auch trotz mehrfacher Chefautoren-Wechsel. Und auch wenn ich mich an den Kommentaren für gewöhnlich nicht beteilige, lese ich auch diese gerne- in erster Linie um die Meinung anderer zur Thematik oder sinnvolle Ergänzungen dazu zu erfahren.

    Was hier aber seit einiger Zeit abgeht, geht mir auf gut Deutsch richtig auf den Sack.

    Wenn der erste Kommentar eines Autors der nichtmal die Eier hat auch nur seinen Vornamen zu nennen mit „Selten so einen dummen Artikel gelesen.“ beginnt, hab ich schon keinen Bock mehr weiter Kommentare zu lesen. Da wird man das Gefühl nicht los das einige Kommentatoren den Artikel überhaupt nicht richtig gelesen haben, sondern basicthinking einfach nur als Plattform nutzen ihren Alltagsfrust irgendwo loszuwerden. Dass sie nur herkommen um Artikel zu zerreissen.

    Oder Erna die auch ein „Schlechter Artikel“ raushauen muss weil sie ja versucht der Welt das Internet zu erklären. Schon klar- aber selbst wenn sie inhaltlich anderer Meinung wäre macht das den Artikel nicht schlecht!

    Und da frage ich mich: habt ihr im Gegensatz zu mir ein Bezahlabo das euch das Recht gibt euch zu beschweren wenn etwas nicht nach eurem Geschmack ist? Wenn die Artikel so dumm sind- warum um alles in der Welt lest ihr dann hier und lasst es nicht einfach bleiben?!?

    Ich freue mich über Kommentare wie den von Joachim Graf- ohne Beleidigung, aber mit sinnvollen inhaltlichen Ergänzungen.

    Was die vielen Miesmacher hier angeht (und damit meine ich nicht diesen Artikel im speziellen, sondern sehr viele der letzten Zeit) würde ihnen gerne ein Zitat von Dieter Nuhr ans Herz legen: Wenn man keine Ahnung hat: einfach mal die Fresse halten.

  • Ein Vorredner hats schon gesagt und ich hau nochmal in die gleiche Kerbe – ich nehme Dir nicht ab, dass Du Sascha Lobos Vortrag nicht vorher gehört/gesehen hast – diese Schuldzuweisung pauschal an alle Blogger ist ja nahezu identisch mit dem, was Sascha sagte 😉 Darüber hinaus sehe ich das ein wenig anders als Du. Ich bin gerne bereit, immer und immer wieder über Facebook, dessen Sicherheitseinstellungen/-defizite zu bloggen, um den ein oder anderen damit zu erreichen. Aber es wird immer Legionen von Idioten geben, die sich darum nicht scheren und immer wieder in die gleichen Sicherheitsfallen tappen und es wird auch immer Leute geben – in diesem Fall die Bild-Redaktion – die die Dummheit dieser Menschen für sich auszunutzen vermag.

  • „Nicht die Macht sondern die Angst korrumpiert. Die Angst vor dem Verlust der Macht und die Angst vor der Macht.“ frei nach der Dissidentin Aung San Suu Kyi (Myanmar). Klingt nicht nur sehr weise, lässt sich auch übertragen.

  • Gegen BILD-Schlagzeilen hilft auch keine Aufklärung. Die wollen solche Schlagzeilen machen, und schreiben bewusst solche Schlagzeilen. An Unwissenheit wirds kaum liegen …

  • @Casi: Gerade mal in das Video reingeschaut, das @basic hier gepostet hat. Aber: nope. Vorher nicht gesehen, seinen Vortrag. Gott ist mein Zeuge. 🙂

    @Klaus: Danke, danke, daaanke! 🙂 Oh Mann, dass ich das noch erleben darf! Wir treffen uns dann um Mitternacht zur Geldübergabe unten am Hafen, wie ausgemacht. Glaubt uns ja eh keiner, dass ich dir für den Kommentar kein Geld angeboten habe. 😉

    So schlimm finde ich die Kommentare hier aber bislang gar nicht. Ich hab ja vielen auf die Füße getreten und einige äußern ihren Unmut eben ein bisschen drastischer. Ich steh da langsam drüber. 🙂

  • Ich lese keine Bildzeitung und habe den ganzen Tag gerätselt was es mit der Todesfalle Facebook so auf sich hat. Aus Zeitmangel kam ich erst jetzt dazu und bin gerade auf den Beitrag hier gestoßen. Jetzt weiß ich wieder einmal mehr warum das Lesen der Bildzeitung auch in Zukunft nicht zu meinen Aktivitäten gehören wird. Eine meiner Meinung nach sehr interessante Studie kam neulich ja auch vielleicht nicht ganz ohne Grund zu dem Schluss: Die Bildzeitung sei eh keine Zeitung.

