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Nicht alles, aber doch viel Eisschlecken und Barbeque: Wie das ist bei Facebook zu arbeiten

Beim Social Network Facebook hat laut Nicholas Carlson vom „Business Insider“ derzeit ein kleiner Mitarbeiterexodus begonnen. Unter anderem gingen in den letzten Tagen die Manager Jim Midgal und Jonathan Heiliger sowie der nicht unbekannte Entwickler Marcel Laverdet. In den letzten Wochen sollen auch weitere höherrangige Entwickler das aufstrebende Netzwerk verlassen haben. Warum gerade jetzt?

Carlson zitiert eine Zuschrift, die er dazu von einem Insider bekommen hatte. Dieser nennt gleich mehrere Gründe. Zum einen habe Facebook in den letzten Monaten einige „Idioten“ im mittleren Management angestellt, von denen sich gerade Techniker nichts sagen lassen wollten. Der Wunsch zu gehen, sei bei einigen gestiegen, wenn man bedenke, dass Facebook in Bälde an die Börse gehen könnte. Dann hätten neuere Mitarbeiter während einer sechsmonatigen Sperrfrist keine Möglichkeit, ihre Aktien gegen Bares zu tauschen.

Für die meisten seiner ehemaligen Bekannten dort sei laut dem Insider die vierjährige Vertragslaufzeit inzwischen abgelaufen, in der sie ihre Optionsscheine nicht verkaufen dürfen. Weil der Facebook-Wert aber in den vergangenen Monaten immer deutlicher überzeichnet wurde, sei nun die beste Zeit, die Anteile teuer zu verkaufen. Facebook muss sich also mit den gleichen Problemen herumschlagen wie andere junge Startups, die eine bestimmte Größe überschreiten und vor einem Börsengang stehen: Mehr Bürokratie, ein Ende des familiären Verhältnisses und nicht zuletzt auch einige Zocker, die den aufstrebenden Wert des Unternehmens erkannt haben und davon profitieren wollen.

„Wenn du mit Zuck arbeitest, sei bereit zu debattieren“

Wie es ist, bei Facebook zu arbeiten, darüber gibt es kaum unabhängige Berichte. Der Angestellte Pedram Keyani berichtet über seine drei Jahre bei dem Netzwerk in einer Unternehmensmeldung. Darin lobt er – natürlich – das autonome und doch betreute Arbeiten vor Ort. Facebook werde von Hackern geleitet, und gleich am zweiten Arbeitstag sei er mit einer wichtigen Programmieraufgabe betraut worden. Dass dort nicht alles Spaß ist, zeigt ein internes Memo bei Facebook von Andrew Boz Bosworth, das beschreibt, wie man sich verhalten sollte, wenn man mit CEO Mark Zuckerberg zusammenarbeitet. Darin heißt es unter anderem „Zuck erwartet eine konstruktive Debatte“ und „Zuck ist nicht sentimental“.

Weitere Einblicke gibt eine gut ein Jahr alte Diashow von Fast Company. Mitarbeiter berichten von täglichem Barbecue auf der Firmenveranda, kostenlose Verpflegung sowieso. Der aktuellste Beitrag dürfte vom Fernsehsender MTV sein, der kürzlich eine Doku über die Arbeit bei Facebook berichtet hat. Nicht alles Gold, was dort glänzt, und doch würden die meisten von euch vermutlich ihren Arbeitsplatz mit einem bei Facebook tauschen wollen.

(Jürgen Vielmeier, Bild: Fast Company)


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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

12 Kommentare

  • ich würde sofort zu FB gehen, allein wegen der Referenz…wie sieht es denn bei euch aus, Jürgen und co.? das würde mich dann doch auch interessieren 😉

    LG

  • @Katja: Ich soll den schönsten Arbeitsplatz der Welt aufgeben? 😉 Das tue ich so schnell nicht. Außerdem ist das ja hypothetisch. Und dann sieht das bei Facebook schon nach sehr viel Stress in einem hektischen Großraumbüro aus. Da mal zur Ruhe zu kommen und einen klaren Gedanken zu fassen, dürfte schwierig werden. Und auf Bürokraten im mittleren Management hätte ich auch keine Lust. Aber die Atmosphäre, die in dem Video dort rüberkommt, gefällt mir. 😉

  • Mich würde mal das Gespräch interessieren, wenn Zuckerberg auf die Googlegründer Brin und Page stößt, ich glaube das wäre echt interessant. 🙂

  • Ich würde nicht meinen aktuellen Arbeitsplatz gegen einen bei FaceBook tauschen. Zum einen weil ich mich mit FaceBook nicht identifizieren kann, zum anderen weil es dafür zu spät ist, ab nun kann es nur noch nach unten gehen.

  • Hab nicht erwartet, dass Zuckerberg nicht viel verlangt und sich nicht die besten Mitarbeiter aussucht. Finde aber die Büros der großen amerikanischen Firmen wirklich Top. Da wird der Arbeitsplatz schon manchmal zum WOhnzimmer 😉

  • hab den Film The Social network gesehen, die Büros sehen da ja wirklich genauso aus.

    Vorteile des ganzen sind aus meiner Sicht „als Arbeitnehmer“ natürlich „denke ich“ das Gehalt und an etwas teilzuhaben, dass wirklich sehr sehr interesant ist. Ich persönlich mag aber mein Büro lieber, hab mein Büro – mit drei Mitarbeitern auch so eingerichtet, wie ich dies haben möchte, von daher nichts besonderes, werde auch nicht kontrolliert was ich mache – das ist ne Philosophie die aber jedoch nicht unterschätz werden darf, oftmals ist es so, dass durch die „Freiheit am Arbeitsplatz“ mehr gearbeitet wird, als beim Finanzamt 😉

    Aber so ist es denk ich mal auch wie bei Google –> siehe Google Campus schon echt ne coole Atmosphäre die da herscht.

  • Ich war heute zufällig bei Facebook an der Interimsadresse (California Street, Palo Alto). Das ist ein echt hässlicher alter Bau, der gegenüber der alten Adresse auf der University Ave (war in der charmanten Innenstadt von Palo Alto im echten Leben) überhaupt keinen Vorteil zu bieten scheint. Wird Zeit, dass der Neubau entsteht. Was sagt das über die Mitarbeiter? Nix… aber scheinbar wandelt sich die Firma von der bunten Truppe in einen Konzern, das ist schade. Gestern war ich auf dem Google Campus, da ist alles super modern, hat aber extrem viel Charme. Das beginnt bei den ganzen Snackbars, der Kunst im öffentlichen Raum (der T-Rex mit den Flamingos ;-)) bis hin zu den „Wir-brauchen-garnicht-weg-Dingen“ wie den Volleybaldfeld, Pool, Fitness-Center und natürlich den bunten Fahrrädern, die überall zur freien Verfügung rumstehen.

  • „Mehr Bürokratie, ein Ende des familiären Verhältnisses und nicht zuletzt auch einige Zocker, die den aufstrebenden Wert des Unternehmens erkannt haben und davon profitieren wollen.“

    Bleibt leider nicht aus, alles hat seinen Preis, man kann einen Konzern nicht führen wie eine Würstchenbude, aber wie google zeigt kann man scheinbar einen gewissen Charme in der Firmenkultur verankern. Offensichtlich sind die Menschen der ersten Stunde von zu schenllem Wachstum eher überfordert und fühlen sich in Ihrme Laden nicht mehr zu Hause, Hört man nicht zum ersten Mal.

  • Also mich spricht das Büro ja mal so gar nicht an, iregendwie wirkt das alles total chaotisch und durcheinander… ich kann mir auch vorstellen das es teilweise doch recht laut werden kann… dann lieber kleinere büroräume in denen 3-4 leute oder so arbeiten und man unter umständen auch mal seine ruhe hat….

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