    Möchte mich aber auch nicht weiter dazu äussern, sondern eher meine Zweifel kundtun ob der schon vor Monaten gegründete Verein wirklich das halten kann was nun auf der re:publica in Aussicht gestellt wurde. Der Ansatz mag interessant und lobenswert – der Weg jedoch scheint mir der falsche zu sein. Zumal der Name und die Struktur doch etwas gegensätzlich sind.

  • Reiner Beißreflex.

    „Wenn Jemand (analog) in meine Pfründe (digital) kommt, dann gibt es Saures.“

    Die ganzen Digitalen müssen einfach kapieren, daß sie in D-Land halt immer noch eine Minderheit sind. Nicht jeder Netznutzer ist ein TwitterFacebookFlickrWasAuchImmer-Powernutzer, der VOR ALLEM auch die ganzen HINTERGRÜNDE, ZUSAMMENHÄNGE und AUSWIRKUNGEN kennt. Oder sogar kennen WILL.

    Ergo sollte man seine Ansprache an diese Zielgruppe anpassen. Und sich in Langmut üben.

    Aus Gründen.

  • Lieber Herr Vielmeier,

    ich überlege schon seit ein paar Stunden, wie ich Ihren Beitrag einzuordnen habe.
    Aber nach ihrem letzten Kommentar-Post bin ich mir sicher, dass dieser Beitrag einfach nur als „unsachliches Geschwafel“ abgelegt werden kann.
    Wem, bitte schön, haben Sie denn auf die Füße getreten?
    Da kann ich mich dem ersten Poster nur anschließen: Bringen Sie den Kindern und Jugendlichen Medien- und auch Lebenskompetenz bei!!!

  • Ich glaube, es geht hier nicht um die Kompetenz der Autoren (Printjournalisten, Politiker), sondern um die Kompetenz des Auditoriums (Leser, Wähler).
    Denn wer beliebt (d.h. gewählt, gekauft) sein will, schreibt und spricht an die Zielgruppe angepasst …

  • Das Maedchen wuerde heute wahrscheinlich noch leben, wenn es kein Internet oder Facebook geben würde.

    Denkt mal darueber nach !

  • Dann wäre es eben ein Mörder auf der straße gewesen oder ein anderes mädchen.. Leute die morden wollen werden morden und das Internet macht es ihnen meiner Meinung nach nicht einfacher denn jeder sollte wissen mit wem man sich trifft..am besten doch auch nicht alleine…!!!des weiteren….: dann darf man niemandem trauen und sollte sich zu hause einschließen weil komischerweise lese ich öfters von „familiendrama: Mann brachte frAu und Kinder um“ öfters als „Jugendliche wird durch Internet Bekanntschaft ermordet“ da haben wir es doch! Dann darf man auch keine Familie haben da kann man sich sichtlich auch nicht sicher sein dass man eine ehe überlebt oder den eigenen Bruder etc. Ich finde es natürlich schlimm was da passiert ist aber es wird auch immer ein Sündenbock gesucht und Facebook kann meiner Meinung nach genau so wenig dafür wie sonst etwas..!! Grüße , Jenny m.

  • Grundsätzlich geht es in diesen Blättern erstmal nicht um etwas inhaltliches – das würde die Zielgruppe eh nicht verstehen. Es werden diverse Nebelbomben geworfen, verunsichert und Gerüchte gestreut. Das Ganze mit dem Ziel am Ende auf dieser Basis politische Meinung machen zu können. Schlimm daran ist, dass wir so eine große Anzahl Menschen in diesem Land haben, die wir auf dem Weg in die Informationsgesellschaft nicht mitgenommen haben. Diese Menschen sind mit den aktuellen Entwicklungen schlicht überfordert und somit auch nicht in der Lage derartige Stories differenziert betrachten zu können. Das ist ein riesiges Problem, das nur mithilfe von Bildung in den Griff bekommen werden kann. Ein wenig hilft es aber natürlich auch, dass die alte Garde aus der Politik so langsam geht. Hoffen wir, dass die Nachrückenden besser damit umgehen und standhaft gegenüber den Versuchungen in der Politik bleiben. Es muss ja nicht jeder zum asozialen Gesundheitsminister werden…

  • Genau das ist das Problem. Vielleicht wäre es nicht Sie die heute nicht mehr leben würde und der Typ hätte seine Abartigen Fantasien an einem anderen Menschen ausgelebt und sein unerklärliches Verhalten wäre zu einem anderen Zeitpunkt zu Tage getreten.

    Ich sehe in der Geschichte, vielleicht erfährt man ja aus einer vertrauenswürdigeren Quelle in Kürze noch etwas mehr an Hintergruninformationen, nur die eine sich in der Geschichte immer wiederholende Lehre: Solch kurze Bekanntschaften, egal worauf Sie gründen und auf welchem Weg sie entstanden sind, bergen enorme Gefahren für junge Menschen. Dieses war schon lange vor dem Gesichtsbuch so und wird auch immer so sein. Leider!

  • @carsten(#33): und wenn es keine verbrennungsmotoren gäbe, dann hätten wir heute keine 5000 verkehrstote pro jahr auf deutschlands straßen.
    (nur mal um zu verdeutlichen, was du da von dir gibst.)

    verfehlungen einzelner sind ganz einfach kein argument gegen gesamtgesellschaftliche entwicklungen. zumal es hier um ein gewaltdelikt in der ganz normalen realen welt dreht. es ist doch völlig hunzegal, wo der täter das opfer kennen gelernt hat. er hätte sein opfer auch einfach aus dem schullandheim entführen können (siehe dennis k.) oder aus dem internat (stefan j.) etc.
    (aber das war ja jetzt facebook!!!! FACEBOOK!!! los, PANIK!)

    aber wenn du so ein problem mit dem internet hast, dann drück doch einfach auf den großen schwarzen knopf und bleib draußen. einen kreuzzug gegen das internet solltest du aus offenkundigen gründen sowieso besser offline starten.

    —-

    ansonsten bleibt zum thema nur noch zu sagen, dass die auflage der bilzeitung seit jahren stark rückläufig ist. (mittlerweile gerade mal noch 2,9 millionen) wie bei allen printmedien eben.
    das problem wird sich auf lange sicht daher sowieso etwas relativieren.

    das ist meiner meinung nach auch der grund, warum wir uns überhaupt in der von jürgen kritisierten lage befinden:
    aufklärung ist mühselig, aufklärung ist langwierig. abwarten und belächeln ist einfacher – doch das ergebnis wird letzendlich dasselbe sein.

    —–

    @claudio(#9),casi(#17):
    herlichen glückwunsch. ihr habt eindrucksvoll gezeigt, dass ihr sascha lobo verfolgt, und damit bewiesen, dass ihr richtige digital natives seid.

    …oder auch nicht. ihr habt nämlich leider nicht begriffen, dass retweeten, rebloggen bzw. allgemein das sammeln und weiterverarbeiten von informationen ein integraler bestandteil der internetszene ist.
    selbst wenn jürgen von sascha lobo kopiert hätte, wäre das sicher nichts schlechtes.

    —–

    was die anderen angeht:
    ich kann auch wirklich nur den kopf schütteln, über den diskussionsumgang hier in den kommentaren.
    ich gebe hier auch oft meinen senf ab, gerne auch mit etwas polemik. aber dieses unbegründete getrolle und gebashe ist einfach nur noch ätzend.
    begründungen nennen ist ja lame. grundlos draufhauen geht schneller und macht viel mehr spass…

    wie verwirrt muss man eigentlich sein, um jahrelang daherwettern zu können, wie scheiße BT doch ist, nur um es dann trotzdem weiterzu lesen.

  • So ist die BILD nun mal: reißerisch und Einzelfälle zur Sensation hochziehend.
    Dennoch hätte man den Fall sicherlich durch richtiges Verhalten verhindern können (einfach nicht über Facebook verabreden).

  • Wenn ich es recht Bedenke ist nicht diese Bildzeitungs Schlagzeile das eigentlich Schlimme , sondern die zusätzliche mediale Aufmerksamkeit die so etwas dann bekommt!
    Das beste wäre vermutlich es einfach zu Ignorieren , nur ist die Versuchung in allen Medien einfach zu Groß daraus noch irgendwie „Kapital“ zu schlagen, bis hin zu den Bloggern wenn auch aus unterschiedlichen Beweggründen.
    Ohne dieses Echo wurde die Wirkung einfach „Verpuffen“ und das Thema für diese Boulevard Blätter uninteressierter.

  • Es ist nunmal so, dass sich Leute im Internet gerne mal als jemanden anderen ausgeben, sei es aus Spaß oder Perversität. Das kann man nicht verhindern, und ehrlich gesagt wird es solchen Leuten auch viel zu leicht gemacht.

    Da sollte man sich doch eher um die Aufklärung der Gefahren im Internet bei den Jugendlichen und Kindern kümmern, als groß Schlagzeilen zu schreiben. Denn Schlagzeilen schockieren zwar, aber letztendlich haben sie keine große Auswirkung.

    Schlimm ist es nur, dass Medien genau mit solchen Schlagzeilen versuchen daraus Kapital zu schlagen.

  • Die BILD weiß wohl einfach wie sie ihre Zeitung verkaufen kann. Ihre Zielgruppe ist sicher nicht so sehr bewandert in Social-Media Sachen und lässt sich durch solch reisserische Aufmacher immer wieder leicht ködern.

  • Muss Joachim Graf beipflichten! Es ist ja nicht so, als wäre Facebook da Opfer irgendeiner Kampagne. Früher gab’s reißerische Geschichten über fremde Männer an Spielplätzen – heute passen die Eltern besser auf. Jetzt gibt’s reißerische Geschichten über Internet-Bekanntschaften mit bösem Ausgang – hoffentlich passen die Eltern morgen besser auf. Denn die Dinge passieren ja!

    Zuletzt gab’s doch auch diese Mordfälle bei Autokäufen über das Internet: Ich bin Gott froh, dass ich davon gehört habe. (War ich naiv, dass ich daran gar nicht gedacht hätte?) Dem nächsten Freund, der sich einen VW Bus übers Web besorgen will, werd ich jedenfalls Tipps mitzugeben wissen.

    Damit will ich nicht sagen, dass der Boulevard „aufklären“ will. Aber solche nun mal bestehenden Gefahren müssen doch für die Öffentlichkeit Relevanz haben dürfen, ohne dass wir gleich Angst kriegen, jemand wolle unser Internet in Verruf bringen. So viel Selbstbewusstsein sollten die Onliner inzwischen einfach haben, dass sie da ruhig bleiben.

    Denkt dran, da draußen sind auch immer noch genügend Anfänger, die lesen sich keine AGB und keine Datenschutzbestimmungen durch, bevor sie all ihre privaten Details preisgeben. Die Leute umreißen das Internet schlicht und ergreifend noch nicht.

  • @negativity #36: Dieser Kommentar trifft mit jedem Wort den Nagel auf den Kopf, kann ich so nur 1 zu 1 unterschreiben!

  • @Daniel O.: Ich hatte ja kurz gehofft, in deinem Beitrag ein wenig Ironie zu finden. War leider nicht so. Vermutlich schaust du auch AktenzeichenXY und warnst am nächsten Tag deinen Nachbarn vor der neuesten Bauernfänger-Masche.

  • Hey Leute so wie ich die Lage einschätze geben hier mittlerweile fast 50 Menschen ernsthaft ihre Meinung bezüglich eines Artikels der BILD Zeitung zur diskussion. Also worauf soll das hinauslaufen?
    Ganz im ernst, meiner Meinung nach kann die Bild Zeitung noch so manches Schreiben bis ich anfange mich darüber aufzuregen. Denn ihr einziges Ziel ist es doch den Leser bereits bei der Überschrift schon eine Meinung zu injizieren, sollte diese Zeitung jemals einen Ernsthaften Artikel verfasst haben so nehme ich diese Aussage natürlich zurück aber im moment bin ich der absoluten Überzeugung das es sich nicht lohnt die Bild Zeitung zu kommentieren! Selbst wenn sie über die Weltraum Explusion oder ähnliche Themengebiete schreibt.
    Tut mir leid BILD bleibt BILD und FOcus und Spiegel spielen in einer anderen Liga!
    Meine Meinung.
    Gruß aus dem schönen Köln
    euer Peter

  • Die Bild-Zeitung darf jeder vernünftig denkende Mensch nicht ernst nehmen. Ich kann es aber nachvollziehen warum Bild solch eine Titelstory wählt, Provokation verkauft sich sehr gut. Durch Printmedien und Fernsehen „wissen“ wir ja mittlerweile das Facebook & Co alles Teufelszeug ist. Natürlich wollen aber alle Verlage und TV-Sender von Facebook und Co profiteren, deswegen wird beim ZDF während eines Facebook kritischen Betrages ein Verweis aus die FacebookFanPage von ZDF eingeblendet. Streng genommen kann Facebook eine Todesfalle sein, ein Auto aber noch viel öfter oder ein Aufzug oder eine Badewanne usw, aber mit einer Überschrift wie „Todesfalle Auto“ lockt man heutzutage niemanden mehr hinter dem Ofen hervor. Bild und Axel-Springer sind halt wirtschaftlich agierende Unternehmen und wollen vor allem Gewinne machen, das will ja schließlich jedes Unternehmen und Verlagshaus, kaum einer agiert aber so skrupellos wie Axel-Springer.

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